


Sport
Köln, 30.07. 2009 09:56
Hightech-Schwimmanzüge auf dem Prüfstand - Speedo-Modell mit geringstem passiven Widerstand
Hightech-Schwimmanzüge auf dem Prüfstand - Speedo-Modell mit geringstem passiven Widerstand
Seit der Öffnung des FINA-Reglements* gegenüber Hightech-Schwimmanzügen im Jahr 2000 steht die Wettkampfbekleidung der Schwimmer im Fokus des öffentlichen Interesses. Eine neue Diskussions-Ära startete mit den Olympischen Spielen 2008 in Peking, als Michael Phelps im neuen Model seines Ausrüsters acht Goldmedaillen holte. Weiter angefacht wurde sie bei den gerade zu Ende gegangenen Deutschen Meisterschaften in Berlin. Britta Steffen schwamm zweimal Weltrekord – ebenfalls in einem neuartigen Anzugsmodell. Doch was ist dran an den Wunderanzügen?
Dieser Frage gingen Sportwissenschaftler der Deutschen Sporthochschule Köln nach. In einer Studie am Institut für Bewegungs- und Neurowissenschaft, Arbeitsbereich Bewegungstechnik, wurde der Unterschied von Hightech-Schwimmanzügen a) zur normalen Schwimmbekleidung und b) innerhalb dreier Anzugsmodelle auf den passiven Widerstand hin untersucht. Im Vergleich standen neben der herkömmlichen Schwimmbekleidung die Modelle „Arena Powerskin R-Evolution“, „Speedo Fastskin LZR Racer“ und „Blue Seventy Nero Comp“. Die Studie wurde von den Herstellern unabhängig durchgeführt.
Acht Probanden (4w, 4m) mit Bundesliganiveau wurden mit gleichem Gewicht an einer „Schleppanlage“ (STM) im Schwimmleistungszentrum der Deutschen Sporthochschule durch das 50m Wettkampfbecken gezogen. Dabei wurde der Geschwindigkeitsverlauf dokumentiert. Die Probanden führten keine Bewegung durch. So wurde nur der Effekt der Anzüge und nicht der Einfluss der persönlichen Technik erhoben. Geschleppt wurde an der Wasseroberfläche und auf 50cm Wassertiefe. Die Studie kam zu folgenden Ergebnissen:
Über und unter der Wasseroberfläche überwanden die Probanden bei gleichbleibender Schleppkraft die Teststrecke im Speedo-Model am schnellsten. Bei den Versuchen unter der Wasseroberfläche konnte man ebenso den positiven Effekt des Blue Seventy Anzugs in Relation zur normalen Schwimmbekleidung feststellen. Statistisch nicht bewiesen, aber mit einer starken Tendenz zum positiven Einfluss, zeigte sich auch der Anzug von Arena. Ein Unterschied zwischen den Produkten von Speedo, Blue Seventy und Arena konnte im unter-Wasser-Vergleich nicht nachgewiesen werden.
Nur an der Wasseroberfläche zeigten sich auch Unterschiede zwischen den Hightech-Anzügen. So waren die Probanden im Speedo Fastskin LZR Racer messbar schneller als im Arena Powerskin R-Evolution. Zwischen den Modellen von Speedo und Blue Seventy besteht in dieser Studie nur eine Tendenz zum geringeren passiven Widerstand an der Wasseroberfläche.
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Dr. Andreas Bieder
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