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Hannover, 14.11. 2003 09:08

Erwerbstätigenprognose Niedersachsen zeigt bis 2010 einen Bedeutungsgewinn für das Land
NORD/LB prognostiziert 2004 ein Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent für Niedersachsen

Die NORD/LB Norddeutsche Landesbank erwartet für Niedersachsen 2004 ein Wirtschaftswachstum von etwa 1,5 Prozent. Das entspricht nahezu dem prognostizierten Wachstum für Deutschland von 1,7 Prozent. Die Prognose stützt sich u.a. auf die erkennbaren Anzeichen für einen konjunkturellen Aufschwung in Deutschland. Zum einen ist das Verbrauchervertrauen wieder aufwärts gerichtet und zum anderen zeigen wichtige Frühindikatoren, wie z.B. der ifo-Index weiter nach oben. Im kommenden Jahr wird auch mit einer Belebung der Auslandsnachfrage gerechnet, die zusammen mit einem Anstieg des privaten Verbrauchs durch die vorgezogene Reform der Einkommensteuer zu einem moderaten Aufschwung führen wird. Von diesen Faktoren wird auch die Wirtschaft in Niedersachsen profitieren, wenngleich die Impulse nicht ausreichen werden, um auf dem Arbeitsmarkt eine deutliche Verbesserung zu erzielen.

Für das laufende Jahr 2003 geht die NORD/LB von einer Wachstumsrate des Bruttoinlandsprodukts in Niedersachsen aus, die über der Prognose für Deutschland von Null Prozent liegt. Ursachen dafür sind die bisher etwas günstigeren Entwicklungen im Verarbeitenden Gewerbe und in der Bauwirtschaft.

Im ersten Halbjahr 2003 stellte sich die wirtschaftliche Lage in Niedersachsen etwas besser dar als in Deutschland. Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts lag gegenüber der Vorjahresentwicklung nach vorläufigen Ergebnissen bei 0,2 Prozent, während das Resultat für Deutschland minus 0,1 Prozent betrug. Das Verarbeitende Gewerbe Niedersachsens trug mit einem Zuwachs der Bruttowertschöpfung von 0,4 Prozent zu der etwas besseren Entwicklung bei. Im Bundesgebiet lag die Zunahme bei 0,1 Prozent.

Der Umsatz im Verarbeitenden Gewerbe des Landes steigerte sich von Januar bis Juni 2003 um 1,6 Prozent. Die Zahl der Beschäftigten sank dennoch um 2,3 Prozent auf rund 532.000. Innerhalb dieses Sektors wiesen vor allem die bedeutenden Wirtschaftszweige Fahrzeugbau und Ernährungsgewerbe eine überdurchschnittliche Umsatzentwicklung im Vorjahresvergleich auf. Positiv verlief das erste Halbjahr bei den Herstellern von Gummi- und Kunststoffwaren, während die Metallindustrie und die Chemische Industrie deutliche Umsatzeinbußen hinnehmen mussten. Die Beschäftigung war vor allem im Bereich Metallerzeugung und -bearbeitung rückläufig sowie bei den Herstellern von Büromaschinen, DV-Geräten, Elektrotechnik. In der Chemieindustrie verlief die Beschäftigtenentwicklung hingegen positiv, obwohl die Umsätze zurück gingen.

Die Auftragseingänge der niedersächsischen Industrie lagen in den ersten acht Monaten dieses Jahres 2,7 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Dies ist vor allem auf die geringere Auslandsnachfrage zurück zu führen. Die Inlandsorder stagnierten im gleichen Zeitraum. Damit war die Auftragslage in Niedersachsen schwächer als im deutschen Durchschnitt (-1,2 Prozent).

Die Bauwirtschaft entwickelte sich in Niedersachsen etwas günstiger als im früheren Bundesgebiet, gleichwohl immer noch rückläufig: Der baugewerbliche Umsatz sank im ersten Halbjahr 2003 um 5,6 Prozent unter Vorjahresniveau. Als Konsequenz gingen im Bauhauptgewerbe weiterhin Arbeitsplätze verloren. Die Zahl der Beschäftigten nahm in Niedersachsen um 9,3 Prozent ab. Von Januar bis August verzeichnete das Bauhauptgewerbe 11,4 Prozent weniger Aufträge als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum, was darauf hindeutet, dass die Lage in der Bauwirtschaft weiterhin angespannt bleibt.

Die Aussichten für den Dienstleistungssektor bleiben durchmischt. Im Teilbereich Handel stagnierten die Umsätze im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahr. Die Befragungen der Industrie- und Handelskammern zu den Geschäftserwartungen zeigen, dass der Großhandel für 2004 aufgrund von Preiserhöhungen mit Umsatzzuwächsen rechnet, während der Einzelhandel seine Hoffnungen auf das Vorziehen der Steuerreform richtet. Die Industrie setzt auf das Exportgeschäft und erwartet dadurch eine Verbesserung der Situation im nächsten Jahr. Positiv bewerten die Unternehmensdienstleister die Geschäftsaussichten 2004. Sie gehen ebenso von einer Belebung des Geschäfts aus wie die Banken. Die Versicherungen bewerten ihre Geschäftsaussichten etwas verhaltener. Insgesamt wird auch der Dienstleistungssektor von der konjunkturellen Belebung im Jahr 2004 profitieren und bessere Ergebnisse als im laufenden Jahr erzielen.

Regionale Prognose der Erwerbstätigkeit bis 2010

Die Prognose zur Entwicklung der Erwerbstätigkeit zeigt die relative Erwerbstätigenentwicklung von Regionen im Vergleich zum Bundesgebiet. Daraus lassen sich jedoch keine Schlüsse auf die Veränderungen der absoluten Erwerbstätigenzahlen ziehen.

Der niedersächsische Anteil an den Erwerbstätigen in Deutschland steigt um 1,7 Prozent von 9,2 in 2001 auf 9,3 Prozent im Jahr 2010. Eine ungünstigere Entwicklung der Erwerbstätigkeit als im Bundesgebiet wird vor allem für das südöstliche Niedersachsen voraus berechnet. Die Landkreise Holzminden, Goslar, Helmstedt und Osterode gehören zu den Regionen, deren Bedeutung im Vergleich zum Bundesgebiet im Hinblick auf die Erwerbstätigen am stärksten abnimmt. Dazu gehören auch der Landkreis Wittmund und die Stadt Wilhelmshaven. Hingegen weisen weite Teile des westlichen Niedersachsen zwischen Emsland und Rotenburg (Wümme) für 2010 deutlich bessere Werte als das Bundesgebiet auf. Die Erwerbstätigenanteile dieser Landkreise an Deutschland wachsen gemäß Prognose um sechs bis neun Prozent. Für den Landkreis Vechta wird sogar ein Bedeutungsgewinn von 12 Prozent angenommen.

Die Prognose korrespondiert in etwa mit der wirtschaftlichen Dynamik der Regionen in den 90er-Jahren und geht davon aus, dass diese Entwicklung sich tendenziell fortsetzt. Wenn sich diese Prognose bewahrheitet, hat Niedersachsen die Möglichkeit seine wirtschaftliche Position im Bundesvergleich zu verbessern.


Kontaktinformationen:
NORD/LB Norddeutsche Landesbank Girozentrale

Friedrichswall 10
30159 Hannover

Tel.: 0511/ 361-0
Fax: 0511/ 361-2502
E-Mail: info@nordlb.de

Leiter Unternehmenskommunikation, Investor Relations und Volkswirtschaft

Prof. Dr. Sonning Bredemeier


Tel.: 0511/ 361-2004
Fax: 0511/ 361-6765
E-Mail: sonning.bredemeier@nordlb.de


Der promovierte Wirtschaftswissenschaftler ist Generalbevollmächtigter der NORD/LB und verantwortet die Bereiche Unternehmenskommunikation, Investor Relations und Volkswirtschaft. Darüber hinaus ist er Honorarprofessor an der Universität Hannover und Adjunct Professor an der Pfeiffer-University in North Carolina.





Leiterin Medienbetreuung

Chris Förster


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