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München, 08.07. 2004 08:47


Allianz AG - Die Münchner Hagelkatastrophe 1984

Vor genau 20 Jahren raste eine Hagelwalze über München hinweg. Die Bilanz: drei Tote, 300 Verletzte sowie 200.000 demolierte Autos und 70.000 beschädigte Gebäude - der bis dahin größte Schaden der deutschen Versicherungswirtschaft. Die Allianz bezahlte die bei ihr versicherten Schäden unmittelbar.


Vor genau 20 Jahren raste eine Hagelwalze über München hinweg. Die Bilanz: drei Tote, 300 Verletzte sowie 200.000 demolierte Autos und 70.000 beschädigte Gebäude - der bis dahin größte Schaden der deutschen Versicherungswirtschaft. Die Allianz bezahlte die bei ihr versicherten Schäden unmittelbar.


Mit Zeitungsanzeigen "Wir zahlen!" informierte die Allianz ihre Kunden nach dem Hagel 1984 in München über ihre unbürokratische Schadenregulierung

12. Juli 1984, 20.05 Uhr. "Weltuntergangsstimmung" in München. Die große Hagelwalze rast über die Stadt: Riesige Eiskörner bis zu Tennisball-Größe prasseln auf Menschen, Tiere, Häuser, Autos, Felder und Gärten. Drei Tote, mehr als 300 Verletzte und Sachschäden von mehr als drei Milliarden Mark - innerhalb von 20 Minuten. Es ist das bis dahin größte Schadenereignis in der Geschichte der deutschen Versicherungswirtschaft.

"Mein Auto sieht aus wie ein Knäckebrot!" Der Kunde am Telefon von Allianz Vertreter Detlev Bohlmann klang völlig verzweifelt: "Bitte kommen Sie schnell!" Der Anruf erreichte Bohlmann gegen 21 Uhr. "Erst konnte ich nicht glauben, was der Mann mir erzählte. Ich hatte vom Hagel nichts mitbekommen, weil ich in einem Stadtteil wohnte, der nicht betroffen war", erinnert sich Bohlmann. "Ich machte mich auf den Weg, um dem Kunden beizustehen, und sah das ganze Ausmaß der Katastrophe: Zentimeter hohe Eisschicht auf den Straßen, entlaubte Bäume, zerbeulte Autos - Sirenen heulten durch die Nacht."



Zahlt die Versicherung?

Über 3800 Einsätze zählte die Feuerwehr an diesem Donnerstagabend: Innerhalb von 20 Minuten hatten Sturm und Eisgeschosse Schaufensterscheiben zerschlagen, Dächer abgedeckt und Fassadenverkleidungen zerstört.

Bei Bohlmann und seinen Kollegen in München und den im Osten angrenzenden Landkreisen stand in den darauf folgenden Tagen das Telefon nicht mehr still. Vertreter, Bürokräfte und Schadenregulierer schoben Überstunden, 6-Tage-Woche, körbeweise kamen die Schadenmeldungen herein. Und alle Kunden stellten die Frage: "Zahlt die Versicherung?"



Allianz entscheidet sofort zu zahlen



Reiner Hagemann, Vorstandsvorsitzender der Allianz Versicherungs-AG, bekam intern den Spitznamen "Hagelmann"

Die Allianz entschied bereits am Vormittag nach dem Hagel: Ja! Im Bereich der Autokaskoversicherung war dies zwar keine Frage, denn da sind solche Schäden ohnehin gedeckt. Nicht selbstverständlich war die Entscheidung aber in der Gebäude- und Hausratversicherung. Hier waren nur Schäden durch Sturm, also durch eine Windbewegung von mindestens Windstärke acht versichert, nicht aber durch Hagel allein. Doch die Allianz entschied: Wir zahlen! Und zwar ohne Prüfung im Einzelfall, ob Sturm herrschte oder nicht.

Diesen verbraucherfreundlichen Schritt kommentierte wenige Tage später die Wochenzeitung "Die Zeit" mit den Worten: "Im Hause der Allianz-Verwaltung in der Münchener Königinstraße erkannte man wohl, dass die oft kritisierte Branche hier eine einmalige Chance hatte, etwas für ihren guten Ruf zu tun."

Reiner Hagemann, Vorstandsvorsitzender der Allianz Versicherungs-AG, erinnert sich: "Ich war damals der zuständige Abteilungsleiter und habe diese Entscheidung innerhalb von zwei Stunden vorbereitet. Es war der schwierigste Tag in meinen bisher 27 Jahren bei der Allianz." Denn auch für Hagemann, der Allianz intern dann den Spitznamen "Hagelmann" bekam, war der Umfang des Schadens wenige Stunden nach der Hagelkatastrophe noch nicht im entferntesten abzusehen.



Schaden-Schnelldienst mit Kaffee und Kuchen

Schon am nächsten Tag richtete die Allianz zusätzlich zu ihren zwei Kfz-Schadenschnelldienst-Stationen eine dritte ein. Wochenlang dort täglich das gleiche Bild: Bereits ab sechs Uhr morgens Autoschlangen vor den Stationen. Die Kunden konnten ihre zerbeulten Fahrzeuge begutachten lassen und erhielten sofort einen Scheck oder eine Reparaturkosten-Übernahmeerklärung. Mitarbeiter des Versicherers versorgten die Wartenden mit Erfrischungen.

Für die Begutachtung der Gebäude- und Hausratschäden setzte die Allianz mehr als 50 Sachverständige aus dem ganzen Bundesgebiet ein. Mit Zeitungsanzeigen "Wir zahlen!" informierte sie zusätzlich über die Regelungen zur unbürokratischen Schadenregulierung: Bei kleineren Kfz- oder Gebäudeschäden Rechnungen einreichen oder Handwerker direkt beauftragen!



Allianz zahlte 315 Millionen DM aus

Erst nach einigen Monaten war das ganze Ausmaß der Schäden zu quantifizieren: Der Gesamtschaden betrug ca. drei Milliarden DM, davon waren rund 1,5 Milliarden. DM versichert. Unter anderem waren mehr als 200.000 Autos, 70.000 Gebäude sowie zahlreiche Flugzeuge auf den Flughäfen München-Riem und Oberpfaffenhofen vom Hagel demoliert worden. Allein die Allianz zahlte insgesamt 315 Millionen DM an ihre Kunden aus.

"Die Kulanz der Versicherungen bei der Hagelkatastrophe hatte jedoch auch ihre negativen Seiten", erzählt der ehemalige Allianz Vertreter Peter Langhorst-Stein: "Einer meiner Kunden hatte sein Dach selbst abgedeckt – und dachte, er bekäme von uns ein neues. Die Sache ist natürlich aufgeflogen." Das Geschäft ihres Lebens machten jedenfalls Kfz-Werkstätten, Dachdecker und Glasereien. Dachziegel waren bereits am Tag nach dem Hagel Mangelware. Wenig später ließen sich für einige Autotypen in ganz Süddeutschland keine Scheiben mehr auftreiben.



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> www.allianzgroup.com/presse






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