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Bonn, 21.10. 2003 09:09


Die wirtschaftliche Lage in der Bundesrepublik Deutschland Oktober 2003

Eine Reihe wichtiger vorlaufender Konjunkturindikatoren signalisiert bereits seit dem zweiten Quartal dieses Jahres eine sich abzeichnende konjunkturelle Aufwärtsbewegung. Im Zuge der in den Sommermonaten zunehmenden weltwirtschaftlichen Belebung zeigen jetzt auch wichtige realwirtschaftliche Größen eine Zunahme der wirtschaftlichen Aktivitäten in Deutschland an.

So hat sich das im Mai+Juni erstmals wieder zu verzeichnende Wachstum der Industrieproduktion im Juli+August spürbar verstärkt. Parallel hierzu nahm die Vergabetätigkeit an die Industrie im Juli+August zu. Dies ist ein Indiz dafür, dass sich die Belebung der Produktionstätigkeit auch in den kommenden Monaten fortsetzen dürfte.

Entscheidende Wachstumsimpulse kommen aus dem Ausland. So war die Erhöhung der Nachfrage nach industriellen Erzeugnissen im Juli+August fast ausschließlich auf den kräftigen Zuwachs der Auslandsbestellungen zurückzuführen.

Die vorübergehende Aufwärtsentwicklung der Erzeugung im Bauhauptgewerbe hat sich im Juli+August wieder abgeschwächt. Aufgrund der noch zu schwachen Nachfrageentwicklung kann im Baugewerbe derzeit nur von einer Stabilisierung auf niedrigem Niveau gesprochen werden.

Die in den letzten Monaten nach oben gerichtete Entwicklung der deutschen Warenausfuhren zeigt, dass der entscheidende Impulsgeber für den konjunkturellen Erholungsprozess bislang vor allem das Auslandsgeschäft war. Wenngleich sich der Zuwachs der Exporte im Juli+August saisonbereinigt etwas abgeschwächt hat - dies dürfte teilweise auf die aktuelle Euro-Stärke zurückzuführen sein -, ist die stabile Tendenz in der Ausfuhrentwicklung erhalten geblieben. Von Januar bis August kumuliert, überschritten die Jahresausfuhren wieder spürbar den entsprechenden Vorjahresstand.

Vom Privaten Konsum gingen im bisherigen Verlauf dieses Jahres noch keine nennenswerten konjunkturellen Impulse aus. Die Einzelhandelsumsätze als wichtigstes Konsumaggregat stagnierten in saisonbereinigter Rechnung im Juli+August. Eine Reihe von Faktoren sprechen derzeit allerdings für eine Belebung des privaten Konsums. Vor allem das geplante Vorziehen der Steuerreform wird die Kaufkraft der Verbraucher nachhaltig stärken.

Positive Impulse für die Verbrauchskonjunktur gehen vom schon länger günstigen Preisklima in Deutschland aus. Die Verbraucherpreise sind von August auf September wieder leicht zurückgegangen, und im Vorjahresvergleich fiel die Teuerungsrate mit +1,1 % wieder äußerst moderat aus. Die günstigen Rahmenbedingungen für die Entwicklung der Verbrauchskonjunktur dürften maßgeblich mit dazu beigetragen haben, dass sich die seit Monaten zu verzeichnende Stimmungsverbesserung unter den Verbrauchern fortgesetzt hat.

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist nach wie vor außerordentlich angespannt. Im Zuge der Herbstbelebung hat sich im September die Zahl der Arbeitslosen aber deutlich stärker als sonst üblich verringert, was in erster Linie auf Maßnahmen im Zuge der Neuausrichtung der Arbeitsmarktpolitik der Bundesregierung zurückzuführen ist. Durch die höheren Anforderungen der Arbeitsämter hat sich vor allem die Zahl der Abgänge von Arbeitslosen in die sogenannte 'sonstige' Nichterwerbstätigkeit erneut deutlich erhöht. Andererseits hat aber auch die Zahl der bislang Arbeitslosen zugenommen, die eine neue Erwerbstätigkeit gefunden haben, insbesondere die Zahl der durch neue Förderangebote ausgelösten Existenzgründungen.

Insgesamt waren im September 4,2 Mio. Arbeitslose registriert. Die Arbeitslosenquote lag dabei wenig verändert bei 10,1 %. Dass die Konjunktur derzeit nach wie vor zu schwach ist, neue Arbeitsplätze zu schaffen, zeigt sich an der Entwicklung der Beschäftigung. Die Erwerbstätigenzahlen sind weiter rückläufig.

Weiterführende Informationen

Die Wirtschaftliche Lage in der BRD

http://www.bmwa.bund.de/bmwa/generator/Navigation/Service/Bestellservice/publikationen-monatsbericht-wirtschaftliche-lage,did=26636.html

Das Internetangebot des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit: www.bmwa.bund.de


Kontaktinformationen:
Pressestelle des BMWA

Telefon: 01888-615-6121 oder -6131
E-Mail: buero-lp1@bmwa.bund.de
Pressemitteilungen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit:
http://www.bmwa.bund.de/Navigation/Presse/pressemitteilungen.html

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