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Wien, 08.06. 2004 14:46

Transplantierte Stammzellen im Gehirn aktiv - neuer Weg zur Epilepsie-Therapie
Neuigkeiten vom 6th European Congress on Epileptology in Wien

Embryonale Stammzellen können zur Regeneration von
Hirngewebe beitragen. Dieses Ergebnis einer deutschen Forschergruppe sorgte
auf dem gestern zu Ende gegangenen 6th European Congress on Epileptology in
Wien für großes Interesse. Berichtet wurde, dass Vorläufer von Nervenzellen,
die aus embryonalen Stammzellen entwickelt wurden, nach einer
Transplantation ins Hirngewebe sich dort funktionell mit dem Empfängergewebe
verbinden. Die therapeutischen Möglichkeiten - nicht nur für
Epilepsie-Patienten - wurden von den Kongress-Teilnehmern aus 80 Nationen
heftig diskutiert.


Das intensive Erforschen der Epilepsie führt häufig zu spannenden
Erkenntnissen über grundlegende Mechanismen des menschlichen Gehirns. Der
European Congress on Epileptology (ECE) - eine der größten medizinischen
Spezialveranstaltungen in Europa - bietet regelmäßig ein Forum, um diese
Erkenntnisse zu diskutieren.

Dieses Jahr - beim 6th ECE in Wien - sorgten die Ergebnisse von Prof. Oliver
Brüstle, Institut für Rekonstruktive Neurobiologie, Universität Bonn, für
große Aufmerksamkeit. Dieser konnte in Zellkulturen und in Tiermodellen das
Potenzial der aus embryonalen Stammzellen (ES) gezüchteten
Nervenvorläuferzellen demonstrieren. Denn nach einer Transplantation in das
Empfängergewebe integrieren sich diese morphologisch und funktionell. Damit
deutet sich eine Möglichkeit an, die bedingte Regenerationsfähigkeit des
Zentralnervensystems durch die Transplantation von neuronalen
Vorläuferzellen zu unterstützen. Eine Möglichkeit, die auch in der
Epilepsie-Chirurgie mit großem Interesse beobachtet wird. Hier ist die
Entfernung jener Nervenzellen aus dem Gehirn, die durch unkontrollierte
Erregung elektrische Entladungen verursachen und so zu epileptischen
Anfällen führen, derzeit für 20 % der Epilepsie-Betroffenen die beste
Heilungschance.

Prof. Brüstle erläutert die Arbeit, die in der aktuellen Ausgabe des "The
Journal of Neuroscience" (Referenz s. u.) publiziert ist: "Wir befinden uns
derzeit in einem sehr frühen Stadium unserer Forschung. Damit wir den
möglichen klinischen Einsatz embryonaler Stammzellen richtig einschätzen
können, ist noch einiges an Grundlagenforschung notwendig. Tatsächlich
konnten wir aber in Kooperation mit der Arbeitsgruppe von Heinz Beck an der
Bonner Klinik für Epileptologie am Tiermodell bereits nachweisen, dass aus
embryonalen Stammzellen gewonnene Nervenzellen sich im Anschluss an eine
Transplantation mit den Nervenzellen des Empfängers vernetzen. Sie wandern
dort in verschiedene Hirnregionen ein, wo sie dann nicht nur selbst
elektrisch aktiv werden und Aktionspotenziale feuern, sondern auch Signale
aus dem Empfängergehirn erhalten und verarbeiten."

Ob die Regeneration von Nervengewebe im Gehirn durch diesen Ansatz
verbessert werden kann, ist derzeit noch fraglich, und damit auch, ob
Epilepsie-Patienten mit dieser Methode geholfen werden kann. Doch neben der
Möglichkeit, chirurgisch entfernte oder anderweitig verloren gegangene
Nervenzellen zu ersetzen, bietet die Transplantation von Stammzellen in das
Gehirn auch die Möglichkeit, anfallshemmende Stoffe in das epileptische
Gehirn einzuschleusen - ein innovativer Ansatz für die Epilepsie-Therapie.

Dass neue Therapieansätze für zahlreiche Epilepsie-Patienten notwendig sind,
bestätigt auch Prof. Christoph Baumgartner, Chairman des Scientific Advisory
Committee des 6th ECE und Leiter der Epilepsy Monitoring Unit an der
Universitätsklinik für Neurologie, AKH Wien: "Derzeit können zwar bereits
zwei Drittel der Betroffenen sehr gut mit modernen Medikamenten behandelt
werden, aber noch immer müssen wir für tausende von Patienten andere
Therapiewege finden. Einen Ansatz dazu bietet die Epilepsie-Chirurgie, bei
der betroffene Hirnareale entfernt werden. Die Effektivität eines solchen
Eingriffes könnte durch die anschließende Regeneration mit Hilfe hemmender
Nervenzellen noch gesteigert werden."

Der 6th ECE, der gestern am Donnerstag, dem 3. Juni, zu Ende ging, bot eine
ideale Plattform, um diesen möglichen Ansatz für eine innovative
Epilepsie-Therapie mit Fachleuten aus verschiedenen Disziplinen, wie
Neurologie, Pädiatrie, Psychologie und Molekularbiologie, zu besprechen.
Dazu Prof. Baumgartner: "Glücklicherweise ist die Therapie-Palette bei
Epilepsie breit gefächert. Daher ist es wichtig, jeden innovativen
Therapieansatz mit Kollegen der verschiedenen Fachrichtungen zu diskutieren.
Nur so kann für die Patienten die jeweils optimale Behandlung gefunden
werden. Auch dazu dient der ECE, der dieses Jahr erstmals in Wien stattfand
und 3.394 Delegierte aus über 80 Nationen versammelte." Der ECE wird alle
zwei Jahre in einer europäischen Hauptstadt von der International League
Against Epilepsy (ILAE) mit Unterstützung der jeweiligen nationalen Sektion
veranstaltet. Für das Jahr 2004 wurde Wien als Veranstaltungsort gewählt,
und die Österreichische Sektion der ILAE stellte den Co-Vorsitz des
International Organising Committee und den Vorsitz des Scientific Advisory
Committee.


Referenz: Wernig et al.: Functional Integration of Embryonic Stem
Cell-Derived Neurons In Vivo. Journal of Neuroscience 2004 Vol. 24 No. 22:
pp 5258-5268. DOI:10.1523/JNEUROSCI.0428-04.2004


Kontaktinformationen:
Prof. Christoph Baumgartner
Universitätsklinik für Neurologie
Währinger Gürtel 18-20
A-1090 Wien
T +43/1/40 400-3433
H +43/664-323 84 60
E christoph.baumgartner@univie.ac.at
PR&D - Public Relations for Research & Development
Campus Vienna Biocenter 2
A-1030 Wien
T +43/1/505 70 44
E contact@prd.at


-----------------------------
Ulrike Unterberger
Assistentin

PR&D - Public Relations for Research & Development

T +43 1 505 70 44
F +43 1 505 50 83
E unterberger@prd.at

Campus Vienna Biocenter 2
A 1030 Vienna, Austria

http://www.prd.at

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