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Berlin, 06.06. 2004 16:06

Eine der schwierigsten Operationen, denn Form und Funktion müssen stimmen: Erst die „harmonische” Nase vermittelt ein neues Lebensgefühl
Höcker-, Spannungs- oder Boxernase?

Die Nase ist schon ein merkwürdiges Organ, die Wurzel ist oben, die Spitze und die Flügel sind unten, der Rücken ist vorne. Dieses Organ steht im Zentrum des Interesses in der ästhetischen Chirurgie, denn Nasenkorrekturen sind die häufigsten ästhetischen Operationen. Dies verwundert nicht, denn ist die Nase zu groß, zu schief, zu kurz oder zu lang, so stört dies die ganze Harmonie des Gesichtes. Andererseits ist die Nase aber auch ein Organ mit wichtigen Aufgaben wie Erwärmung, Befeuchtung und Reinigung der Atemluft. Somit sind bei der Nase immer zwei Kriterien zu beachten: Form und Funktion.

Ziel einer operativen Korrektur ist daher eine Nase, die eine freie Nasenatmung ermöglicht und die harmonisch zum übrigen Gesicht passt. Kurz gesagt, eine Nasenoperation ist nur dann gelungen, wenn man es der Nase eigentlich nicht ansieht und wenn der Patient gut Luft bekommt. Somit gibt es nicht die ideale Nase, sondern nur eine harmonisch zum übrigen Gesicht passende, und das bedeutet eine unauffällige Nase.

Es gibt zahlreiche Formstörungen, die im Rahmen von Fehlbildungen (Lippen-Kiefer-Gaumenspalte) angeboren sind oder als Unfallfolge (z. B. beim Fußballspielen) auftreten - wobei die häufigste Formstörung, die Höckernase, nicht von Kindesbeinen an besteht, sondern sich fast immer erst während des pubertären Wachstumsschubes entwickelt.

Während eine Höckernase keine Funktionsstörung zur Folge hat, bedingt eine Schiefnase, die meist mit einer Schiefstellung der Nasenscheidewand kombiniert ist, immer auch eine Behinderung der Nasenatmung. Auch eine zu lange Nase mit einem verkleinertem Winkel zwischen Oberlippe und Nasensteg stört die normale Belüftung der Nase. Ist der Nasenrücken insgesamt zu hoch (Spannungsnase) oder eingesattelt (Boxernase), so kommt es durch Fehlstellungen der inneren Nasenklappe (engste Stelle im Inneren der Nase) zu einer Behinderung der Nasenatmung. Eine Korrektur erfordert deshalb eine sehr präzise Analyse sowohl hinsichtlich der Funktion als auch der Form, um in einem Eingriff ein gutes Ergebnis im Hinblick auf beide Kriterien zu erreichen. Im Prinzip werden bei einer Nasenkorrektur durch einen Schnitt vom Nasensteg aus (offene Methode) oder durch das Nasenloch hindurch (geschlossene Methode) die Nasenscheidewand, die Nasenspitze, der Nasenrücken und die sogenannte Nasenpyramide, also die knöcherne Nase, korrigiert.

Nasenkorrekturen sind schwer zu erlernen, insbesondere der geschlossene Zugang. Sie erfordern daher viel Erfahrung. Deshalb sollte man bei der Wahl seines Chirurgen auch sehr sorgfältig vorgehen. Nasenkorrekturen sind diejenigen Eingriffe mit den häufigsten unbefriedigenden Ergebnissen. Wenn man sich aber von einem erfahrenen Nasenchirurgen operieren lässt, dann kann es gelingen, in einer ein- bis zweistündigen Operation eine Auffälligkeit, unter der man sehr leidet, zu beseitigen und damit ein neues Selbstwertgefühl und oft ein neues Lebensgefühl zu erreichen.

Professor Dr. Wolfgang Gubisch


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Der Autor ist seit 1974 auf dem Gebiet der Plastischen Chirurgie tätig - mit dem Schwerpunkt Gesichtschirurgie. Er ist sowohl Facharzt für Plastische Chirurgie als auch Hals-Nasen-Ohren-Facharzt und seit 1988 Chefarzt der Klinik für Plastische Chirurgie am Marienhospital in Stuttgart, der ältesten und einer der größten Fachkliniken für Plastische Chirurgie in Deutschland. Nach Umstrukturierung der Klinik ist er seit 2001 Ärztlicher Direktor der Klinik für Plastische Gesichtschirurgie mit dem Schwerpunkt ästhetische, korrektive und rekonstruktive Nasenchirurgie. Seine Operationstechniken demonstriert er regelmäßig auf Operationskursen in der ganzen Welt. Er hat dazu auch über 150 Publikationen und Buchbeiträge veröffentlicht.


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