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Berlin, 22.04. 2004 12:50

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DIRECT/Capgemini: Studie - Medienbranche als Schlusslicht bei Wirtschaftsstimmung - Osterweiterung belastet

Studie: Medienbranche als Schlusslicht bei Wirtschaftsstimmung - Osterweiterung belastet

Trübe Aussichten bei Auftragslage - Weiterer Arbeitsplatzabbau in Medienhäusern


Berlin, 22. April 2004 - Ausnahmslos unterdurchschnittlich und als Schlusslicht gegenüber anderen Branchen bewerteten die Medienhäuser die wirtschaftliche Entwicklung im kommenden halben Jahr. Die Stimmung unter den Unternehmern in der Medienbranche ist offenbar auf dem Tiefpunkt: Nur 21 (Durchschnitt aller Branchen: 26) Prozent, schätzen die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland für die kommenden sechs Monate positiv ein, sehen sie 46 (33) Prozent negativ. Die Entwicklung des jeweils eigenen Unternehmens wird dagegen entgegen dem Trend leicht negativ gesehen: Die Auftragslage habe sich in den vergangenen sechs Monaten gebessert sagen 39 (42) Prozent, verschlechtert dagegen sogar 42 (25) Prozent. 29 (Durchschnitt: 46) Prozent glauben, dass ihr Unternehmen im nächsten halben Jahr mehr Aufträge zu erwarten habe (weniger Aufträge: 29 (19) Prozent). Dieses Wirtschaftsstimmungsbild in der Medienbranche ergab eine bundesweite repräsentative Umfrage der Management- und IT-Beratung Capgemini unter Unternehmern, Vorständen und Geschäftsführern. Diese weit pessimistischere Sicht im Vergleich zu anderen Branchen auf das eigene Unternehmen wird sich nach der mehrheitlichen Meinung der insgesamt 1.723 Teilnehmer der Studie davon 2 Prozent aus der Medien-Branche folgerichtig auch nicht in niedrigeren Arbeitslosenzahlen zeigen. 48 Prozent (Durchschnitt: 51) Prozent glauben an steigende Arbeitslosenzahlen in Halbjahresfrist und nach durchschnittlich gleich bleibenden Aussichten auf die Entwicklung des eigenen Unternehmens glauben lediglich 6 (16) Prozent daran, dass die Beschäftigtenzahlen im eigenen Unternehmen steigen werden. Dafür sehen die Medienunternehmer im Gegenteil umso mehr den Abbau: 63 (39) Prozent gibt an, dass hier in den nächsten sechs Monaten noch Personal gekürzt werde.

Positiver als im vergangenen Herbst, aber immer noch weitgehend negativ werden die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen eingeschätzt. Der Blick auf den Standort Deutschland fällt in der Medienbranche besonders skeptisch aus. 48 (Durchschnitt über alle Branchen: 37) Prozent, sahen eine Verschlechterung des unternehmerischen Umfeldes an ihrem Standort in den vergangenen sechs Monaten, nur 12 (15) Prozent sahen dagegen eine Verbesserung. Die Entwicklung der Steuerlast wird negativ eingeschätzt. Den Zugang zu Kapital sehen 44 (45) Prozent der Unternehmenslenker als schwieriger an, nur 7 (13) Prozent glauben es hier künftig leichter zu haben.

Ein weiterer Fragenkomplex zur EU-Osterweiterung ist aus aktuellem Anlass in das Wirtschaftsstimmungsbild mit eingeflossen. So wurde nach positiven oder negativen Impulsen gefragt, die von der EU-Erweiterung ausgingen, wobei das Ergebnis im Branchendurchschnitt ambivalent bis positiv blieb. Die Medienbranche fiel hier mit Pessimismus aus dem Rahmen: Nur 19 Prozent erwarten sich von der EU-Osterweiterung positive Impulse für ihr Unternehmen, 32 Prozent sehen diese Entwicklung negativ. Ein deutlicher Trend im Durchschnitt über alle Branchen herrschte bei der Frage nach den künftigen wirtschaftlichen Aktivitäten in den neuen EU-Ländern vor. Dieser nivelliert sich in der Medienbranche: 29 (45) Prozent wollen in den neuen EU-Ländern ihre wirtschaftlichen Aktivitäten verstärken, 16 (8) Prozent wollen sie verringern. Die Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt sehen 68 (73) Prozent negativ. Nur 7 (10) Prozent glauben an eine positive Reaktion des Arbeitsmarktes.

"Wir haben jetzt statt eines Wolkenbruchs den Dauerregen. Eine Schönwetterperiode, sprich die Trendwende, ist noch nicht in Sicht", erläuterte Antonio Schnieder, CEO Zentral- und Osteuropa von Capgemini, bei der Präsentation der Studie in Berlin. "Deutschland verliert aufgrund der noch immer zu schlechten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiter an Wettbewerbsfähigkeit", ergänzte Dr. Helmut Haussmann, Senior Vice President bei Capgemini und Bundeswirtschaftsminister a.D. die Einschätzung deutscher Unternehmer.

In der Branchenbetrachtung bildet die Medienbranche zusammen mit dem Handel das pessimistische Schlusslicht. Die Unternehmen der Telekommunikation, der Banken und der Elektronik liegen - auch in vielen anderen Einzelfragen - weit vorn mit einer positiven Sicht der wirtschaftlichen Entwicklung. In der Telekommunikationsbranche glauben gar an einen positiven Fortgang der wirtschaftlichen Entwicklung als Spitzenwert 61 (26) Prozent. Sehr negativ und als Wirtschaftsstimmungs-Schlusslicht sehen dagegen die Medienhäuser das wirtschaftliche Geschehen der nächsten sechs Monate (46 Prozent: wird schlechter). Ähnlich sieht das nur der Handel (45 Prozent: wird schlechter).

Auch bei der Betrachtung der Arbeitslosenzahlen herrscht Pessimismus vor. Im Detail betrachtet schält sich heraus, dass die Banken hier am optimistischsten sind, die Medienhäuser bilden hier wieder das Schlusslicht.

Die vollständigen und detaillierten Umfrageergebnisse "Wirtschaftsstimmung - Eine Umfrage unter deutschen Führungskräften" sind im Internet unter http://www.wirtschaftsstimmung.de abrufbar.

Über die Capgemini-Gruppe
Capgemini ist einer der weltweit führenden Dienstleister für Management- und IT-Beratung, Technologie sowie Outsourcing. Das Unternehmen mit europäischem Ursprung berät Kunden bei der Entwicklung und Umsetzung von Wachstumsstrategien sowie dem Einsatz neuer Technologien. Capgemini wendet dabei eine neue Form der Zusammenarbeit an: Collaborative Business Experience. Grundlage ist die Verpflichtung von Dienstleister und Kunde zu gemeinsamem Erfolg und das Erreichen messbaren Mehrwerts auf Basis enger Zusammenarbeit. Capgemini beschäftigt derzeit weltweit rund 55.000 Mitarbeiter und erzielte 2003 einen Umsatz von 5,754 Milliarden Euro. Mehr Informationen zum Unternehmen, den Dienstleistungen und Pressemitteilungen finden Sie unter http://www.de.capgemini.com



Kontaktinformationen:

Capgemini
Neues Kranzler Eck
Kurfürstendamm 21
10719 Berlin

Pressesprecher:
Thomas Becker
Tel.: 030/88703-730
Fax: 030/88703-739
E-Mail: thomas.becker@capgemini.com

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