Deutscher Tierschutzbund ruft zu Boykott gegen Weihenstephan auf - Mutterkonzern Müller-Milch droht mit Klage
Der Deutsche Tierschutzbund wirft der Molkerei Weihenstephan weiterhin Verbrauchertäuschung vor. Unter anderem in Fernsehspots und auf Verpackungen hat das Unternehmen mit dem Begriff „Milch aus artgerechter Tierhaltung“ geworben. Filmmaterial, das dem Deutschen Tierschutzbund vorliegt, belegt das Gegenteil. Die Molkerei, die zum Müller-Milch-Konzern gehört, kauft Milch von Betrieben, in denen die Kühe in ganzjähriger Anbindehaltung “dahinvegetieren“. Weihenstephan will offenbar weitere Vorwürfe vermeiden und hat den umstrittenen Werbespot gestoppt. Der Mutterkonzern Müller-Milch hat nun damit gedroht, den Deutschen Tierschutzbund wegen Verunglimpfung zu verklagen. Europas größte Tier- und Naturschutzorganisation ruft zum Boykott gegen Weihenstephan auf, bis sich der Konzern seiner Verantwortung stellt.
„Wahrheit bleibt Wahrheit, daran kann auch ein Theo Müller nichts ändern. Dass der Werbe-Spot auch auf unseren Druck hin zurückgezogen wurde und der Werbeaufdruck auf den Verpackungen offenbar ausläuft, ändert nichts an der eben nicht artgerechten Tierhaltung. Weihenstephan und damit auch Müller-Milch haben die Verbraucher über viele Wochen in die Irre geführt. So lange das Unternehmen diese quälerische Tierhaltung bei den Zulieferbetrieben weiterhin toleriert, nehmen wir nichts von unserer Kritik zurück“, stellt Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, klar und ruft zum Boykott dieser Milchprodukte auf.
Besonders bemerkenswert sei, dass der Müller-Milch-Konzern sich offenbar aus der Verantwortung stehle und die alleinige Schuld auf die Landwirte schiebe, anstatt diese bei der Umstellung auf artgerechte Tierhaltung zu unterstützen und so Werbung und Wirklichkeit in Einklang zu bringen. In einem Schreiben der Unternehmensgruppe Theo Müller, in welchem dem Deutschen Tierschutzbund strafrechtliche Konsequenzen „bei weiterer Verunglimpfung“ angedroht werden, schreibt der „General Counsel“, Dr. Thomas Bachofer, auch: „Vor allem wollen Sie bitte zur Kenntnis nehmen, dass Sie sich mit eventuell abweichenden Vorstellungen über die Haltung von Milchvieh nicht an die Molkereien zu wenden haben, sondern an die jeweiligen Tierhalter.“ Dies sei kurios, so Apel, denn die Werbung mit „Artgerechte Tierhaltung“ als Imageaufbau habe allein die Molkerei Weihenstephan zu verantworten.
Dokumentationen, die dem Deutschen Tierschutzbund vorliegen, belegen, dass Milchkühe der Zulieferhöfe der Molkerei u.a. in ganzjähriger Anbindehaltung auf sehr beengtem Raum gehalten werden. Zudem fehlt teilweise Einstreu und Jungvieh wird auf Spaltenboden gehalten. Die bildlich festgehaltenen Haltungsbedingungen entsprechen in keiner Weise dem, was die Bürger unter artgerechter Tierhaltung erwarten.
Mit freundlichen Gruessen
Presseabteilung
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