


Boulevard
München/Gauting, 23.03. 2008 16:39
Speakers Corner - Meinungen ohne Sinn und Verstand
Die Frau – und ihr unbekanntes Wesen
Vermintes Gelände, heißes Wasser, No-go-Area, aber es muss einfach mal darüber verhandelt werden: Frauen haben keinen Spieltrieb und keinen Sinn für Humor. So. Wahrscheinlich ist diese These mit einer der Gründe, warum es oft Unstimmigkeiten und Missverständnisse zwischen Mann und Frau gibt, von denen man allenthalben hört.Speakers Corner - Meinungen ohne Sinn und Verstand
Die Frau – und ihr unbekanntes Wesen
Beweisstück Nummer Eins: Wie viele Frauen kenn sie, die eine elektrische Eisenbahn ihr Eigen nennen? Ich meine jetzt nicht als Kind, sondern als erwachsene Person; für Kinder gelten anderen Regeln, aber auch da kümmern sich die Mädchen meist fürsorglich um ihre Bären und Puppen, während die Buben aus jeder Brezel eine Pistole machen und Räuber und Schandi spielen.
Beweisstück Nummer Zwei: Wie viele Frauen haben sie erlebt, die mit Erfolg, Verve und komödiantischem Talent einen Witz erzählen können? Wobei ich hier bewusst Profis wie Komödiantinnen (neudeutsch: Stand-up Comedians) sowie die Qualität der Witze außer Acht lasse.
Beweisstück Nummer Drei: Gibt es viele weibliche Personen in ihrem Bekanntenkreis, die ausgeprägter Selbstironie fähig sind? Ok, ok, auch bei den meisten Männern ist diese Fähigkeit of nur rudimentär ausgebildet und wird nur angewandt, wenn es wirklich nicht mehr anders geht. Aber immerhin, sie kommt bei Männer öfter vor, als bei Frauen.
Bestimmt kommt mancher (oder manche) noch auf weitere Beispiele, aber bevor ich mir wirklich Prügel einhandle, möchte ich zur Untermauerung meiner Hypothese kommen und, meine Herren, sie sieht nicht immer rosig für sie aus!
Ich behaupte, dass einer der primären Ursachen für diesen frappierenden Unterschied zwischen Mann und Frau in der Evolution zu suchen und finden ist. Stellen wir uns doch mal vor, wie das Leben in grauer Vorzeit vonstatten ging. Mann und Frau waren bereits erfunden und lebten mehr oder weniger einträchtig nebeneinander (da hat sich nicht viel geändert...) oder miteinander vor sich hin. Wir wissen auch, dank unserer hervorragenden Paläontologen, dass bereits früh in der Menschheitsgeschichte die Aufgabenteilung unter den Geschlechtern klar umrissen war.
Die Frauen kümmern sich um Haus, Hof, Höhle, Feld und Kinder, die Männer sind – im weitesten Sinne aushäusig. Damit war, jedenfalls für mich, der Ursprung des Problems angelegt. Stellen wir uns mal kurz vor, wie das Leben in diesen weit zurück liegenden Urzeiten ablief. Die Frauen blieben am Feuer, sorgten für die Kinder, der weiteste Ausflug ging bis zum Acker auf dem die Grundnahrungsmittel mit größter Mühe gehegt und geerntet werden mussten. Die einzige Unterhaltung (nachdem das Fernsehen – aber ich werde kindisch...) waren die anderen Frauen des Dorfes oder der Truppe. Erstens waren dadurch die Neuigkeiten im besten Falle begrenzt und zweitens, war das Ganze eine derartige Plackerei, dass wirklich niemand auf die Idee gekommen wäre, jetzt noch witzig sein zu müssen, oder gar sich irgendwelche Spiele einfallen zu lassen. Kein Wunder, dass die Männer sehr rasch diese Rollenverteilung als die einzige gottgegebene ansahen.
Und was machten die Männer? Die ganze wilde Horde zog in der Früh mit großem Gejohle auf die Jagd, was sich recht schnell mit all seinen Ritualen zum Spiel entwickelte. Schon mal gesehen mit welchem oft rührend groteskem Bühnenzauber noch heutzutage das abgeschossene Viehzeug nach der Jagd „verblasen“ wird, oder wie das Schauspiel auch immer heißt? Also, die Jagd war ein Spiel, der Krieg war ein noch größeres Spiel (auch heute werden bei den Pfadfindern große kriegsähnliche Spiele veranstaltet) und das ganze Drumherum, sprich das Gewese der Männer um ihre Bedeutung innerhalb der Gemeinschaft, die Begabung zum Rollenspiel war mit das größte Spiel. Die Männer kamen raus, trafen wieder andere Männer, man redete, erzählte sich Geschichten – und übertrieb natürlich maßlos. Die ersten Komödianten waren geboren. Am Abend dann, am Lagerfeuer, zu dem die Frauen natürlich auch nur als Statisten zugelassen waren und nachdem man sich mit närrischen Schwammerln ein paar bunte Bilder ins Hirn geblasen hatte, heißa, dann ging’s erst richtig los! Und wer stand am nächsten Morgen früh auf, weil die Balgen plärrten und der ganze Dreck weggeräumt werden musste? Die Frauen!
Und da sollten die Frauen auch noch den fein ziselierten Witz, oder Interesse an komplexem Spielzeug entwickeln? No way, meine Herren! Wir haben schon sehr früh in der menschlichen Geschichte angefangen, uns witzmäßig und spieleorientiert auseinander zu entwickeln. Vielleicht sollten wir daran denken, wenn wir wieder mal im Zustand fortgeschrittener Trunkenheit einen fürchterlich alten und miesen Witz erzählen, oder wieder mal Nächte lang das Betriebssystem, oder was auch immer, im Rechner aufrüsten, denn, jawohl, auch das ist ein Spiel!
I rest my case, wie man das in jeden besseren amerikanischen Gerichtssaal-Krimi zu hören bekommt. Natürlich mit dem Versprechen, mich zu bessern!
PS.: Für eine wissenschaftliche Untermauerung meiner Arbeitshypothese bitte http://www.cad-plots.de/brain.wmv hier klicken.
tomas nittner ist bildender Künstler, Grafiker und Autor. Seine Ausbildung genoss er an der Accadèmia di Brera in Mailand und an der Hochschule für Gestaltung, Abteilung Visuelle Kommunikation, in Ulm. Er war Mitarbeiter bei Otl Aicher für die Gestaltung der Olympischen Spiele in München 1972. Er hat ein Drittel seines arbeitenden Lebens im Ausland verbracht: Italien, Schweiz, Frankreich, Mexiko, USA. Als Grafiker hat er für namhafte Firmen im Bereich Corporate Design gearbeitet. In der bildenden Kunst stellte er in Deutschland, Italien, Frankreich, Griechenland und den USA aus. Als Autor war er an verschiedenen Satirenbänden beteiligt und verfasst laufend satirische Texte, aber auch Werbetexte sind ihm nicht ganz fremd.
tomas nittner ist böhmisch-österreichischer Herkunft, in der Zwischenzeit eingemeindet.
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