


Verbände, Vereine
Frankfurt, 09.08. 2006 10:17
Studie zur Finanzierung von deutschen FußballklubsVereine erwarten positive wirtschaftliche Entwicklung / Rückenwind durch Weltmeisterschaft / Trotz Mehreinnahmen ist Bundesliga bei TV-Rechten interna
Bundesliga erwartet Mehreinnahmen dank WM
Die Vereine der Bundesliga und der 2. Bundesliga gehen davon aus, dass sich ihre wirtschaftliche Lage dank steigender Einnahmen in den kommenden Jahren verbessern wird. Dabei werden vor allem dank des neuen TV-Vertrags gerade die deutschen Spitzenklubs deutlich höhere Einnahmen erzielen können als in der letzten Saison. Dennoch liegt die Bundesliga bei den Medieneinnahmen nach wie vor deutlich hinter den anderen großen europäischen Ligen. Das sind Ergebnisse einer aktuellen Studie des Wirtschaftsprüfungsunternehmens Ernst & Young. Die Studie basiert auf einer Befragung von Managern der Klubs der Bundesliga und der 2. Bundesliga, an der 25 der 36 Klubs teilnahmen.Studie zur Finanzierung von deutschen FußballklubsVereine erwarten positive wirtschaftliche Entwicklung / Rückenwind durch Weltmeisterschaft / Trotz Mehreinnahmen ist Bundesliga bei TV-Rechten interna
Bundesliga erwartet Mehreinnahmen dank WM
Deutschlands Fußballmanager schätzen die derzeitige Situation der Branche deutlich positiver ein als noch im letzten Jahr. 76 Prozent bezeichnen die derzeitige wirtschaftliche Lage als gut oder eher gut – in den Vorjahren hatten nur 65 bzw. 48 Prozent ein positives Urteil gefällt. Von einer weiteren Verbesserung der Lage gehen 68 Prozent (Vorjahre 59 Prozent bzw. 54 Prozent) aus. Knapp 90 Prozent der Befragten erwarten eine Steigerung der Einnahmen in der kommenden Saison. Die Hoffnungen liegen dabei vor allem im Bereich des Sponsoring und der TV-Einnahmen – jeweils 84 Prozent der Befragten erwarten, dass die Einnahmen in diesen Bereichen steigen werden.
Allerdings gehen die Klubs ebenfalls davon aus, dass sie wieder mehr Geld für Transfers ausgeben müssen und dass insgesamt vor allem die Personalaufwendungen steigen werden. Auch für die Nachwuchsförderung wollen die Klubs mehr Geld bereitstellen (64 Prozent der Befragten).
Positive Auswirkungen der Weltmeisterschaft
Die Weltmeisterschaft in Deutschland hatte nach Meinung der Klubmanager einen sehr positiven Einfluss auf das Image des deutschen Profifußballs. Positive Effekte erhoffen sich die Befragten insbesondere auf das Interesse von Sponsoren am Profifußball, die Besucherzahlen in der kommenden Saison und die Bereitschaft der Verbraucher ein Pay-TV-Abonnement zu kaufen.
„Die Weltmeisterschaft hat nach Meinung der Klubs dem deutschen Fußball ungeheuer viel positive Aufmerksamkeit und Dynamik gebracht“, so Stefan Pfeiffer, Leiter der Sport-Unit SCORE bei Ernst & Young. „Jetzt gilt es, diese gute Startposition in der kommenden Saison zu nutzen und in noch höhere Besucherzahlen und Sponsoringeinnahmen umzusetzen.“
Höhere Einnahmen aus neuem Medienvertrag
Die Bundesliga nimmt in der kommenden Saison zwar deutlich mehr aus der Vermarktung der Medienrechte ein als bislang – der neue Vertrag sieht eine Steigerung um 42 Prozent von 302 auf 430 Millionen Euro vor. Dennoch hat die Bundesliga bei den Medieneinnahmen noch immer nicht den Anschluss an die anderen großen europäischen Ligen gefunden. So wird die britische „F.A. Premiere League“ in der kommenden Saison 710 Millionen Euro an Mediengeldern einnehmen und in der Saison 2007/2008 sogar eine Milliarde Euro. Die französische „Ligue 1“ wird Einnahmen in Höhe von 600 Millionen (2006/2007) bzw. 650 Millionen Euro (2007/2008) erzielen.
„Mit dem neuen Medienvertrag hat sich die Bundesliga an die anderen europäischen Top-Ligen herangekämpft – aber bereits in der nächsten Saison wird die Schere zwischen den deutschen Klubs und der europäischen Konkurrenz wieder auseinander gehen. Insbesondere die englischen Klubs und die dezentral vermarktenden spanischen Spitzenklubs werden uneinholbar davonziehen“, so Arnd Hovemann von Ernst & Young SCORE.
Vor allem die deutschen Spitzenklubs werden dank des neuen Medienvertrags und des modifizierten Verteilungsschlüssels deutlich höhere Einnahmen erzielen: Falls der FC Bayern München am Ende der kommenden Saison wieder auf dem ersten Tabellenplatz stehen sollte, werden dem Klub 28 Millionen Euro an Medieneinnahmen zufließen – eine Steigerung um 73 Prozent gegenüber der Saison 2005/2006. Sollte Werder Bremen wieder den zweiten Tabellenplatz belegen, erhält der Verein 26 Millionen Euro (Steigerung um 68 Prozent). In unteren Tabellenregionen sind die Steigerungen moderater. So würde z. B. Eintracht Frankfurt bei einem ähnlichen Saisonver-lauf wie im Vorjahr die geringste Steigerungsrate verzeichnen kön-nen: ein Plus um 35 Prozent auf etwa 14,5 Millionen Euro.
Niedrige Personalkosten in Spanien und den Niederlanden – Deutschland im Mittelfeld
Bei der Belastung durch Personalkosten liegen deutsche Profiklubs international im Mittelfeld. Für einen ledigen Spieler ohne Kinder mit einem Jahresnettogehalt von 500.000 Euro muss ein deutscher Verein – inklusive aller Nebenkosten wie Steuern und Sozialversicherung – 913.000 Euro aufbringen. In Frankreich kostet ein Profi mit dem gleichen Nettogehalt seinen Verein 1,322 Millionen Euro, in Italien 1,006 Millionen Euro und in England 935.000 Euro. Deutlich günstiger ist beispielsweise ein ausländischer Spieler für einen Verein in Spanien und den Niederlanden mit 680.000 Euro bzw. 775.000 Euro, sofern von steuerlichen Sonderregelungen für ausländische Arbeitnehmer Gerbrauch gemacht wird. „Die Klubs in Spanien und den Niederlanden können ihren Spielern höhere Gehälter anbieten als die Vereine in anderen europäischen Ländern, ohne dadurch unterm Strich höhere Kosten zu haben – ein klarer Wettbewerbsvorteil im Kampf um die besten Profis“, resümiert Hovemann. Angesichts der hohen Medieneinahmen der Spitzenklubs in England und Spanien ergebe sich, so Hovemann, dass „vor allem die englischen Klubs und die dezentral vermarktenden Spitzenklubs aus Spanien aufgrund höherer Einnahmen bzw. günstigerer Voraussetzungen bei der Personalentlohnung für die besten Fußballer der Welt künftig noch attraktiver werden.“
Da deutsche Klubs günstigere Voraussetzungen bei der Entlohnung des Spielerkaders haben als französische Klubs, wird die französische „Ligue 1“ in punkto Attraktivität und Spielstärke – trotz deutlich höherer Medieneinnahmen – nicht an der Bundesliga vorbeiziehen. „Gleichwohl werden zukünftig nur vereinzelt die internationalen Top-Stars der WM 2006 in der Bundesliga zu sehen sein“, so Hovemann.
Präsentation
Informieren Sie sich über die wichtigsten Ergebnisse in unserer Präsentation (PDF - 865 KB, 24 Seiten).
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