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Düsseldorf, 24.11. 2003 11:10

Internationales Rechtsschutzgeschäft spürbar ausgebaut Gestartetes Optimierungsprogramm und Rückstellung für Anwaltsgebühren belasten Ergebnis Jährliche Einsparungen von 50 Millionen € ab 200

ARAG Konzern behauptet sich in angespanntem Umfeld

Der ARAG Konzern hat sich im für die Versicherungswirtschaft
schwierigen Jahr 2002 widerstandsfähig gezeigt. Die Gesamtleistung
an Prämien und Umsätzen konnte leicht um 1,4 Prozent auf
1,33 Milliarden € erhöht werden. Die Beitragseinnahmen der
Versicherungsgesellschaften wuchsen mit 3,1 Prozent von 1,19 auf
1,23 Milliarden €. Das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit
reduzierte sich planmäßig von 50,9 Millionen € auf 29,7 Millionen €.
Ursächlich hierfür waren besonders die eingeleiteten Maßnahmen zur
langfristigen Stärkung der Unternehmenssubstanz


Der auf Rechtsschutz spezialisierte Versicherungskonzern hat sich ein
Optimierungsprogramm verordnet, das die kundennahen Prozesse
erheblich strafft und gleichzeitig große Einsparpotentiale aktiviert.
„Trotz der Vielzahl von negativen Einflüssen hat der ARAG Konzern im
Geschäftsjahr 2002 sowohl in der versicherungstechnischen Rechnung als
auch im Kapitalanlageergebnis klar schwarze Zahlen geschrieben“,
erläuterte Dr. Paul-Otto Faßbender, Vorstandsvorsitzender der ARAG bei
Bilanzvorlage. Das versicherungstechnische Ergebnis belief sich auf 13,1
Millionen € gegenüber 20,1 Millionen € im Vorjahr. Hier schlägt besonders
eine erneut hohe Rückstellung von 10 Milllionen € im Rechtsschutzsegment
zu Buche, die mit Blick auf die geplante Erhöhung der Rechtsanwaltsgebühren
gebildet wurde. Mit seinen Kapitalanlagen verdiente der ARAG
Konzern 145,3 Millionen € nach 231,8 Millionen € in 2001. Aufgrund einer
hohen Steuerlast verblieb ein Konzernjahresüberschuss von 1,9 Millionen €,
nachdem im Vorjahr noch 15,9 Millionen € ausgewiesen wurden.
Der internationale Rechtsschutz hat sich mit gebuchten Prämien von
244,6 Millionen € (Vorjahr 228,6 Millionen €) weiter als Wachstumsmotor
bewiesen. Insgesamt entfallen bereits 43 Prozent der Prämieneinnahmen
der Rechtsschutzgesellschaften auf das internationale Geschäft. Durch die
neu gegründete slowenische Niederlassung der ARAG Österreich ist die
ARAG mittlerweile in 15 europäischen Ländern und den USA vertreten. Bei
der deutschen ARAG Rechtsschutz zeigten die eingeleiteten Maßnahmen
zur Eindämmung des Prämienabriebs weiter Wirkung: Im selbst
abgeschlossenen Geschäft sanken die Prämien in 2002 nur noch um
3,6 Prozent von 365 Millionen € auf 351 Millionen €.
Im ersten Halbjahr 2003 hatte das Rechtsschutzgeschäft des ARAG
Konzerns einen guten Start: Die Einnahmen stiegen um 4,6 Prozent auf
309,6 Millionen € gegenüber 296 Millionen € im Vorjahreszeitraum.
„Wir gehen die Herausforderungen des Strukturwandels in der Versicherungsbranche
offen und aktiv an“, betonte Dr. Paul-Otto Faßbender.
Das 2002 eingeleitete umfangreiche Umstrukturierungs- und Optimierungsprogramm
wird die vorhandene solide Basis des Konzerns kräftigen. Nach
Einführung der neuen Konzernstruktur im Januar 2003 werden in einem
nächsten, tief greifenden Schritt die Geschäftsprozesse noch gezielter auf
die Bedürfnisse von Kunden und Partnern zugeschnitten und Effizienzpotentiale
gehoben. Die neue Zielorganisation soll Ende 2005 stehen und
dann ein jährliches Einsparungsvolumen von rund 50 Millionen € freisetzen.
Durch die Optimierungsmaßnahmen entsteht bei der ARAG ein sinkender
Personalbedarf; bis Ende 2005 ist in Deutschland ein Abbau von zirka 400
Arbeitsplätzen geplant. Im Inland beschäftigt die ARAG derzeit 3.200
Mitarbeiter.

„Die ARAG hat als internationaler Nischenplayer gute Voraussetzungen,
um die Umwälzungen in der Versicherungsbranche als echte Wachstumschance
zu nutzen. Der bereits eingeleitete Konzernumbau gibt uns die
notwendigen Spielräume, um uns in einem hart umkämpften Markt offensiv
als innovativer Dienstleister zu positionieren“, betonte Dr. Paul-Otto
Faßbender. Er ging in diesem Zusammenhang auf die für die ARAG
wichtigen rechtspolitischen Rahmenbedingungen im deutschen Markt ein.
„Rechtsschutz ist heute ein zentraler Baustein der individuellen
Daseinsvorsorge und aktiver Verbraucherschutz. Zugleich erschließen sich
in Zusammenarbeit mit der Anwaltschaft neue Formen der Konfliktlösung im
vor- und außergerichtlichen Bereich“, unterstrich Dr. Paul-Otto Faßbender
die wichtige Rolle des Rechtsschutzes. Um so entscheidender sei es daher,
dass sich der deutsche Rechtsschutzmarkt nicht durch staatliche
Regulierungen wie der geplanten Erhöhung der Anwaltsgebühren und der
Gerichtskosten sowie dem Rechtsberatungsgesetz vom internationalen
Standard abkopple.


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