Alle Nachrichten
Secret Garden
Bundesländer
Anmelden NTO E-Mail-Service
 
 


  Film, TV, Kino
 
Kein Bild
 
Hamburg, 07.03. 2005 09:19

Sendetermin: Ostermontag, 28. März, 21.45 Uhr, Das Erste
Dokumentation „Im Inneren des Kreml“: NDR durfte als erster hinter den Backsteinmauern drehen

„Über Moskau ist der Kreml und über dem Kreml ist nur Gott“ – mit
diesem Sprichwort beschreiben die Russen voller Ehrfurcht die
Bedeutung des Bauwerks. Hinter den Mauern dieser Festung, deren
unterste Schichten bis ins 12. Jahrhundert zurückreichen, schlägt das
Herz des Landes. Im Kreml fanden glanzvolle Siegesparaden, blutige
Aufstände, prunkvolle Krönungszeremonien und feierliche
Staatsbegräbnisse statt. In den Kathedralen, Palästen und
Regierungsgebäuden hinterließen Patriarchen und Großfürsten, Zaren
und Revolutionäre, Verschwörer und Volkshelden ihre Spuren.
Die meisten Gebäude des riesigen Komplexes bleiben sowohl
Staatsgästen als auch den zahllosen Touristen verschlossen. Die beiden
Autoren des Films „Der Kreml“, NDR Redakteur Eric Friedler und
Filmautorin Natalia Kasperovitch, zeigen den Zuschauerinnen und
Zuschauern nun zum ersten Mal die bisher sorgsam vor der Öffentlichkeit
verborgene Welt. Ob Senator, Präsidentenberater, Musiker oder
Restauratorin, ob Putzfrau, Soldat, Elektriker oder Koch – sie alle gehen
hier tagtäglich ihren unterschiedlichsten Aufgaben nach. Nur weil jeder
einzelne von ihnen bereit ist, sein Bestes zu geben, funktioniert die gut
geölte Kreml-Maschinerie reibungslos. Aber niemals zuvor durften sie
über ihren Alltag hinter den Kulissen des Kreml öffentlich berichten. Als
erster ausländischer Sender konnte der NDR die Menschen befragen, die
im Kreml arbeiten und leben.


Die 60-minütige Dokumentation ist eine der aufwendigsten
Dokumentationen, die der NDR jemals hergestellt hat. Partner sind der
russische Sender „Channel 1“ sowie France 2 und der österreichische ORF.
Bei den Dreharbeiten kam modernste Technik zum Einsatz: So zeigt eine
fliegende Kamera, die mit Hilfe von zwei riesigen Kränen an einem Seil
über den Kreml gezogen wurde, die historischen Gebäude in bisher nie
gesehenen Bildern aus der Vogelperspektive.
Seite 2
Ein Beispiel der Menschen, die im Kreml arbeiten, ist Gennadi Snegirev,
seit Jahrzehnten als Elektriker dabei. Er hat schon alle überlebt:
Chruschtschow, Breschnjew, Andropow, Gorbatschow, Jelzin - und
bestimmt wird er auch nach Putins Amtszeit noch Glühbirnen im Kreml
austauschen. „Machthaber sind gekommen und gegangen – ich bin
immer geblieben“, erzählt er mit einem Augenzwinkern. Seit 35 Jahren
repariert Gennadi die antiken Fassungen von Tausenden von Glühbirnen
in den Kronleuchtern des Kreml – viele stammen noch aus der Zarenzeit
und wurden nie ausgetauscht. „Bei diesen alten Dingern braucht man
mehr als Fingerspitzengefühl“, erzählt Gennadi und berichtet, wie eines
Tages bei einer großen Veranstaltung mit dem damaligen
Generalsekretär Breschnjew das Licht ausging.
Nikolaj Bojkow ist Glöckner in den Kathedralen des Kreml. Nikolai und
seine Glocken – das ist ein ganz besonderes, inniges, fast vertrautes
Verhältnis. Er spricht mit den jahrhundertealten Glocken auf dem Turm
„Iwan der Große“ wie mit alten Gefährten, streichelt sie sogar. Die
Glocken sind ihm heilig. Nach Jahrzehnten der Stille unter dem
Kommunismus durfte er sie wieder zum Leben erwecken. Das erfüllt
Nikolaj mit Stolz. Und dass die Glocken im Kreml wieder zu hören sind, ist
für ihn wie ein Wunder.
Oder Victor Pawlowitsch Zernov. Er arbeitet seit 40 Jahren als Koch im
Kreml, seine genaue Berufsbezeichnung – die noch aus sowjetischen
Zeiten stammt – lautet „Stellvertretender Leiter des
Beköstigungskombinats im Kreml“. Er weiht die Zuschauerinnen und
Zuschauer in die Küchengeheimnisse des Kreml ein. Zum Beispiel erklärt
er die aufwendigen Kontrollen, die alle Lebensmittel durchlaufen, bevor
sie auf den Tellern landen. Und er erinnert sich – fast mit ein wenig
Wehmut – an die alten Zeiten. Damals, in der Ära der Generalsekretäre,
wurde im Kreml noch üppig getafelt – Ferkel, Lachs, Enten, Kaviar und
Schaschlik aus Bärenfleisch, die Köche des Kreml schöpften immer aus
dem Vollen. Der heutige Präsident mag es bescheidener, weniger fett. Der
Wandel der Zeiten wird also selbst in den Küchen und Kantinen des Kreml
spürbar, auch wenn Dekoration und Atmosphäre hier immer noch den
sozialistischen Charme konservieren.
Neben der Religion und den Kirchenglocken sind nach dem
Zusammenbruch der Sowjetunion auch andere alte Symbole in den Kreml
zurückgekehrt. Heute verbinden sich traditionelle und neue Werte
miteinander und erzeugen so ein neues, fast verloren gegangenes
Identitätsgefühl: Die Doppeladler der Zaren hängen neben den Roten
Sternen der Sowjetunion – auch das ist untrennbarer Bestandteil des
heutigen Kreml. Einer derjenigen, die die fünf roten Rubinsterne auf den
höchsten Kremltürmen putzen müssen, ist Anatol Vjetjev. Die Autoren
des Films fahren mit ihm hoch hinauf zu seinem luftigen Arbeitsplatz und
schauen ihm beim Polieren der Sterne zu. Dabei erzählt er, wie sich einer
seiner Vorgänger während der Breschnjew-Ära mit seinem Namen im
Goldrahmen des Sterns verewigt hat. Und dann ist da noch Dima, einer
der jungen Soldaten des Präsidentenregiments, der mit seinen
Kameraden als einer der wenigen im Kreml auch die Nächte verbringt.
Sein Arbeitstag ist so anstrengend, dass ihm auf die Frage nach seinem
Seite 3
Lieblingsplatz nur eine Antwort einfiel: „Mein Bett!“
Die Autoren
Eric Friedler
Eric Friedler, geboren 1971 in Sydney/Australien, Autor und Regisseur
zahlreicher Dokumentarfilme. Mehrere Jahre war er Redakteur bei der
ARD-Sendung „Report Baden-Baden/Mainz“. Heute ist er Redakteur im
Programmbereich Kultur/Dokumentationen des NDR. Er wurde 2003 für
seine investigativen Filmbeiträge mit dem Förderpreis des Hanns-
Joachim-Friedrich-Preises für Fernsehjournalismus ausgezeichnet. U. a.
realisierte er für den NDR den Film „Für Allah in den Tod – Der Deutsche
Steven Smyrek im Heiligen Krieg gegen Israel“ (Das Erste, 14.1.2004) und
die Dokumentation „Konvoi in den Tod - Die Amerikaner und ein
Massaker in Afghanistan (NDR Fernsehen, 8.4.2003). Außerdem ist Eric
Friedler Autor mehrerer Bücher, darunter „Makkabi lebt“ (Verlag
„Christian Brandstätter“) und „Zeugen aus der Todeszone / Das jüdische
Sonderkommando in Auschwitz“ (Verlag „zu Klampen“).
Natalia Kasperovich
Autorin zahlreicher Dokumentationen und Magazinbeiträge für
NDR/ARD und ARTE. Zuvor Redakteurin und Moderatorin beim
russischen Fernsehsender Channel 1 und Kolumnistin der russischen
Tageszeitung „Izvestia“. Die in Baku, Aserbaidschan, geborene Autorin
lebt mit ihrer Familie in Paris.
7. Februar 2005/IB


Kontaktinformationen:
NDR
Presse und Information
Rothenbaumchaussee 132 | 20149
Hamburg
Tel +49/40/41 56-23 00
Fax +49/40/41 56-21 99
presse@ndr.de
www.ndr.de/presse

Drucken der Pressemitteilung Drucken der Pressemitteilung

Fotolabor Treml GmbH www.News-Ticker.org News-Ticker.ch News-Ticker.at


 
Modezar Rudolph Mooshammer
Thomas Gottschalk ist der Promi 2005
Wilhelm Karl Treml
Wilhelm Karl Treml: PR-Erfolg mit www.News-Ticker.org und „Secret Garden“
Fotolabor Treml GmbH
Fotolabor Treml - Ihr Full-Service-Dienstleister für Ihre Pressearbeit:
Pressefotos-Presse CDs-Pressedias
Pressemappen-Messeservice
Sofortservice Pressekonferenz
Druck-Konfektionierung-Postversand


Alle Printmedien Österreichs Herausgeber:»Observer« GmbH, Wien, Austria

Home |  Impressum |  Disclaimer |  Kundenbereich |  Jobmaschine für Journalisten