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Sendetermin: Ostermontag, 28. März, 21.45 Uhr, Das Erste Dokumentation „Im Inneren des Kreml“: NDR durfte als erster hinter den Backsteinmauern drehen „Über Moskau ist der Kreml und über dem Kreml ist nur Gott“ – mit diesem Sprichwort beschreiben die Russen voller Ehrfurcht die Bedeutung des Bauwerks. Hinter den Mauern dieser Festung, deren unterste Schichten bis ins 12. Jahrhundert zurückreichen, schlägt das Herz des Landes. Im Kreml fanden glanzvolle Siegesparaden, blutige Aufstände, prunkvolle Krönungszeremonien und feierliche Staatsbegräbnisse statt. In den Kathedralen, Palästen und Regierungsgebäuden hinterließen Patriarchen und Großfürsten, Zaren und Revolutionäre, Verschwörer und Volkshelden ihre Spuren. Die meisten Gebäude des riesigen Komplexes bleiben sowohl Staatsgästen als auch den zahllosen Touristen verschlossen. Die beiden Autoren des Films „Der Kreml“, NDR Redakteur Eric Friedler und Filmautorin Natalia Kasperovitch, zeigen den Zuschauerinnen und Zuschauern nun zum ersten Mal die bisher sorgsam vor der Öffentlichkeit verborgene Welt. Ob Senator, Präsidentenberater, Musiker oder Restauratorin, ob Putzfrau, Soldat, Elektriker oder Koch – sie alle gehen hier tagtäglich ihren unterschiedlichsten Aufgaben nach. Nur weil jeder einzelne von ihnen bereit ist, sein Bestes zu geben, funktioniert die gut geölte Kreml-Maschinerie reibungslos. Aber niemals zuvor durften sie über ihren Alltag hinter den Kulissen des Kreml öffentlich berichten. Als erster ausländischer Sender konnte der NDR die Menschen befragen, die im Kreml arbeiten und leben. Die 60-minütige Dokumentation ist eine der aufwendigsten Dokumentationen, die der NDR jemals hergestellt hat. Partner sind der russische Sender „Channel 1“ sowie France 2 und der österreichische ORF. Bei den Dreharbeiten kam modernste Technik zum Einsatz: So zeigt eine fliegende Kamera, die mit Hilfe von zwei riesigen Kränen an einem Seil über den Kreml gezogen wurde, die historischen Gebäude in bisher nie gesehenen Bildern aus der Vogelperspektive. Seite 2 Ein Beispiel der Menschen, die im Kreml arbeiten, ist Gennadi Snegirev, seit Jahrzehnten als Elektriker dabei. Er hat schon alle überlebt: Chruschtschow, Breschnjew, Andropow, Gorbatschow, Jelzin - und bestimmt wird er auch nach Putins Amtszeit noch Glühbirnen im Kreml austauschen. „Machthaber sind gekommen und gegangen – ich bin immer geblieben“, erzählt er mit einem Augenzwinkern. Seit 35 Jahren repariert Gennadi die antiken Fassungen von Tausenden von Glühbirnen in den Kronleuchtern des Kreml – viele stammen noch aus der Zarenzeit und wurden nie ausgetauscht. „Bei diesen alten Dingern braucht man mehr als Fingerspitzengefühl“, erzählt Gennadi und berichtet, wie eines Tages bei einer großen Veranstaltung mit dem damaligen Generalsekretär Breschnjew das Licht ausging. Nikolaj Bojkow ist Glöckner in den Kathedralen des Kreml. Nikolai und seine Glocken – das ist ein ganz besonderes, inniges, fast vertrautes Verhältnis. Er spricht mit den jahrhundertealten Glocken auf dem Turm „Iwan der Große“ wie mit alten Gefährten, streichelt sie sogar. Die Glocken sind ihm heilig. Nach Jahrzehnten der Stille unter dem Kommunismus durfte er sie wieder zum Leben erwecken. Das erfüllt Nikolaj mit Stolz. Und dass die Glocken im Kreml wieder zu hören sind, ist für ihn wie ein Wunder. Oder Victor Pawlowitsch Zernov. Er arbeitet seit 40 Jahren als Koch im Kreml, seine genaue Berufsbezeichnung – die noch aus sowjetischen Zeiten stammt – lautet „Stellvertretender Leiter des Beköstigungskombinats im Kreml“. Er weiht die Zuschauerinnen und Zuschauer in die Küchengeheimnisse des Kreml ein. Zum Beispiel erklärt er die aufwendigen Kontrollen, die alle Lebensmittel durchlaufen, bevor sie auf den Tellern landen. Und er erinnert sich – fast mit ein wenig Wehmut – an die alten Zeiten. Damals, in der Ära der Generalsekretäre, wurde im Kreml noch üppig getafelt – Ferkel, Lachs, Enten, Kaviar und Schaschlik aus Bärenfleisch, die Köche des Kreml schöpften immer aus dem Vollen. Der heutige Präsident mag es bescheidener, weniger fett. Der Wandel der Zeiten wird also selbst in den Küchen und Kantinen des Kreml spürbar, auch wenn Dekoration und Atmosphäre hier immer noch den sozialistischen Charme konservieren. Neben der Religion und den Kirchenglocken sind nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion auch andere alte Symbole in den Kreml zurückgekehrt. Heute verbinden sich traditionelle und neue Werte miteinander und erzeugen so ein neues, fast verloren gegangenes Identitätsgefühl: Die Doppeladler der Zaren hängen neben den Roten Sternen der Sowjetunion – auch das ist untrennbarer Bestandteil des heutigen Kreml. Einer derjenigen, die die fünf roten Rubinsterne auf den höchsten Kremltürmen putzen müssen, ist Anatol Vjetjev. Die Autoren des Films fahren mit ihm hoch hinauf zu seinem luftigen Arbeitsplatz und schauen ihm beim Polieren der Sterne zu. Dabei erzählt er, wie sich einer seiner Vorgänger während der Breschnjew-Ära mit seinem Namen im Goldrahmen des Sterns verewigt hat. Und dann ist da noch Dima, einer der jungen Soldaten des Präsidentenregiments, der mit seinen Kameraden als einer der wenigen im Kreml auch die Nächte verbringt. Sein Arbeitstag ist so anstrengend, dass ihm auf die Frage nach seinem Seite 3 Lieblingsplatz nur eine Antwort einfiel: „Mein Bett!“ Die Autoren Eric Friedler Eric Friedler, geboren 1971 in Sydney/Australien, Autor und Regisseur zahlreicher Dokumentarfilme. Mehrere Jahre war er Redakteur bei der ARD-Sendung „Report Baden-Baden/Mainz“. Heute ist er Redakteur im Programmbereich Kultur/Dokumentationen des NDR. Er wurde 2003 für seine investigativen Filmbeiträge mit dem Förderpreis des Hanns- Joachim-Friedrich-Preises für Fernsehjournalismus ausgezeichnet. U. a. realisierte er für den NDR den Film „Für Allah in den Tod – Der Deutsche Steven Smyrek im Heiligen Krieg gegen Israel“ (Das Erste, 14.1.2004) und die Dokumentation „Konvoi in den Tod - Die Amerikaner und ein Massaker in Afghanistan (NDR Fernsehen, 8.4.2003). Außerdem ist Eric Friedler Autor mehrerer Bücher, darunter „Makkabi lebt“ (Verlag „Christian Brandstätter“) und „Zeugen aus der Todeszone / Das jüdische Sonderkommando in Auschwitz“ (Verlag „zu Klampen“). Natalia Kasperovich Autorin zahlreicher Dokumentationen und Magazinbeiträge für NDR/ARD und ARTE. Zuvor Redakteurin und Moderatorin beim russischen Fernsehsender Channel 1 und Kolumnistin der russischen Tageszeitung „Izvestia“. Die in Baku, Aserbaidschan, geborene Autorin lebt mit ihrer Familie in Paris. 7. Februar 2005/IB Kontaktinformationen: NDR Presse und Information Rothenbaumchaussee 132 | 20149 Hamburg Tel +49/40/41 56-23 00 Fax +49/40/41 56-21 99 presse@ndr.de www.ndr.de/presse
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