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Pressemitteilung übermittelt von directnews. Für den Inhalt dieser Pressemitteilung ist allein das berichtende Unternehmen oder die berichtende Institution verantwortlich. direct/Hamburger Untersuchung über das Thema Rezession in den Medien Die Presse ist ein Wirtschaftsorakel Eine Hamburger Untersuchung über das Thema Rezession in den Medien Hamburg/Frankfurt am Main (3. Dezember). Verbreiten Zeitungen schlechte Stimmung, steckt die Wirtschaft in der Krise: Medienberichte über "Rezession" sind ein guter Gratmesser für die tatsächliche Stimmung in Industrie, Handel und Gewerbe. Zu diesem Ergebnis kommt eine soziologische Magisterarbeit an der Universität Hamburg. Der Verfasser Gregor Rodehüser ist selbst erstaunt darüber, wie objektiv die Printmedien berichten. Damit sei die Forschungshypothese widerlegt worden, wonach Journalisten Wirtschaftsmeldungen nach eigener Betroffenheit gewichten: "Anfangs schien es, als sei ´Rezession´ ein Modewort, das Journalisten gerne verwenden, wenn es auch im persönlichen Umfeld kriselt: der arbeitslose Rentner, der geschlossene Laden um die Ecke, Entlassungen im eigenen Verlag." Die Arbeit wertet es als Gütekriterium für die Presse, dass Häufigkeiten der Rezessions-Berichterstattung stark mit wirtschaftlichen Eckdaten korrelieren. Unterdessen wird den Medien immer wieder ein Hang zum Pessimismus vorgeworfen. So hatte der Schriftsteller Martin Walser noch im Juni in der "Welt" kritisiert, die Krise in Deutschland sei zu einem guten Teil von den Medien gemacht. 600 "Spiegel"-Ausgaben auf "Rezession" untersucht In der ersten Phase der Untersuchung wurden rund 600 Ausgaben des "Spiegel" auf die Erwähnung von Rezession untersucht. Rodehüser verglich die Häufigkeitsverteilungen von zwölf Jahrgängen mit allgemeinen Wirtschaftsdaten und setzte sie mit der Wirtschaftslage der Verlage in Verbindung. Das Ergebnis zeigte eine große Treue der Berichte zur wirtschaftlichen Realität: Der Rückgang von Werbeeinnahmen und Umsätzen hatte den Spiegel-Verlag in den Jahren 2001 und 2002 weitaus stärker getroffen als im Krisenjahr 1993, wo die Wirtschaft um 1,1 Prozent schrumpfte. Trotzdem wurde die Rezession im Vergleich seltener erwähnt, obwohl die Nennungen gegenüber dem Boomjahr 2000 sprunghaft angestiegen waren. In einer zweiten Phase verglich der Soziologie-Student jeweils rund 1800 Ausgaben der Süddeutschen Zeitung und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Auch verschiedene politische Grundausrichtungen, eine weitere vermutete Ursache für unterschiedliche Themengewichtungen, schlugen sich nicht in vermehrten Verweisen auf das Phänomen Rezession nieder. Die intuitive Einschätzung der Journalisten, so das Fazit, beeinflusst die Berichterstattung weniger stark als messbare Daten und eine Gewichtung nach Nachrichtenwertfaktoren. Unbewusste Wahrnehmungsmuster bestimmen Einschätzung von Wichtigkeit Soziologisch beruht die Arbeit auf dem Agenda-Setting-Ansatz. Danach bestimmen unbewusste Wahrnehmungen und kognitive Schemata die Einschätzung von Sachverhalten als wichtig. So wären Medienberichte, welche die Wirtschaftslage verzerren, weniger manipulativ, als vielmehr ungefiltertes Wirklichkeitsempfinden ökonomischer Laien. Wirtschaftsblätter wurden daher bei der Untersuchung bewusst nicht berücksichtigt. Heinz Renn, der begutachtende Professor für Methodologie und Datenverarbeitung am Institut für Soziologie der Uni Hamburg, würdigt die Erkenntnisse: "Die Untersuchung ist überaus anspruchsvoll und theoretisch gut fundiert. Allen Unkenrufen zum Trotz können wir dem Journalismus offensichtlich einiges zutrauen. Die Arbeit belegt, dass mit dem Grundvertrauen der Mediennutzer verantwortungsvoll umgegangen wird. Trotzdem ist eine kritische Rezeption natürlich immer angebracht." Kontaktinformationen: Gregor Rodehüser Tel. 0170/9036101 Die Arbeit als PDF anfordern bei gr.r@gmx.de
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