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Pressemitteilung übermittelt von directnews. Für den Inhalt dieser Pressemitteilung ist allein das berichtende Unternehmen oder die berichtende Institution verantwortlich. direct/BÄK: Brechdurchfall bei Kindern häufig falsch behandelt Brechdurchfall bei Kindern häufig falsch behandelt Berlin, 07.01.2005: Akute Durchfallerkrankungen bei Kleinkindern können mit speziellen elektrolythaltigen Lösungen weitaus besser therapiert werden als allgemein angenommen. "Die Entwicklung der oralen Rehydratationslösung ermöglicht eine einfache Therapie der akuten Durchfallerkrankung, sie ist in jedem Lebensalter, und sowohl in Entwicklungsländern als auch in Industrieländern anwendbar", sagte heute Privatdozentin Dr. Sibylle Koletzko, Klinikum der Universität München, auf dem 29. Interdisziplinären Forum "Fortschritt und Fortbildung in der Medizin" der Bundesärztekammer. Trotzdem stoße die praktische Umsetzung gerade in Nordamerika und Europa auf großen Widerstand. "In den Kliniken wird viel zu häufig unnötig Blut abgenommen und eine intravenöse Rehydration eingeleitet, obwohl kontrollierte Studien die signifikante Überlegenheit bezüglich Effektivität, unerwünschter Nebenwirkungen, Kosten, Personalbedarf und Zufriedenheit der Eltern zugunsten der Therapie über Mund oder auch Nase gezeigt haben." Das erste Ziel in der Therapie sei der Ersatz von Flüssigkeits- und Elektrolyteverlusten, gefolgt von einem frühzeitig beginnenden Nahrungsaufbau, sagte Frau Koletzko. Der Erfolg der oralen Therapie hänge dann entscheidend von einer verständlichen Anleitung der Eltern ab. Sie sollten in der exakten Zubereitung der Lösung und der Gabe kleiner Portionen unterwiesen werden. Ärzte und Eltern achteten bei der Therapie noch zu sehr auf den Stuhlgang und nicht auf das Allgemeinbefinden der Kinder. Zudem werde die orale Rehydratationslösung häufig in zu großen Portionen aus Flasche oder Becher verabreicht und damit Erbrechen provoziert. Dagegen werde zu spät mit der erneuten Nahrungsaufnahme begonnen. Es sei noch große Aufklärungsarbeit nötig, so Koletzko, damit die international anerkannten Behandlungsrichtlinien in Deutschland konsequent bei Säuglingen und Kleinkindern angewandt werden. In Deutschland erkranken etwa zwei Millionen Menschen im Jahr an Brechdurchfall, der akuten Gastroenteritis. Davon sind gut 30 Prozent Kinder bis zum 5. Lebensjahr betroffen. Fast 3 Prozent aller Kinder in Deutschland würden deswegen stationär behandelt, erklärte Prof. Dr. Peter Zimmer, Vorsitzender der Gesellschaft für Pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung, Münster. Leider gebe es aber zu diesem Thema in Deutschland keine qualitätssichernde Erhebung. "Die Wirkung von Medikamenten zur Behandlung des akuten Brechdurchfalls wird eher überschätzt und ist nicht Bestandteil der Behandlungsrichtlinien", unterstrich Zimmer. Die infektiöse Gastroenteritis ist neben den Luftwegsinfektionen die häufigste Erkrankung im Kindesalter. Besonders betroffen sind die Länder der so genannten Dritten Welt. Unter den Bedingungen mäßiger Hygiene und drohender Unterernährung ist die Gastroenteritis weltweit eine der häufigsten Todesursachen im Kindesalter. In den Industrieländern werden in den Notfallambulanzen 16 Prozent der Kinder wegen akuten Brechdurchfalls behandelt. Bei stationären Aufnahmen von Kindern unter 5 Jahren sind in 7 Prozent der Fälle Durchfallerkrankungen mit oder ohne Erbrechen die Ursache. In der Hälfte der Fälle lösen Viren, in 20 Prozent bakterielle Infektionen diese Erkrankung bei Kindern aus. Mit der erneuten Nahrungsaufnahme müsse bereits 3 Stunden nach der Rehydration begonnen werden. "Praktiken wie ´Teepause´, ´Heilnahrung´ oder die Gabe von Cola werden trotz ihrer Risiken leider noch allzu oft im klinischen Alltag angewandt", so Zimmer. Kontaktinformationen: Ansprechpartner: Alexander Dückers Hans-Jörg Freese Herbert-Lewin-Platz 1 10623 Berlin Telefon (030) 40 04 56-700 Fax (030) 40 04 56-707 Internet: http://www.bundesaerztekammer.de E-Mail: presse@baek.de
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