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Bundespräsident Köhler eröffnet Europas modernste Infusionslösungsfertigung Melsungen Bundespräsident Horst Köhler hat am Dienstag gemeinsam mit dem Vorstandsvorsitzenden der B. Braun Melsungen AG, Dr. h.c. Ludwig Georg Braun, Europas modernste Infusionslösungsfertigung eröffnet. 1 Million Behälter gefüllt mit Infusionslösungen werden hier täglich für Europas Gesundheitsmärkte produziert. Die Investition in Höhe von 150 Millionen Euro wurde durch einen Standortsicherungsvertrag zwischen Unternehmensleitung und Mitarbeitern ermöglicht. Vor 450 geladenen Gästen drückte Dr. h.c. Ludwig Georg Braun seine große Freude und Dankbarkeit über das gemeinsam Erreichte aus: „Die neue Infusionslösungsfertigung wird nicht nur von Unternehmen und Mitarbeitern, sondern im Besonderen auch von der nächsten Familiengeneration getragen. Die Investition belegt unser Vertrauen in den Standort Deutschland, wo B. Braun in den letzten fünf Jahren 814 Arbeitsplätze geschaffen hat.“ Er betonte, wie wichtig es sei, dass hinter der größten Investition in der Unternehmensgeschichte eine „geschlossene Mannschaft“ stehe. Braun dankte allen, die dazu beigetragen haben, die neue Infusionslösungsfertigung innerhalb von drei Jahren – von der Idee bis zur Realisierung - fertig zu stellen. Vorbild für Deutschland Bundespräsident Horst Köhler wertete in seinem Grußwort die neue Fertigungsstätte als Beispiel dafür, dass es möglich sei, in unserem Land auch unter den neuen Bedingungen des internationalen Wettbewerbs Arbeitsplätze zu halten und neue zu schaffen. „Das ist ermutigend in einer Zeit, in der die hartnäckig hohe Arbeitslosigkeit unsere drückendste Sorge ist und in der sich so viele Menschen vergeblich um Arbeit bemühen. Ich bin auf der Suche nach Vorbildern in Deutschland. Deshalb bin ich heute hier.“ Der Bundespräsident interessierte sich entsprechend besonders für den Standortsicherungsvertrag, der ein Ausdruck des Vertrauens zwischen Unternehmensleitung und Belegschaft sowie in die eigene Leistungsfähigkeit sei. „Ich B|BRAUN bin beeindruckt von der Energie, Kraft und Solidarität, die ich hier heute in Melsungen erlebt habe“, so Köhler. Vollautomation für höchste Qualität und Sicherheit 150 Mitarbeiter produzieren in der neuen Fertigungsstätte in drei Produktionslinien pro Jahr 220 Millionen Infusionslösungsbehälter mit 48 verschiedenen Infusionslösungen – vollautomatisiert, auf einer Fläche, die der Größe von vier Fußballfeldern entspricht. Von der Abfüllung über die Sterilisation bis hin zur Verpackung sind alle Prozesse, Maschinen und Systeme elektronisch miteinander vernetzt. „Der Kundenauftrag wird per EDV direkt an die Maschine weitergegeben und hat so direkte Auswirkungen auf die Produktionsplanung“, erklärte Projektleiter Dr. Frank Hähner eine der Besonderheiten der neuen Fertigungsstätte. Das „Herzstück“ der neuen Produktionsanlage ist die so genannte Bottelpack-Maschine, in der die Infusionslösungsflaschen in einem Arbeitsgang geblasen, befüllt und verschlossen werden. „Die Maschine produziert in einer Rotationsbewegung. Dies ermöglicht nahezu eine Verdreifachung der bisherigen Kapazität“, so Dr. Hähner. Die Vollautomatisierung schafft nicht nur einen besonders großen Ausstoß, sondern auch mehr Sicherheit für die Produktion von Infusionslösungen. „In der neuen Produktionsstätte stellen wir Infusionslösungen auf höchstem Qualitätsniveau her und setzen damit einen neuen technologischen Standard innerhalb unserer Branche“, stellte Dr. Hähner heraus. Die Qualitätssicherung des neuen Werkes ist ebenfalls automatisiert. Eine elektronische Herstelldokumentation zeichnet die Produktionsschritte lückenlos und parallel zum Produktionsprozess auf. 300.000 Seiten Papier können so pro Jahr eingespart werden. Ein Beitrag zum Umweltschutz, der sich auch in ganzheitlichen Energiekonzepten für die neue Infusionslösungsfertigung widerspiegelt. „Bei der Produktion von Infusionslösungen benötigen wir große Mengen an Energie. Durch ganzheitliche Energiekonzepte – wie der Nutzung von Abwärme – können wir beispielsweise 450.000 Liter Heizöl, 900 Tonnen CO² oder 30% Frischwasser pro Jahr einsparen“, hielt Dr. Hähner fest. Standortsicherung durch gemeinsamen Kraftakt Ein Standortsicherungsvertrag drückt die Bedeutung der neuen Infusionslösungsfertigung und das Engagement von Unternehmensleitung und Mitarbeitern aus – und brachte die Entscheidung für den Standort Melsungen. Die Inhalte des Standortsicherungsvertrags: alle 4.600 Mitarbeiter am Standort Melsungen leisten innerhalb von fünf Jahren 520 unentgeltliche Mehrarbeitsstunden. Dieses Kontingent kann flexibel vom Unternehmen abgerufen werden und führt daher nicht zu einer Steigerung der Wochenarbeitszeit. „Gemeinsam mit der Unternehmensleitung haben wir außerdem vereinbart, dass die Mehrarbeit zu einem großen Teil für Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen genutzt wird“, erklärte Betriebsratsvorsitzender Peter Hohmann. Im Gegenzug erhalten die Mitarbeiter eine Arbeitsplatzgarantie bis zum Jahr 2009 sowie eine Gewinnbeteiligung nach Ablauf des Vertrags. Peter Hohmann sieht in der Vereinbarung aber auch eine nachhaltige Wirkung: „Der Standortsicherungsvertrag ist ein wichtiger Aspekt der Standortsicherung und wird nicht nur heute, sondern auch in Zukunft Arbeitsplätze am Standort Melsungen sichern.“ Dass der Vertrag bereits heute positive Auswirkungen auf den Standort hat, zeigt die Steigerung der Mitarbeiterzahl bei B. Braun in den letzten fünf Jahren. Wäre die neue Infusionslösungsfertigung nicht in Nordhessen errichtet worden, wären mittelfristig 750 Arbeitsplätze am Standort Melsungen verloren gegangen. Höhere Kapazitäten für einen Bestseller Über 600 Millionen mal werden Infusionslösungen jährlich in Europa angewendet. Jede Dritte davon ist in Ecoflac plus abgefüllt. Die große Nachfrage nach diesem Infusionslösungsbehälter von B. Braun war der Grund für den Neubau der Fertigungsstätte. „Ecoflac plus ist bei unseren Kunden so beliebt, weil er die Vorteile eines Infusionsbeutels mit denen einer Flasche kombiniert - er ist standfest, transparent und griffig“, erklärte Dr. Meinrad Lugan, Vorstand der Sparte Hospital Care. Zudem erhöhe er die Sicherheit beim Zumischen von Medikamenten für den Anwender und läuft unbelüftet leer – ein Sicherheitsplus im heute so hektischen Klinikalltag. Die starke Nachfrage verlangte nach größeren Produktionskapazitäten. Und so entschloss sich B. Braun zu dem Neubau, der neben einer Steigerung der Kapazität auch die Möglichkeit zur Prozessoptimierung bot – mit Hilfe der eigenen Erfahrungen, aber auch mit dem Know-how anderer Branchen wie der Automobil- und Lebensmittelindustrie. Jetzt ist es das Ziel, neue Märkte, vor allem in Osteuropa, zu erschließen. „Die neue Infusionslösungsfertigung ist der Beweis dafür, dass durch die Kombination von modernster Produktionstechnologie und dem persönlichen Einsatz von Mitarbeitern und Unternehmen die Herstellung von Produkten höchster Qualität und Sicherheit auch heute am Standort Deutschland möglich ist. Und das zu wettbewerbsfähigen Preisen“, fasste Dr. Meinrad Lugan zusammen. B. Braun investiert weiter In direkter Nachbarschaft zur neuen Infusionslösungsfertigung wird bis zum Jahr 2006 das so genannte Technikum entstehen. In dieses Forschungs- und Entwicklungszentrum für Pharmaprodukte investiert B. Braun weitere 10 Millionen Euro, um seine Marktstellung im Bereich Pharmaprodukte zu halten und zukünftig auszubauen. Das Technikum wird in unmittelbarer Nähe der neuen Infusionslösungsfertigung errichtet und nutzt deren Infrastruktur zum Teil mit. „Das Technikum dient der Produktion von neuen Pharmaprodukten in Kleinserien. Diese Entwicklungsarbeit sichert nicht nur die Zukunft der Pharmaprodukte bei B. Braun, sondern auch den Standort Melsungen als Forschungs- und Entwicklungszentrum“, so Dr. Meinrad Lugan zu den Zielen des Technikums. Kontaktinformationen: B. Braun Melsungen AG Stabsabteilung Unternehmenskommunikation Telefon: 05661/71-3801 / E-Mail: presse@bbraun.com
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