Auto, Motor, Verkehr
Stuttgart, 27.05. 2008 10:00
Behr trotz Ergebnisrückgang auf Wachstumskurs durch Globalisierung und neue Produkte
Die auf Fahrzeug- klimatisierung und Motorkühlung spezialisierte Behr-Gruppe konnte im vergangenen Geschäftsjahr den Umsatz um 6,1 Prozent auf 3,38 Mrd. EUR steigern. Währungsbereinigt hätte die Steigerung 8,2 Prozent betragen. In Europa, Nordamerika, Asien und den übrigen Regionen ist Behr stärker als der Markt gewachsen, konnte also weitere Marktanteile hinzugewinnen.Behr trotz Ergebnisrückgang auf Wachstumskurs durch Globalisierung und neue Produkte
Trotz des Umsatzwachstums ging das EBIT um 32,0 Prozent auf 85 Mio. EUR zurück. Das Ergebnis der Geschäftstätigkeit reduzierte sich von 95 Mio. EUR auf 40 Mio. EUR. Die Hauptursachen sind Probleme in Nordamerika und im Industriegeschäft sowie Belastungen durch Rohmaterialpreissteigerungen, vor allem für Edelstahl.
Behr hat das gruppenweite Ergebnissteigerungsprojekt „2010“ gestartet, das mit Produktion, Entwicklung, Verwaltung und Vertrieb alle Stufen der Wertschöpfung umfasst. Ziel ist, wieder eine Umsatzrendite von 3 Prozent zu erreichen.
In der Behr-Gruppe wurden 2007 169 Mio. EUR investiert, 12,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Den Schwerpunkt bildeten Maschinen und Fertigungseinrichtungen für die Werke in den USA, Mexiko, Tschechien und Deutschland.
Der Entwicklungsaufwand betrug 241 Mio. EUR oder 7,1 Prozent vom Umsatz. Das ist eine Steigerung um 5,2 Prozent.
Zum Jahresende arbeiteten 19.448 Beschäftigte in der Behr-Gruppe, 4,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Das Unternehmen verzeichnete vor allem Zuwächse in den Wachstumsmärkten Osteuropa, Indien und China. Aber auch in Deutschland konnten neue Arbeitsplätze geschaffen werden.
Der ROCE, also der Rückfluss auf das eingesetzte Kapital, liegt mit 7,0 Prozent um 3,3 Prozentpunkte unter dem Vorjahr.
Behr America
Die Entwicklung von Behr America im Berichtsjahr prägten zwei Einflüsse: die Marktverhältnisse und tiefgreifende Veränderungen des Produktprogramms.
Der Marktrückgang bei Pkw war bei den Hauptkunden in den USA, den Big Three, noch stärker als insgesamt. Hinzu kamen starke Schwankungen der Abrufe, die ebenfalls eine Folge der Marktverfassung sind. Als Marktführer bei schweren und mittleren Nkw traf Behr America der Produktionsrückgang um 36 Prozent mit voller Kraft.
2007 war außerdem ein Jahr tiefgreifender Umwälzungen im Produktprogramm von Behr America. Alle Nkw-Kühlsysteme liefen neu an, weil sich die Kunden an die neue Abgasnorm US07 anpassen mussten. Bei Pkw gelang es, die Kundenbasis erheblich zu verbreitern: Behr hat inzwischen bei allen Big Three und den europäischen Transplants signifikante Lieferanteile. Um dies zu erreichen, mussten jedoch in Dayton gleichzeitig die Anläufe von sechs Großprojekten gestemmt werden. Aufgrund dieser Überlast wurden auch Rationalisierungsprojekte verzögert. Diese Belastungen drückten ebenfalls auf das Ergebnis von Behr America. Insgesamt ergab sich in den USA eine Verlustsituation, die, wenn auch abgemildert, auch noch 2008 bestehen wird.
„Behr America ist inzwischen auf gutem Weg, 2010 wieder ein gutes Ergebnis zu erzielen“, so Dr. Markus Flik, Vorsitzender der Behr-Geschäftsführung. Wichtige Meilensteine dabei sind:
1. Erfolgreiche Verhandlungen mit der Gewerkschaft im Werk Dayton, Ohio, die dort zu einer deutlichen Kostensenkung und zu einer höheren Flexibilität geführt haben.
2. Die Konzentration der gesamten Montage von Klimageräten von Behr America in Dayton. Damit verbunden war die Teilschließung des Produktionsstandorts in Fort Worth. Dort wird Behr jedoch weiterhin Ersatzteile herstellen.
3. Die Stabilisierung der Prozesse in den nordamerikanischen Werken und damit die Steigerung der Produktivität. Dies geschah mit Unterstützung aus der gesamten Behr-Gruppe.
4. Das neue Werk in Mexiko ist erfolgreich angelaufen und erreicht gute Produktivitäts- und Qualitätswerte. Dies ist eine solide Basis für den weiteren Ausbau des Werks, insbesondere für die Produktion von Kondensatoren.
Behr Industry
Auch Behr Industry hat im vergangenen Jahr operative Schwächen gezeigt. Die Gesellschaft entwickelt und fertigt Kühlungs- und Klimatisierungssysteme vor allem für Schienen- und Sonderfahrzeuge, Bau- und landwirtschaftliche Maschinen sowie Großmotoren. Das starke Umsatzwachstum von 18,1 Prozent führte zu einer Überlastung der Werke und erheblichen Rückständen. Zusätzlich hat sich der deutlich gestiegene Kupferpreis negativ auf das Ergebnis ausgewirkt.
Behr Industry führt derzeit neue Prozesse ein, baut die Produktion in Ostdeutschland aus und investiert in die Qualifikation der Mitarbeiter. Diese Maßnahmen werden bereits 2008 zu einem positiven Ergebnis führen. Damit bereitet sich Behr Industry auch auf weiteres profitables Wachstum vor.
Deutschland
Für Behr in Deutschland war 2007 ein gutes Jahr. Der hier erzielte Umsatz lag mit 1 Mrd. EUR um 5,4 Prozent über dem Vorjahr.
Infolge der hohen Auslastung erhöhte sich die Mitarbeiterzahl zum 31.12.2007 um 3,1 Prozent auf 7.316, d. h. es wurden rund 230 neue Arbeitsplätze in Deutschland geschaffen.
2007 investierte Behr in Deutschland 58 Mio. EUR, das ist etwa ein Drittel der Gesamtinvestitionen. Schwerpunkt waren Fertigungseinrichtungen zur Umstellung auf neue Produkte.
Ende Februar 2008 hat Behr gemeinsam mit dem Betriebsrat der Region Mühlacker und der IG Metall eine Standortsicherung für die Region Mühlacker vereinbart. Damit wurden die Voraussetzungen geschaffen, um zusätzliches Produktionsvolumen in die Werke Mühlacker, Pforzheim und Vaihingen zu bringen. Dies ist verbunden mit Investitionen in Höhe von ca. 13 Mio. EUR sowie der Sicherung bestehender und der Schaffung neuer Arbeitsplätze.
„Die Standorte sind bis ins Jahr 2013 hinein gesichert“, erläuterte Wolfgang Schäfer, Geschäftsführer kaufmännischer Bereich.
Wachstum durch Globalisierung und Innovationen
Behr baut seine Position in den Zukunftsmärkten weiter aus. In Brasilien, Mexiko, Osteuropa, Indien und China konnte das Unternehmen 2007 den Umsatz um 10,5 Prozent auf 571 Mio. EUR steigern. Die neuen Werke in Indien, China, Mexiko und Tschechien sind gut angelaufen und bilden eine solide Basis für zukünftige Projekte. 2010 will Behr in diesen Märkten einen Umsatz von ca. 700 Mio. EUR erzielen.
Behr wächst auch durch Produktinnovationen, die zur Senkung des CO2-Ausstoßes und damit des Kraftstoffverbrauchs beitragen:
1. Bei Klimaanlagen senkt Behr den CO2-Ausstoßdurch eine weitere Steigerung der Effizienz und die Einführung des neuen Kältemittels R744.
2. Bei der Motorkühlung sind die für das Unternehmen wichtigen Trends die Aufladung und die Abgasrückführung. Beide zusammen ermöglichen die Erfüllung schärferer Emissionsvorschriften bei minimalem Verbrauch. Mit neuen Komponenten treibt Behr die Entwicklung dieser Systeme voran.
3. Schlüsselkomponente bei jedem Hybrid- oder Elektrofahrzeug ist die Hochleistungsbatterie. Sie muss aktiv gekühlt werden. Behr hat das Know-how dafür.
Ausblick
2008 verlangsamt sich das weltweite Wachstum der Pkw-Produktion auf 3 Prozent. Westeuropa und Japan werden stabil sein, während in Nordamerika mit einem weiteren Rückgang zu rechnen ist. Brasilien, Osteuropa, Indien und China werden weiter wachsen, aber voraussichtlich langsamer als 2007.
Die Nkw-Produktion dagegen sollte mit einem Plus von 5 Prozent weltweit auf Wachstumskurs bleiben. Entgegen früheren Einschätzungen könnte auch in Westeuropa ein leichtes Plus erreicht werden. Andererseits ist es zweifelhaft, ob die für Nordamerika vorhergesagte Erholung wirklich eintritt.
Auf den Rohstoffmärkten erwartet Behr weitere Preissteigerungen für Aluminium, Edelstahl und Kunststoffe.
Die Behr-Gruppe wird 2008 weiter wachsen, aber langsamer als 2007. 2008 bestehen die Belastungen durch Nordamerika und die Rohstoffpreise fort und es sind Aufwendungen für weiteres Wachstum geplant. Daher geht Behr trotz der ersten Beiträge des Ergebnissteigerungsprojekts „2010“ von einem Ergebnis auf Vorjahresniveau aus.
„Wir haben uns für 2010 klare Ziele gesetzt: einen Umsatz von über 3,7 Mrd. EUR, ein Ergebnis von 3 Prozent vom Umsatz und einen ROCE von über 10 Prozent“, so Flik.
Zum Unternehmen:
Die Behr GmbH & Co. KG, Stuttgart, ist Systempartner der internationalen Automobilindustrie. Die Unternehmensgruppe ist spezialisiert auf Fahrzeugklimatisierung und Motorkühlung und zählt weltweit zu den führenden Erstausrüstern bei Pkw und Nutzfahrzeugen. Der Umsatz betrug im Geschäftsjahr 2007 ca. 3,4 Mrd. EUR. Behr beschäftigt in 17 Entwicklungs-standorten und 30 Produktionswerken sowie 13 Beteiligungsgesellschaften weltweit ca. 19.500 Mitarbeiter.
Kontaktinformationen:
Behr GmbH & Co. KG
Stephanie Reuter
Leiterin Kommunikation Gruppe
Mauserstraße 3
70469 Stuttgart
Deutschland
Tel.: 0711 / 896-2645
Fax: 0711 / 896-2348
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