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Afrika-Malaria-Tag 2005: Produktionsmangel an wirksamen Medikamenten bremst Kampf gegen Malaria Anlässlich des Afrika-Malaria-Tages am 25. April kritisiert die internationale Hilfsorganisation ÄRZTE OHNE GRENZEN die Initiative „Roll Back Malaria“, sich nicht genug für die Produktion und Auslieferung von wirksamen Medikamenten gegen die Infektionskrankheit einzusetzen. Um den Tod von Tausenden von Malariapatienten zu vermeiden, müssten mehr Kombinationspräparate auf der Basis des Wirkstoffs Artemisinin (ACT) zur Verfügung stehen. Doch Hersteller solcher Mittel halten ihre Verpflichtungen hinsichtlich der Produktion nicht ein. Malaria tötet jedes Jahr rund zwei Millionen Menschen, die Hälfte davon sind Kinder. Eine der Hauptursachen hierfür liegt darin, dass Medikamente wie Chloroquin ihre Wirkung verloren haben, weil die Parasiten inzwischen dagegen resistent sind. Es gibt jedoch wirksame Medikamente wie das vom Schweizer Pharmakonzern Novartis produzierte Coartem®. Das Mittel enthält den Wirkstoff Artemisinin, der aus der chinesischen Heilpflanze Artemisia annua gewonnen wird. Im Rahmen der Partnerschaft „Roll Back Malaria“ schlossen Novartis und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Jahr 2001 ein Übereinkommen. Darin verpflichtete sich das Unternehmen, bis zum Jahr 2010 die weltweit notwendigen Mengen des Medikamentes Coartem® zu Selbstkostenpreisen an den öffentlichen Sektor in Entwicklungsländern und an Non-Profit-Organisationen zu liefern. Aber die Bilanz für das Jahr 2005 ist ernüchternd: Novartis wird nur die Hälfte der 60 Millionen Behandlungensrationen produzieren, die die WHO bestellt hat. Die bereits produzierten Mengen reichen bei weitem nicht für eine Behandlung der weit mehr als 100 Millionen Menschen aus, die Schätzungen zufolge jährlich eine ACT-Behandlung benötigen. Doch der Hersteller ist nicht allein verantwortlich für den Mangel an wirksamen Medikamenten. Die Beteiligten von „Roll Back Malaria“ teilen sich die Aufgaben: Die WHO ist für Prognosen über den Bedarf an Medikamenten und für ihren Vertrieb verantwortlich, das Kinderhilfswerk UNICEF und der Globale Fonds zur Bekämpfung von HIV/Aids, Tuberkulose und Malaria für die Vorfinanzierung und Novartis für die Produktion. Alle Beteiligten haben sich bislang nicht ausreichend engagiert. Novartis und die WHO erklären den Mangel vor allem damit, dass auf dem Weltmarkt nur unzureichende Mengen des Rohmaterials Artemisinin verfügbar seien. Doch die Prognosen der WHO hätten es Novartis nach Ansicht von ÄRZTE OHNE GRENZEN erlaubt, diesen Mangel rechtzeitig zu erkennen und zu beseitigen. Rechtzeitige Bestellungen garantieren, dass genug Artemisia annua angebaut wird. Durch die Bevorzugung von Coartem® hat die WHO zudem eine monopolähnliche Situation geschaffen. Die WHO muss sich aktiver dafür einsetzen, dass sich neben Novartis auch andere Produzenten zur Erzeugung von Medikamenten auf Artemisininbasis verpflichten. Kontaktinformationen: Pressestelle, Christiane Löll, Tel: 030-22 33 77 00 christiane.loell@berlin.msf.org
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