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Leipzig, 22.08. 2007 08:53

SHKG in Leipzig zeigt im Oktober neueste SHK-Technik, die Ressourcen, Umwelt und Geldbeutel schont



Energieeffizienz - die Antwort auf Klimawandel, Ölpreis und Versorgungsunsicherheit



Wenn am 24. Oktober die SHKG - Messe für Sanitär, Heizung, Klima und Gebäudeautomation - in Leipzig öffnet, ist der Ansturm von Fachbesuchern vorprogrammiert. Für Industrie, Handwerk und Handel sowie Architekten, Ingenieure und Planer wird die SHKG im Herbst besonders interessant sein, weil sich dieses Mal vieles um das Thema Energieeffizienz dreht. Damit dürfte die Leipziger Schau in einer Zeit, in der täglich über Klimawandel, Versorgungs-sicherheit und explodierende Kosten für Öl und Gas diskutiert wird, einen Nerv treffen.



Auch das Thema Energieausweis bewegt die Branche: Vermieter und Verkäufer von Gebäuden und Wohnungen müssen einen solchen Ausweis künftig Interessenten vorlegen und damit klare Aussagen über die Energiekosten pro Quadratmeter und Jahr treffen. Die neue Energieeinsparverordnung (EnEV) wird am 1. Oktober 2007 und damit kurz vor der SHKG in Kraft treten und den Energieausweis verpflichtend einführen - für viele sicher ein Anstoß, in effizientere Technik zu investieren.

Genau diese innovative energiesparende Technik werden Hersteller auf der SHKG zeigen. Fachbesucher finden auf der Messe einen kompakten Überblick über alles, was der Markt an neuen Entwicklungen bereithält und was sie ihren Kunden anbieten können. Denn Kunden erwarten von ihrem Fachhhandwerker längst mehr als nur den sachgerechten Einbau von Technik, sondern auch, dass der Experte ihrer Wahl auf dem neuesten Stand ist und sie in Sachen Energieeinsparung kompetent berät.

Informationen aus erster Hand bekommen Fachbesucher dazu nicht nur in der Ausstellungshalle der SHKG, sondern auch auf den parallel veranstalteten Messen baufach (Baufachmesse) und efa (Fachmesse für Gebäude- und Elektrotechnik, Klima und Automation, alle vom 24. bis 27. Oktober 2007), auf denen ebenfalls das Thema Energieefizienz im Fokus steht. Zusätzliche Infos und einen Austausch mit Experten bietet das SHKGforum "SHKG-Märkte und Energieeffizienz durch moderne Anlagentechnik" vom 24. bis 26. Oktober 2007. Dr. Arnd Klein-Zirbes, Projektdirektor der SHKG: "Thematisch abgedeckt wird praktisch alles vom Einsatz erneuerbarer Energien über energieeffiziente Anlagentechnik und umweltbewusstes Bauen bis hin zum Marktpotenzial von Wärmepumpe und Fotovoltaik."

Zukunftstrend: Kombinierte Systeme

Wie also kann beim Heizen und Klimatisieren, bei der Warmwasser-bereitung und beim Lüften Energie effizient genutzt bzw. eingespart werden, so dass Ressourcen, Umwelt und Geldbeutel gleichermaßen geschont werden?

"Grundlegend: durch optimierte Technik und die Verwendung erneuerbarer Energien", sagt Henning Schulz, Sprecher der STIEBEL ELTRON GmbH & Co. KG Holzminden. Das Unternehmen ist eines der zahlreichen renommierten Aussteller auf der SHKG. "Der Trend in Sachen Heizung geht aktuell klar zur Wärmepumpe. Der einstige Geheimtipp erobert immer mehr Terrain. 2007 werden in Deutschland voraussichtlich 55.000 Wärmepumpen neu installiert - zehnmal so viel wie 2000." Dass die Technologie boomt, wundert nicht, denn „im Vergleich zu Öl- oder Gasheizungen verursacht die Wärmepumpe nur noch etwa die Hälfte der Heizkosten“, sagt Schulz.

Dr. Kai Schiefelbein, Geschäftsführer Technik bei STIEBEL ELTRON: "Bis zu 80 Prozent der benötigten Heizwärme können in einem Gebäude mit Wärmepumpen durch erneuerbare Energien aus der Umwelt bereitgestellt werden. Das spart Primärenergie und CO2-Emissionen und macht zudem unabhängiger von Gas- oder Öl-Importen." Jährlich schult das Unternehmen über 20.000 Handwerker, Architekten und Planer, damit sie über die neueste Technik und deren Potenziale sowie den korrekten Einbau auf dem Laufenden sind. Als einen der Zukunftstrends nennt Schiefelbein kombinierte Systeme, die nicht nur die zentrale Warmwasserversorgung und Beheizung übernehmen, sondern zugleich auch für die Be- und Entlüftung von Wohn- und Einfamilienhäusern sorgen – und das alles mit kostenloser Energie aus der Umwelt, über eine Wärmepumpe oder Solaranlage. Stichwort Be- und Entlüftung: Geräte dafür gewinnen an Bedeutung, denn immer dichtere und besser gedämmte Gebäude erfordern Lösungen für den Mindestluftaustausch, um Feuchteschäden auszuschließen. Besonders effizient und umweltschonend arbeiten sie mit einer Solaranlage oder mit Rückgewinnung der Energie aus der warmen Abluft.

Beim Thema Warmwasserbereitung rückt laut Initiativkreis "Wärme+" eine dezentrale Versorgung immer mehr in den Fokus. Elektronische Durchlauferhitzer und Kleinspeicher sparen durch die verbrauchsnahe Erwärmung, kurze Leitungswege und die konstante Auslauftemperatur gegenüber zentral gesteuerten Systemen bis zu 65 Prozent Energie.

Handwerk: Kunden erwarten Energieberatungskompetenz

Bis zu vier Millionen Heizungsanlagen in Deutschland sind technisch veraltet und müssten dringend durch moderne, energiesparende Wärmetechnik ersetzt werden. Jahr für Jahr kommen 300.000 Heizungen hinzu, die die maximale Altersgrenze von 25 Jahren überschreiten. Diese Zahlen nennt Bruno Schliefke, Präsident des Zentralverbandes Sanitär Heizung Klima/Gebäude- und Energietechnik Deutschland (ZVSHK/GED) in Sankt Augustin.

Doch die überwiegende Mehrheit der Deutschen glaubt offenbar dennoch, modernste Technik im Keller zu haben. Eine emnid-Umfrage im Auftrag des ZVSHK ergab jetzt, dass 70 Prozent der Bundesbürger der Überzeugung sind, ihre Heizung arbeite effizient und sei umwelttechnisch auf dem neuesten Stand. "Diese Fehleinschätzung bedeutet verpulverte Energie und verschenktes Geld“, urteilt Schliefke.

"Als größte Gruppe des installierenden Gewerbes ist das SHK-Handwerk gefordert, eine deutliche Effizienzsteigerung in der Energie- und Gebäudetechnik zu realisieren. Eine immer größere Rolle spielen dabei erneuerbare Energien. In zehn bis 15 Jahren werden Solarenergie, Biomasse und Geothermie über die Hälfte des heutigen Wärmebedarfs in Deutschland abdecken können. Um diese Energieträger am Markt zu etablieren, werden SHK-Unternehmer gefragt sein, die neben ihrem technischen Sachverstand und ihren handwerklichen Fähigkeiten durch ihre Nähe zum Kunden vor allem auch Dienstleister und Berater in Sachen Energieeffizienz sein müssen", fordert Schliefke.

Technische Neuerungen würden dabei laufend zu neuen, speziellen Arbeitsfeldern führen. Um diese zu beherrschen zu lernen, bietet der Verband den SHK-Handwerkern Weiterbildungen zum Energieberater an. "Diese Kurse werden von Handwerksmeistern stark nachgefragt und sind regelmäßig ausgebucht", weiß Frank Ebisch, Sprecher des ZVSHK. "Wir beobachten, dass SHK-Handwerker verstärkt Branchenmessen besuchen, um sich über die neueste Technik zu informieren. Nirgendwo sonst gibt es die Möglichkeit, sich in kurzer Zeit einen so guten Gesamtüberblick zu verschaffen. In diesem Sinne erwarten wir von SHKG in Leipzig sehr viel."

Durch komplexe Simulation und fein
abgestimmte Koordination zu mehr Energieeffizienz

"Der BHKS vertritt auch die Erbauer komplexer Anlagen der technischen Gebäudeausrüstung für große Bauvorhaben“, sagt Clemens Schickel, technischer Referent im BHKS, Bundesindustrieverband Heizungs-, Klima-, Sanitärtechnik/Technische Gebäudesysteme e. V. in Bonn. "Auch uns brennt das Thema Energieeffizienz auf den Nägeln. Zwei Trends zur Steigerung der energetischen Effizienz sehe ich hier aktuell: erstens eine immer umfangreichere Anlagenplanung mit komplexer Simulation und zweitens ein immer perfekteres Feintuning und Zusammenspiel verschiedener TGA-Anlagen durch Gebäudeauto-mationssysteme.“

Eine Veränderung in der Anlagenkonstellation - zum Beispiel die Einkopplung von Abwärme aus anderen Prozessen oder von Erdwärme bzw. Solarenergie - habe positive Auswirkungen auf die Energie-einsparung, erklärt Schickel. Diese Prozesse würden immer komplexer werden, aber auch mehr Einsparpotenzial bieten. "Um die Komponenten einer Anlage optimal aufeinander abzustimmen, werden deshalb die Folgen von Veränderungen immer genauer und aufwändiger simuliert. Je genauer die Simulation, desto größer der Effekt", so der Experte.

Energieeffizientes Bauen vom Reißbrett an

Auch die Architekten haben Energieeffizienz als Thema und Argument im Wettbewerb erkannt. "Dabei geht es nicht nur um innovative Technik, sondern um ganzheitliche Planungen und Konzepte für ein Gebäude, und zwar vom Reißbrett an", sagt Bernd Blaufelder, Geschäftsführer des Bundes Deutscher Architekten BDA in Berlin. "Ein energetisch optimiertes Haus beginnt schon bei der Ausrichtung, der Fassade und der Anordnung der Räume. Dabei werden klimatische Bedingungen ebenso berücksichtigt wie die thermophysikalische Beschaffenheit der Baustoffe sowie das thermische Empfinden der Nutzer. Da beim Bauen Nachhaltigkeit gefragt ist, hat energiesparende Architektur großes Marktpotenzial."

Energieeffizienzte Architektur beinhalte mehr als die Integration von Solarelementen in Fassade und Dach, sondern betrachte das Gebäude und die individuellen Nutzerbedürfnisse als Ganzes, so Blaufelder. Dazu gehörten Baustoffe mit guter Wärmedämmung, effiziente Heizungs-anlagen, Reduzierung von Lüftungswärmeverlusten, Solaroptimierung, sommerlicher Wärmeschutz sowie die Nutzung erneuerbarer Energien. Besonders bei der Sanierung von Altbauten sei durch fixe Raumhöhen, Vorgaben des Denkmalschutzes oder thermisch nicht mehr trennbare Unterkellerungen interdisziplinäres Know-how des Architekten gefragt.



Kontaktinformationen:
Leipziger Messe GmbH
Stefan Luig
Tel.: +49 (0) 341 / 6 78 - 81 94
Fax: +49 (0) 341 / 6 78 - 81 82
E-Mail:

Internet: http://www.shkg-leipzig.de


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