Medizin, Pharma
Hannover, 20.09. 2006 14:31
"Das große Vergessen"
Welt-Alzheimertag am 21. September 2006
"Mit dem Papa stimmt was nicht". Die erwachsene Tochter sprach als erste aus, was bald traurige Realität wurde - der Vater leidet an Alzheimer.
Die Alzheimer Krankheit ist die häufigste Form der Demenz und kann jeden treffen. Nach Angaben der Techniker Krankenkasse Niedersachsen (TK) leben in Niedersachsen rund 100.000 Menschen an einer Demenz - jährlich kommen 2000 Betroffene dazu. Deutschlandweit wird die Zahl der Erkrankten auf eine Million geschätzt.
In einem Zeitraum von fünf bis zehn Jahren führt die Alzheimer Krankheit zum Tode und ist nicht heilbar. Der Psychiater Alois Alzheimer, der als Namensgeber die Krankheit 1906 erstmals beschrieben hat, erklärte das Leiden wie folgt:: "Es handelt sich um eine Krankheit der Nervenzellen, deren Stoffwechsel gestört ist. Die Informationen im Gehirn können nicht mehr richtig weitergeleitet werden".
Je höher das Alter eines Menschen, desto anfälliger ist er, an Alzheimer zu erkranken. Betroffene verlieren die Orientierung, die Kontrolle über sich selbst, ihre Persönlichkeit verändert sich und sie können sogar einfache Tätigkeiten nicht mehr verrichten. Nach und nach verlieren die Demenzkranken das Gedächtnis und auch die Sprache ist beeinträchtigt. Wichtig ist es - auch für Angehörige - auf erste Signale zu achten. War jemand stets gut organisiert und vergisst plötzlich einen Termin nach dem anderen, sollte er sich vom Arzt untersuchen lassen, rät die TK. Durch neurologische Tests kann der Arzt feststellen, ob es sich tatsächlich um Alzheimer handelt. Durch Medikamente können die Symptome günstig beeinflußt und das Voranschreiten der Krankheit verlangsamt werden werden.
Doch jeder kann frühzeitig etwas gegen die Krankheit tun:
"Wer geistig und körperlich aktiv bleibt, beugt Demenz vor", erklärt Ulrike Mickelat, Sprecherin der TK. Tanzen beispielsweise hält fit. Die Zauberformel beim Tanzen heißt Ausdauer, Koordination und Konzentration. Nebenbei werden beide Gehirnhälften trainiert. Das Lernen von Schritten und Figuren schult das Gedächtnis.
Wichtig ist es auch, genug zu Essen und zu Trinken. Ein Mangel an Vitaminen und Flüssigkeit schwächt das Gehirn und verschlimmert das Krankheitsbild. Wer jede Woche mindestens drei Gläser Obst- oder Gemüsesaft trinkt, kann sein Alzheimer-Risiko laut einer US-Studie um rund 75 Prozent verringern. Auch Sudoku ist ein ideales Spiel für Gehirnjogger. Es verbessert die Kombinationsgabe und logisches Denken.
Weitere Informationen unter www.deutsche-alzheimer.de. Für Interessierte gibt es ferner in allen TK-Geschäftsstellen die kos-tenlose Broschüre "Demenz".
Kontaktinformationen:
Ulrike Mickelat, Tel. 0151 - 14 53 50 37, eMail:
Homepage: www.tk-online.de/lv-niedersachsen
Drucken der Pressemitteilung