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Nürnberg, 16.12. 2004 11:24

Gegen den Umkehrstrom
Für seine Projekte zur Erforschung des Herzinfarktes zeichnet die Novartis-Stiftung Dr. Christian Pott mit einem Graduierten-Stipendium aus

Das Herz rast, die beklemmende Enge im Brustkorb wächst
bedrohlich, der linke Oberkörper schmerzt bis in den Arm hinein, der kalte Schweiß rinnt
über die Stirn, die Übelkeit lässt einen schwindeln und erbleichen, schließlich durchdringt die
Todesangst die Seele: Allein in Deutschland trifft der akute Herzinfarkt Jahr für Jahr etwa
300.000 Menschen. Die Zahl der Todesopfer liegt bei 170.000 – das sind 465 Patienten
täglich! Doch noch immer gibt das akute Infarktgeschehen große Rätsel auf. Dr. Christian
Pott von der Universität Köln beleuchtet die Rolle des so genannten Natrium-Kalzium-
Austauschers, kurz NCX genannt, im gesunden Herzen und bei Herzinfarkt sowie bei
Herzrhythmusstörungen. Seine Leistungen würdigt die Nürnberger Novartis-Stiftung für
therapeutische Forschung jetzt mit einem Graduierten-Stipendium.
Beim Infarkt ist eine der Herzkranzarterien verstopft – diese Adern versorgen den
Pumpmuskel mit lebensnotwendigem Sauerstoff.


Durch die komplette Verstopfung sterben
die Zellen des betroffenen Gewebes ab. Deshalb zählt jede Minute im Kampf ums Überleben.
„Wir vermuten seit längerem, dass der Natrium-Kalzium-Austauscher an den komplexen
Prozessen beim Infarkt beteiligt ist“, erklärt der Stiftungs-Stipendiat.
Dieses Protein hockt in der äußeren Schicht, der „Membran“, der Herzmuskelzellen. Zieht
sich das Herz zusammen, um Blut in den Kreislauf zu pumpen, strömt massenweise Kalzium
in die Zellen ein. Der immense Kalzium-Gehalt würde die Leistungsfähigkeit der Zellen rasch
zerstören. „Im Austausch gegen Natrium“, erklärt Pott, „schaufelt der NCX das Kalzium
deshalb aus der Zelle heraus.“ Allerdings mehren sich die Hinweise, dass das Protein auf
noch mysteriöse Weise die Herzmuskelzellen mit dem unerwünschten Kalzium regelrecht
zumüllt. Dieser „NCX-Umkehrstrom“ kann vermutlich Herzinfarkt und -rhythmusstörungen
begünstigen.

Erstmals ist es US-Forschern mit so genannten Knock-out-Mäusen ohne NCX gelungen,
einem Modellorganismus für die optimale Erforschung des Proteins am gesunden und
kranken Herzen zu etablieren. „Überraschenderweise sind diese Tiere lebensfähig“, sagt der
Kölner Arzt – wahrscheinlich, weil sie weniger Kalzium in die Herzmuskelzellen einschleusen.
Allerdings, so Pott, „sind diese Mäuse nicht gesund.“ Nach jüngsten Studien verändert sich
erstens ihr Herzrhythmus; und zweitens reagieren sie extrem empfindlich gegen Stress.
Mit ihren neuen, von der Novartis-Stiftung geförderten Projekten wollen die Kölner
Mediziner die molekularen Prozesse um den Natrium-Kalzium-Austauscher detailliert
beleuchten. Ziel: ein besseres Verständnis und zumindest langfristig neue Angriffspunkte für
dringend benötigte neue Therapien gegen Herzinfarkt und Herzrhythmusstörungen zu finden
– sozusagen gegen den Umkehrstrom.
Die Novartis-Stiftung für therapeutische Forschung in Nürnberg gehört zu den ältesten und
größten Unternehmensstiftungen in Deutschland. Ihr Stiftungsvolumen umfasst jährlich etwa
650.000 Euro.
Über Novartis
Die Novartis AG (NYSE: NVS) ist ein weltweit führendes Unternehmen in den Bereichen Pharma und Consumer
Health. Im Jahr 2003 erzielte der Konzern einen Umsatz von USD 24,9 Milliarden und einen Reingewinn von
USD 5,0 Milliarden. Der Konzern investierte rund USD 3,8 Milliarden in Forschung und Entwicklung. Novartis
hat ihren Sitz in Basel (Schweiz). Die Novartis Konzerngesellschaften beschäftigen rund 80.000 Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter in über 140 Ländern. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter
http://www.novartis.de.


Kontaktinformationen:
Novartis Pharma GmbH
Roonstraße 25
90429 Nürnberg
http://www.novartispharma.de
Dr. Michaela Paudler-Debus
Corporate Business &
Public Affairs
Leiterin Kommunikation
Tel +49 911 273 12462
Fax +49 911 273 12971
michaela.paudler-debus@pharma.novartis.com

Novartis Consumer Health GmbH
Communications
Zielstattstraße 40
81379 München
Deutschland
Fon: 089 / 78 77 266
Fax: 089 / 78 77 250
Email: communications.munich de@ch.novartis.com


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