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MPG MEDIENPRODUKTION G. Grabsdorf Dipl.-Ing.(FH) :

  Wirtschaft, Handel
 
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Bochum, 29.10. 2003 14:30



Ölreserven der russischen TNK-BP könnten sich mehr als verdoppeln

Die BP p.l.c. in London teilte heute mit, dass die Ölreserven des neuen russischen Joint Ventures von TNK-BP, die derzeit bei 4,1 Milliarden Barrel liegen (Einschätzung nach Maßstäben der US Securities & Exchange Commission), mehr als doppelt so hoch geschätzt werden können, wenn man statt dessen die Kriterien der SPE (Society of Petroleum Engineers) zugrundelegt.




Die SPE bezieht die wirtschaftlich mögliche Produktion über die gesamte Lebensdauer des Ölfeldes mit ein, während die SEC nur das Volumen berücksichtigt, das während der Gültigkeit der Lizenz tatsächlich produziert werden kann. Entsprechende Anträge zur Ausweitung der Lizenzen liegen jetzt dem russischen Parlament vor.

Diese großen Vorkommen, sowie über 21 Milliarden Barrel Öl und Gasressourcen, die durch das Joint Venture zusammenkommen, präsentierte BP CEO Lord Browne heute der Londoner Finanzwelt im Zusammenhang mit der in 2003 getätigten Investition von 6,8 Milliarden US-Dollar in Russland.

Browne sagte, dass die Ölproduktion von TNK-BP in der ersten Hälfte dieses Jahres im Schnitt 1,2 Millionen Barrel pro Tag betrug, 10 Prozent mehr als in 2002. Etwa 51 Prozent des Ausstoßes wurden als Roh- und 11 Prozent als raffinierte Produkte auf internationale Märkte exportiert. Weitere 9 Prozent gingen zu höheren als Inlandspreisen an die Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS). Das Unternehmen wollte damit die Exportquote weiter erhöhen.

Der erzielte Halbjahresdurchschnittspreis pro Barrel lag bei 21,80 US-Dollar, bei Produktionskosten von 2,50 US-Dollar. Für die Produktion wird eine Steigerung von 12 - 14 Prozent bis Jahresende erwartet und ein weiterer Anstieg von 7 Prozent für 2004. Mit einem stabilen Anstieg von 5 Prozent wird für die darauffolgenden Jahre gerechnet - vorbehaltlich neuer Entwicklungen und neu hinzukommender Ölreserven.

Browne sagte, dass die Kosten "unter Kontrolle sind und wir erwarten, dass sie weiter nach unten tendieren, wenn sich die Synergien aus der Fusion mit TNK und Sidanco einstellen werden."

"Cash-Flows sind in der Zeit von 2001 bis zur Jahreshälfte 2003 zu etwa 30 Prozent reinvestiert worden. Das eingesetzte Kapital lag im Durchschnitt bei 850 Millionen US-Dollar pro Jahr. TNK-BP erwartet kurzfristig eine Steigerung dieses Betrages auf 1 Milliarde US-Dollar oder mehr, wovon 70 Prozent in die Förderung und Produktion fließen werden."

Die niedrigste Dividende werde 40 Prozent des Nettogewinns betragen, sagte er. "TNK-BP plant für die erste Jahreshälfte 2003 eine Dividende von 50 Prozent des Nettogewinns, was in etwa 600 Millionen US-Dollar ausmacht, der BP-Anteil daran wären ca. 300 Millionen US-Dollar."

Wenn das Ergebnis der TNK-Transaktion in der Bilanz für das 1. Halbjahr 2003 konsolidiert worden wäre, wäre das Gesamtergebnis gestiegen, und zwar um 3 Prozent Gewinn pro Aktie, 0,1 Prozent ROCE und 3 Prozent beim Ergebnis nach Steuern. Hochrechnungen zeigen, dass der Gewinnzuwachs sich durch höhere Produktion und niedrigere Kosten noch erhöhen wird.

Browne erklärte, dass die BP Mitarbeiter 40.000 Mannstunden damit verbracht hätten, die operativen, technischen, gesetzlichen und ökologischen Aspekte beim TNK-Deal zu prüfen, bevor man sich für die Investition entschieden habe. BP sei sicher, dass man einen angemessenen Preis für den 50-Prozent-Anteil bezahlt habe.

Der Preis für die nach SEC-Definition geschätzten Ölreserven betrug 4 US-Dollar pro Barrel, deutlich weniger als die 5,8 US Dollar pro Barrel bei der Yukos-Sibneft Fusion. Auf SPE-Basis lag der Preis bei 1,7 US-Dollar pro Barrel. "Es ist bemerkenswert, dass seit der Bekanntgabe unserer Transaktion die russischen Energieaktien mehr als 40 Prozent an Wert gewonnen haben", sagte Browne.

Das Unternehmen hat die Risiken des Russland-Geschäftes eingehend analysiert, zum einen aufgrund eigener Erfahrungen ab 1989, als man erstmals ernsthaft an die Exploration in Russland dachte, aber auch basierend auf den Erfahrungen von Amoco und ARCO, die beide seit Mitte der 90er Jahre verstärkt in Russland tätig waren und jetzt zum BP Konzern gehören.

"Wir haben insbesondere berücksichtigt, dass russische Partner das Verständnis für ein sich schnell änderndes politisches und geschäftliches Umfeld besaßen und nach wie vor besitzen. Wir betrachten unsere Partner von Alfa und Access Renova (AAR) als eine der besten Gesellschafter-Gruppen in Russland, mit einer überzeugenden Erfolgsgeschichte. Zum Beispiel war die Alfa-Bank die Einzige, die ihre Schuldobligationen - sowohl heimische als auch auswärtige - während der Finanzkrise 1998 einlöste", so Browne.

"Wir haben eine starke Beziehung aufgebaut, die durch vergangene Schwierigkeiten auf die Probe gestellt wurde, besonders wegen Sidanco. AAR bringt nicht nur Vermögen und Menschen mit ein, sondern auch Erfahrung und den passenden Ton, um die richtigen Dinge im russischen Umfeld zu tun - insbesondere beim Führen von Beziehungen in einem Land, das sich noch immer verändert."

"Sie wollen nach eigener Aussage TNK-BP nicht nur zu einem erfolgreichen Projekt machen, sondern auch zu einem Unternehmen, welches mit BP in Qualität, Führung, Transparenz, Sicherheit und Ethik ebenbürtig ist. Darum unterstützen sie Präsident Putins Agenda für die Modernisierung."

"BP als ein leistungsfähiges, global engagiertes Unternehmen, bringt nicht nur die erforderliche Zukunftstechnologie ein, sondern auch die Glaubwürdigkeit und die Erfahrung in modernem Management. Es ist eine Partnerschaft mit beiderseitigen Vorteilen."

Browne erklärte, der 50-Prozent-Anteil an TNK-BP betrage etwa 15 Prozent von BP’s gesamter Produktion, ein Prozentsatz, der sich in den nächsten fünf Jahren wohl nicht verändern werde. Er stehe für rund 11 Prozent der gesicherten Öl- und Gasreserven und 3 Prozent des eingesetzten Kapitals.


Kontaktinformationen:
Deutsche BP AG
Bereich Presse & Externe Kommunikation
Wittener Str. 45
44776 Bochum
Telefon: 0049-234/315-2981
EMail: presse@de.bp.com

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