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München, 18.10. 2004 16:23

Die Allianz ist Konsortialführer für den Bau eines großen Petrochemiestandorts, den die BASF über ein Joint Venture in Nanjing realisiert. Die Risikoexperten der Allianz helfen, potentielle Gefahren
Allianz versichert BASF-Projekt in China

Rund 15.000 Menschen arbeiten in Nanjing an dem weltweit größten Bauvorhaben des Chemieunternehmens BASF, das ab Mitte 2005 voll produktionsfähig sein soll. "Die neuen Anlagen, die hier entstehen, stellen die größte Investition der BASF in Asien dar", sagte BASF-Vorstandsmitglied Andreas Kreimeyer, als der damalige Bundespräsident Johannes Rau im September 2003 die Baustelle besuchte. Vorstandsvorsitzender Jürgen Hambrecht bezeichnete es als Meilenstein des Unternehmens im asiatisch-pazifischen Raum.

Gemeinsam mit ihrem Joint-Venture-Partner China Petroleum & Chemical Corporation (Sinopec) investiert die BASF etwa 2,9 Milliarden US-Dollar in den neuen petrochemischen Verbundstandort, der nördlich von Nanjing am Jangtse-Fluss liegt.


Herzstück wird ein sogenannter Steamcracker sein: Pro Jahr soll er 600.000 Tonnen Ethylen sowie andere wichtige Chemierohstoffe herstellen. Damit steigt die chinesische Produktion von Ethylen, das als Grundstoff für etwa 30 Prozent aller Petrochemikalien weltweit dient, um etwa zehn Prozent.

Die Rohstoffe aus dem Steamcracker werden in neun weiteren Anlagen ab Mitte 2005 zu jährlich 1,7 Millionen Tonnen Grundchemikalien weiterverarbeitet. Über einen eigens gebauten Hafen werden sie auf dem Jangtse, dem größten Fluss Chinas, zur letzten Verarbeitungsstufe transportiert. Ein eigenes Gasturbinenkraftwerk, das bereits in Betrieb ist, sorgt für die nötige Energie.

Dadurch wird die BASF ihre Kunden in China zunehmend aus lokaler Produktion versorgen können. Die Endprodukte, die schließlich aus den Grundchemikalien der neuen Anlagen entstehen, rangieren von Farben, Kunstfasern, Pflanzenschutzmitteln, Kunststoffen bis hin zu Vitaminen und Duftstoffen. BASF ist das erste ausländische Chemie-Unternehmen, das eine Genehmigung für ein solches Projekt erhalten hat.







Montage und Betriebsunterbrechung versichert

Die Allianz ist führender Rückversicherer des Projekts. Zunächst versichert das von ihr angeführte Konsortium den Bau des mehrere Quadratkilometer umfassenden Komplexes mit einer Versicherungssumme von etwa zwei Milliarden Dollar. Hinzu kommt eine sogenannte vorgezogene Betriebsunterbrechungs-Versicherung, falls ein versicherter Schaden den geplanten Beginn der Produktionsaufnahme verzögern sollte.

"Aus Sicht des Underwriters war das Projekt eine große Herausforderung", erklärt Honorio Campos von Allianz Global Risks. "Der petrochemische Komplex beinhaltet mehrere Produktionsstufen und unterschiedlichste Anlagen, die alle sowohl einzeln als auch gemeinsam betrachtet werden mussten."

Der Steamcracker ist inzwischen schon fast fertig. Beim Bau wurden spezielle und sehr intensive Sicherheitsmaßnahmen berücksichtigt. "Selbst wenn es dort zu einer Betriebsstörung käme, wären die anderen Anlagen nicht unmittelbar betroffen. Mittelbar könnte das Ausbleiben von Rohstoffen den Vermögensschaden allerdings vergrößern", sagt Campos. Rohrleitungen verbinden die einzelnen Anlagen und den Hafen miteinander und halten das Transportrisiko innerhalb des Komplexes gering.




Das Ergebnis der Analysen war eine maßgeschneiderte Versicherungspolice, die die versicherten Risiken genau definiert. Mit deren Unterzeichnung fing die Arbeit bei der Allianz aber erst richtig an, so Campos: "Gemeinsam mit Allianz Risk Consultants bemühen wir uns, denkbare Gefahren für dieses Projekt frühzeitig zu erkennen und gegenzusteuern. Das senkt nicht nur unser Risiko als Versicherer, sondern nützt auch unserem Kunden."

Der zuständige Risikoberater Klaus Rehfeldt arbeitet eng mit Campos zusammen, der nur einige Büros neben ihm sitzt - wenn keiner von beiden auf Reisen ist. Rehfeldt ist als Chemieingenieur nicht nur vom Fach, sondern verfügt über zwanzig Jahre Erfahrung im Versichern und Beraten großer Bauprojekte.

"Zusätzlich profitiere ich von den Erfahrungen meiner Kollegen", sagt Rehfeldt. "Wir tauschen uns nicht nur in unserem Umfeld aus, sondern arbeiten auch in weltweiten Expertenteams zusammen. Dieser Know-how Transfer ist wichtig, um in punkto Schadenverhütung auf dem neuestem Stand zu sein."




Ein eigenes Gasturbinenkraftwerk, das bereits in Betrieb ist, sorgt für die nötige Energie

Zweimal im Jahr reist Rehfeldt dann auch nach China und beobachtet den Baufortschritt. "Die regelmäßigen Projektberichte sind zwar eine gute Grundlage, aber nichts geht über den persönlichen Augenschein", erklärt er.

"Für das Thema Betriebsunterbrechung ist zum Beispiel wichtig, welche Bereiche 'auf dem kritischen Pfad' sind, wie wir das nennen. Das heißt, dass sie für die nächsten Schritte unersetzlich sind. Besonders wichtig ist, dass ausreichende Zeitreserven eingeplant sind. Für den Standort Nanjing ist er aber optimistisch: "Der Produktionsstart im ersten Halbjahr 2005 dürfte gesichert sein."




Ein Baustellenbesuch sei zwar nur ein "Schnappschuss", doch sagten schon Sauberkeit und Disziplin auf der Baustelle viel über das Risikobewusstsein der Bauherren aus: "Unordnung vergrößert auch immer die Brandgefahr. In Nanjing war mein Eindruck allerdings sehr positiv."

Was natürlich nicht heißt, dass er am Ende seines Besuchs keine Empfehlungen abgäbe - oft zu scheinbaren Kleinigkeiten. "Beispielsweise war ein Extruder - ein Herzstück der Polyethylen-Anlage - bereits aufgebaut. Unmittelbar darüber montierten die Arbeiter aber noch schwere Rohrleitungen. Ich habe angeregt, den Extruder mit einer Holzkonstruktion zu schützen, damit keine Teile auf ihn herunterfallen könnten."

Meist reagiert das Management dankbar auf solche Hinweise. "Die Allianz hat durch ihre globale Tätigkeit ebenso wie die BASF große Erfahrung in der Schadensprävention gesammelt", sagt Friedrich Schüßler, Leiter der BASF-Abteilung Versicherung. "Davon können beide Seiten profitieren."




Diese Aussagen stehen, wie immer, unter unserem Vorbehalt bei Zukunftsaussagen, der Ihnen oben rechts zur Verfügung gestellt wird.



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