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Deutsche Biotech-Branche stabilisiert sich Umsätze steigen wieder / Verluste gehen weiter zurück / Weniger Unternehmen und weniger Beschäftigte / Risikokapital fließt noch spärlich Ernst & Young: Deutscher Biotechnologie-Report 2005 Im vergangenen Jahr konnte die deutsche Biotechnologie-Branche erstmals seit 2002 wieder ein Umsatzwachstum verzeichnen. Allerdings setzte sich gleichzeitig der Konsolidierungstrend der vergangenen Jahre fort. So ist bei den weiteren wichtigen Kennzahlen – Anzahl der Mitarbeiter, Ausgaben für Forschung und Entwicklung – gegenüber dem Jahr 2003 ein weiterer Rückgang zu verzeichnen. Die Zahl der Biotechnologie-Unternehmen in Deutschland ist annähernd unverändert: 346 statt 350. Zu diesen Ergebnissen kommt der sechste deutsche Biotechnologie-Report der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young. Für die Studie wurden deutsche „Core-Biotech-Unternehmen“ untersucht, die ausschließlich moderne Methoden der Biotechnologie entwickeln oder anwenden. Der Gesamtumsatz der Branche stieg um sieben Prozent auf 1,03 Milliarden Euro. Dabei waren die Verluste der Branche weiter rückläufig und lagen bei 486 Millionen Euro (Vorjahr: 549 Millionen Euro).Insgesamt machten 27 Prozent der antwortenden Unternehmen im Jahr 2004 Gewinn. Im Vorjahr waren es 22 Prozent. Die Zahl der Beschäftigten ging wie auch im Vorjahr zurück: um 12 Prozent auf 10.089. „Die gute Nachricht ist, dass die deutsche Biotechnologie-Branche die Talsohle fast durchschritten hat und Licht am Ende des Tunnels zu sehen ist - der Turnaround scheint zumindest beim Umsatz geschafft und der von vielen erwartete massive Einbruch ist ausgeblieben“, kommentiert Alfred Müller, Vorstandsmitglied von Ernst & Young und zuständig für den Bereich Health Sciences, diese Zahlen. Müller gibt allerdings zu bedenken: „Die anhaltenden Rückgänge bei den Mitarbeiterzahlen und den Ausgaben für Forschung und Entwicklung zeigen, dass die Konsolidierung noch nicht abgeschlossen ist“. Im Jahr 2004 gingen in Deutschland insgesamt 31 Unternehmen in die Insolvenz oder wurden aufgelöst (Vorjahr 24), von denen allerdings zwei Unternehmen später akquiriert wurden. Dem standen 26 Neugründungen gegenüber. Lediglich fünf Unternehmen wurden aufgekauft beziehungsweise fusioniert. Für das Jahr 2005 deutet sich bei den Fusionen und Übernahmen allerdings eine Trendwende an: Bis Ende Mai waren bereits 13 Fusionen und Übernahmen mit deutscher Beteiligung zu verzeichnen. Die börsennotierten Unternehmen, die einen sehr geringen Anteil (drei Prozent) an der Gesamtzahl der Unternehmen stellen, verzeichneten einen Umsatzrückgang von zwei Prozent, vereinen aber nach wie vor 50 Prozent des Branchenumsatzes auf sich. Branche weiterhin von kleinen Unternehmen dominiert 80 Prozent der Biotechnologie-Unternehmen beschäftigten weniger als 30 Mitarbeiter. Immerhin erhöhte sich die Zahl der Firmen, die mehr als 100 Mitarbeiter beschäftigen: von 10 im Vorjahr auf 14 Unternehmen in 2004. Im Durchschnitt beschäftigt jedes Biotechnologie-Unternehmen 29 Mitarbeiter. Bis zum Jahr 2001 war die Zahl der Beschäftigten pro Firma auf 39 angestiegen, seitdem fällt sie kontinuierlich. „Die Konsolidierung der Branche erfolgte zum großen Teil über Mitarbeiterabbau“, erläutert Julia Schüler, Autorin der Studie und Industriespezialistin Biotechnologie bei Ernst & Young. Die große Mehrheit (84 Prozent) der im Rahmen der Studie befragten Firmen hat allerdings die Absicht, in diesem Jahr neue Mitarbeiter einzustellen. Mitarbeiter im Bereich Forschung und Entwicklung sind dabei mit über 50 Prozent der Nennungen besonders gefragt. Fortschritte bei Produktentwicklung aber weniger Geld für F&E Insgesamt ist die Zahl der Wirkstoffe, die sich in der Pipeline von Medikamenten entwickelnden Firmen befinden, von 202 auf 240 gestiegen. In der klinischen Prüfung – also in den Phasen I bis III – befinden sich 80 Wirkstoffe – im Vorjahr waren es 69. „Diese Entwicklung ist erfreulich, zeigt sie doch, dass trotz der Konsolidierungsphase der Branche die Produktentwicklung weiter voran geschritten ist“, kommentiert Schüler. Finanzierungssituation für private Firmen weiterhin angespannt Im Jahr 2004 konnte in der deutschen Biotechnologie-Branche eine sehr deutliche Verbesserung der Eigenkapitalfinanzierung erzielt werden, die allerdings hauptsächlich auf die bereits börsennotierten Unternehmen zurückzuführen ist. Insgesamt wurden 548 Millionen Euro an Eigenkapital über Risikokapitalfinanzierungen, Kapitalerhöhungen bereits börsennotierter Unternehmen (Follow-on & other offerings) sowie einen Börsengang aufgenommen. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einer Steigerung um 150 Prozent, da 2003 lediglich eine Summe von 219 Millionen Euro realisiert werden konnte. Das Volumen der VC-Finanzierung von privaten Biotechnologie-Firmen stieg im Jahresvergleich geringfügig von 216 auf 236 Millionen Euro. „Die Investoren zeigten sich im vergangenen Jahr sehr selektiv“, so Schüler. „Die Zahl der Finanzierungen nahm von 42 im Jahr 2003 auf 33 im Jahr 2004 ab, während das durchschnittliche Finanzierungsvolumen von gut fünf Millionen Euro im Jahr 2003 auf gut sieben Millionen Euro im Jahr 2004 stieg“. Nach wie vor besteht in der deutschen Biotechnologie-Industrie ein erheblicher Kapitalbedarf. Die für die Studie befragten Unternehmen haben nach eigenen Angaben einen aktuellen Kapitalbedarf von über 600 Millionen Euro. „Die geringe Risikobereitschaft der Investoren trifft auf einen enormen Finanzierungsbedarf bei jungen Firmen mit Projekten in frühen und somit risikoreichen Phasen“, kommentiert Müller. „Das zur Verfügung stehende Risikokapital reicht bei weitem nicht aus, um den Kapitalbedarf zu decken“. Bei der Zuteilung von neuem Eigenkapital habe sich bereits in den letzten beiden Jahren gezeigt, dass vor allem reifere Unternehmen mit fortgeschrittenem Entwicklungsportfolio und demgemäß geringerem Risikoprofil erfolgreiche Finanzierungsrunden abwickeln. „Gerade der Bereich der Frühphasenfinanzierung darf in der Biotechnologie-Branche nicht vernachlässigt werden. Positiv zu werten ist hier die jüngst erfolgte Initiative zur Auflegung eines High-Tech Gründerfonds seitens Politik und Wirtschaft“, so Müller. Die angespannte Finanzierungssituation werde eine fortgesetzte Konsolidierung mit weiteren Insolvenzen nach sich ziehen; andererseits werde die Branche jedoch aus diesem Prozess gestärkt hervorgehen, wie die teilweise sehr positive Entwicklung von einzelnen Firmen bereits zeige. Bestellung der Studie Wenn Sie die kostenpflichtige Studie zum Preis von 115,- Euro bestellen möchten, füllen Sie bitte unser Formularaus. Download Pressebilder Zu unserer Pressekonferenz anlässlich des siebten deutschen Biotechnologie-Reports finden Sie Fotos unserer verantwortlichen Ansprechpartner zum Download. Die Bilder sind zum Abdruck freigegeben. Kontaktinformationen: Ernst & Young AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Dag-Stefan Rittmeister Mittlerer Pfad 15 70499 Stuttgart Telefon +49 (711) 988 11 59 80 Telefax +49 (711) 988 11 51 77 E-Mail dag-stefan.rittmeister@de.ey.com
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