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MPG MEDIENPRODUKTION G. Grabsdorf Dipl.-Ing.(FH) :

  Wirtschaft, Handel
 
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Stuttgart, 07.06. 2004 11:57

Umfrage unter internationalen Unternehmen:

Gute Noten aus dem Ausland für den Standort Deutschland

Deutschland aus Sicht ausländischer Unternehmen attraktivster Standort in Europa. China und USA weltweit attraktivste Investitionsstandorte / Für jedes fünfte Unternehmen ist Deutschland einer der drei Top-Standorte

Deutschland genießt bei internationalen Unternehmen nach wie vor einen guten Ruf: 19 Prozent der Unternehmen geben an, dass Deutschland für sie einer der drei attraktivsten Standorte weltweit ist. Besonders geschätzt wird Deutschland für seine Infrastruktur (Verkehrswege und Telekommunikation), die Qualität von Forschung & Entwicklung, Ausbildung der Arbeitskräfte, und die Produktivitätssteigerungen, die am Standort Deutschland erreicht werden können. Die wichtigsten Nachteile sind aus Sicht der Investoren die Arbeitskosten und die fehlende arbeitsrechtliche Flexibilität für Unternehmen. Das sind die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage, die das Wirtschaftsprüfungsunternehmen Ernst & Young unter mehr als 500 ausländischen, international tätigen Unternehmen durchgeführt hat.

Bei internationalen Unternehmen gelten nur China und die Vereinigten Staaten mit 37 bzw. 30 Prozent als attraktivere Standorte. Hinter Deutschland konnten sich Großbritannien (16 Prozent), Polen (15 Prozent), und Tschechien (11 Prozent) und Indien (11 Prozent) platzieren.


Lohnkosten nicht wichtigster Faktor bei Standortentscheidungen

Internationale Unternehmen legen mehr Wert auf eine gute Infrastruktur und die Möglichkeit, am Investitionsstandort Produktivitätszuwächse zu erzielen, als auf niedrige Löhne. 55 Prozent der Befragten geben an, dass die Verkehrsinfrastruktur bei der Investitionsentscheidung eine sehr große Rolle spielt, für 51 Prozent ist die Telekommunikations-Infrastruktur ein sehr wichtiger Faktor. 52 Prozent sehen in zu erzielenden potenziellen Produktivitätszuwächsen einen besonders wichtigen Standortfaktor.

"Die Höhe der Löhne und der Lohnnebenkosten sind wichtige Merkmale eines Wirtschaftsstandorts, aber nicht die einzigen," kommentiert Peter Englisch, Partner bei Ernst & Young, diese Ergebnisse. "Gut ausgebildete und motivierte Arbeitskräfte, eine moderne Infrastruktur sowie Qualität in Forschung und Entwicklung spielen bei der Entscheidung für oder gegen einen Standort auch eine große Rolle". Zudem könnten es sich viele Unternehmen gar nicht leisten, am größten Absatzmarkt Europas nicht vertreten zu sein.


Schlechte Noten nur bei Arbeitskosten und Arbeitsrecht

Im Europa-Ranking schneidet Deutschland bei den Faktoren, die Investoren besonders wichtig sind, am besten ab: 50 Prozent der Befragten geben an, dass die Transport-Infrastruktur in Deutschland am besten ist, für 42 Prozent ist Deutschland auch in Bezug auf die Telekommunikations-Infrastruktur europaweit top. 40 Prozent geben an, dass Deutschland die qualifiziertesten Arbeitnehmer hat – Großbritannien und die skandinavischen Länder folgen mit großem Abstand. Auch bei der Frage nach der Qualität von Forschung und Entwicklung schneidet Deutschland am besten ab: 43 Prozent halten den Standort Deutschland in dieser Frage für am besten. Jeweils zweitplatziert ist Deutschland bei den Themen "politische Stabilität und Rechtsicherheit" (hinter Großbritannien) und "Lebensqualität" (hinter Frankreich).

Beim Thema Arbeitskosten schneidet Deutschland erwartungsgemäß schlecht ab und belegt einen der hintersten Plätze im Ranking. Hier sind Tschechien, Ungarn, Polen und Großbritannien für internationale Unternehmen erste Wahl. Auch die Flexibilität des Arbeitsrechts lässt in Deutschland zu wünschen übrig: Großbritannien und Tschechien belegen in diesem Punkt die beiden vordersten Plätze.

"Bei den Arbeitskosten ist Deutschland international nicht konkurrenzfähig – und wird es auf absehbare Zeit auch nicht werden," urteilt Englisch. Für Unternehmen, bei denen die Arbeitskosten einen großen Anteil an der Wertschöpfung hätten, seien daher vor allem die osteuropäischen Länder erste Wahl. Englisch betont aber: "Billiglöhne allein sind nicht ausschlaggebend bei der Standortwahl. Ein Unternehmen fragt immer auch: Gibt es vor Ort einen Markt für meine Produkte, kann ich problemlos die Produkte zum Kunden transportieren? Kann ich mich auch langfristig auf stabile rechtliche Rahmenbedingungen verlassen?" Gerade bei diesen Themen habe Deutschland nach wie vor einen guten Ruf.


Weitere Investitionen in Deutschland beabsichtigt

40 Prozent der befragten Unternehmen gab an, in Zukunft Aktivitäten in Deutschland auf- oder bestehende Niederlassungen ausbauen zu wollen. "Die Abwanderungs-Diskussion in Deutschland geht an der Realität vorbei: Internationale Unternehmen werden weiterhin in Deutschland investieren", so Englisch. "Gut ausgebildete Arbeitskräfte, eine hohe Produktivität und eine moderne Infrastruktur sind derzeit die wichtigsten Argumente, die für den Standort Deutschland sprechen".


Mehr gute als schlechte Noten für die deutsche Standortpolitik

Als "gut" oder "eher gut" bewerteten 49 Prozent der befragten Unternehmen die deutsche Standortpolitik. "Aus Sicht internationaler Unternehmen strahlt die deutsche Politik Verlässlichkeit und Stabilität aus. Die jüngsten Steuersenkungen signalisierten zudem, dass Deutschland sich bemüht, auch in punkto Steuern international konkurrenzfähiger zu werden", so Englisch.

30 Prozent der Befragten glauben zudem, dass sich die Attraktivität Deutschlands als Investitionsstandort in Zukunft noch erhöhen wird. 45 Prozent gehen von einer gleichbleibenden Attraktivität aus, 19 Prozent rechnen dagegen damit, dass Deutschland an Attraktivität verlieren wird.


Kontaktinformationen:
Dag-Stefan Rittmeister
Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Ernst & Young
Mittlerer Pfad 15
70499 Stuttgart
Telefon +49 (711) 988 11 59 80
Telefax +49 (711) 988 11 51 77
E-Mail dag-stefan.rittmeister@de.ey.com

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