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München (n-t), 11.05.2004 17:02

EIN UNTERNEHMENSPORTRAIT DER Oui Gruppe
Oui – A FEMALE FORCE IN FASHION

Kleider wärmen. Diese Erkenntnis ist so alt wie die erste Höhlenbewohnerin, die ihr Baby je in einen Wollwams wickelte. Aber manchmal, da wärmen selbst die Geschichten, die sich um so ein Kleidungsstück spinnen. – Sogar wenn es einen topmodernen Schnitt besitzt, seine Farbe dem letzten Trend der Laufstege entspricht und das alles in einer Zeit spielt, in der drinnen wie draußen eher ein eisiges Lüftchen weht. Die Geschichte der Firma „Oui“ ist so ein Beispiel.

Deren Branche, die der Mode, der Kleider, der schönen Hüllen, befindet sich im Umbruch. In der Zerreißprobe zwischen zwei Polen: den Giganten der Massenkonfektion auf der einen und den Riesen der Luxusmarken auf der anderen Seite. In der Mitte, da wo Oui und viele andere, kleinere Firmen und Familienunternehmen stehen, wird der Pfad schmal. Dabei muss man wissen, was „kleiner“ im Falle von Oui heißt: „Weltweit 3.000 Verkaufsstellen, davon 50 freistehende Läden und 300 Shop-in-Shops, die ausschließlich Oui-Kreationen anbieten, und die jährlich erwirtschaftete Summe eines dreistelligen Millionenbetrags“, sagt Alon Junger, einer der vier Köpfe des Unternehmens und Firmensprecher.

Der heute 32-Jährige hat vor fünf Jahren gemeinsam mit seiner Frau Maya und ihrem jüngeren Bruder Daniel Gottesdiener das Unternehmen von deren Eltern übernommen. Mittlerweile ist zudem Daniels Frau, Jasmin, in die Firma eingetreten. Gemeinsam haben die vier Oui enorme Wachstumszahlen erwirtschaftet. Dabei schien der berufliche Werdegang des jungen Teams durchaus nicht so vorbestimmt, wie das bei den Kindern eines Familienunternehmens sonst oft der Fall ist: Das Geschwisterpaar Maya und Daniel, aber auch ihre Ehepartner, Alon und Jasmin, sind allesamt Juristen. Alle vier haben an derselben Londoner Elite-Universität, dem King’s College, studiert, und Maya zählte sogar zu den Top Five ihres Jahrgangs.
Alon Junger machte in der britischen Metropole Karriere als Wirtschaftsanwalt und Investmentbanker. Daniel Gottesdiener hat schon als Zwölfjähriger auf großen internationalen Messen von seinem Vater gelernt, wie man Geschäfte in Hongkong und den USA abwickelt. Warum vier junge Leute, denen vieles offen stand, sich doch entschieden haben, nach München in den Familienbetrieb mit 120 Mitarbeitern einzutreten, erklärt Maya Junger, die heute für das Design aller Oui-Kollektionen verantwortlich ist. „Meine Großeltern mütterlicherseits, beide Juristen, waren die Vorbilder meiner Kindheit. Ich habe sie bewundert für ihre Ideale und ihre intellektuelle Freiheit. Doch als ich in England in einer der größten Kanzleien der Welt mit 1.500 Kollegen arbeitete, wurde mir klar, wie man in so einem Rahmen menschlich untergeht.“ Also folgte Maya ihrem „Herzen und ging wieder nach München, zurück zur Familie“. Seither ist sie verantwortlich, ohne spezielle handwerkliche Ausbildung, für 28 Lieferthemen pro Saison. „Ich nehme an dass ich das Gefühl für die Stoffe, die Farben und die Trends im wahrsten Sinne mit der Muttermilch eingesogen habe.“

Hier knüpft ein anderer Teil der Familientradition an: Die Eltern ihres Vaters waren nach dem Zweiten Weltkrieg aus Polen nach München gekommen und hatten aus dem Nichts eine Kinderkleider-Firma aufgebaut. „Unsere Großmutter Paula Gottesdiener entwarf die erste Kollektion aus dem reinen Mangel heraus.“ Ihr „Label“, wie man das heute nennen würde, hieß „LaGotte“ und war ein Spiel mit den Lettern ihres Namens. Ihr Mann, Michael Gottesdiener, Daniel und Mayas Großvater, erhielt Anfang der siebziger Jahre das Bundesverdienstkreuz, weil er trotz schwieriger wirtschaftlicher Zeiten seinen Standort in Deutschland nicht aufgegeben und niemanden entlassen hatte.
Schon in den sechziger Jahren entdeckte der Familienbetrieb für sich die Damenkleidung als Nathan, Michael und Paulas Sohn, das Unternehmen übernommen hat. „Mode für Frauen zwischen 25 und 30 war damals absolute Mangelware“, erklärt Daniel Gottesdiener. Der 30-Jährige ist heute für den Einkauf, den Vertrieb, die Produktion und das Produktmanagement von Oui zuständig. Seine Frau Jasmin, 29, leitet die Abteilung der „Private Labels“, in der Oui im Auftrag für andere Firmen und unter deren Namen fertigt.

Nathan zeigte sich sehr flexibel. Sukzessive stellte er die Kinder-Linie ein, expandierte mit Damenkleidung und setzte auch auf sehr hochwertige Damenmode. Einer der Freelance-Designer, die für diese Linie entwarfen, war Kenzo. Seine Frau, Maya und Daniels Mutter - Yael Gottesdiener - war mehr als zwanzig Jahre lang Chefdesignerin des Hauses.

Mitte der siebziger Jahre, in der Ära der zweiten Generation, fand die Firma schließlich zu ihrem heutigen Namen: „Oui, das hieß, das Leben bejahen. Das war das positive Lebensgefühl schlechthin. Und dazu kam noch der heute schon etwas drollig klingende Slogan: &Mac226;die junge Masche aus München’“, sagt Alon Junger. „Die Kunst eines Familienunternehmens liegt darin, sich immer wieder anzupassen“, sagt er, „mein Schwiegervater, Nathan Gottesdiener, hat das über Jahrzehnte beherrscht“. So wurde Oui zum Beispiel in kürzester Zeit Marktführer in Europa, nachdem die Gottesdieners in den achtziger Jahren eine aus Amerika stammende Idee aufgegriffen hatten. Es handelte sich um das Konzept, Sakko-Hose-Rock-Kombinationen anzubieten, die die moderne, viel beschäftigte Frau in ihr Business-Reiseköfferchen packen konnte. „Damit war der Gedanke des Kombi-Sets und des kompletten Outfits geboren“, sagt Maya Junger. „Meine Mutter griff das auf und schuf die &Mac226;Oui-Set’ Kollektion.“
„Oui Set“ existiert bis heute als eine von drei Kollektionslinien. Daneben gibt es „Oui Moments“: Diese Linie enthält ausschließlich Strickwaren und passende Unterteile, von denen jedes Modell eine Besonderheit aufweist: „ein i-Tüpfelchen, das es von der breiten Massenware abhebt, das handwerkliches Können zeigt“, beschreibt Maya Junger. Die dritte Teilkollektion konzentriert sich auf Frauen, die große Größen tragen: „Oui & Co“.

Nathan Gottesdiener entschied sich 1998, den Betrieb an die nächste Generation weiterzugeben - lange bevor er das Ruhestandsalter erreicht hatte. Das war ein ungewöhnlicher und in der Branche viel beachteter Schritt. „Frische Ideen sind wichtig in unserem Business“, sagte er damals, „doch es reicht nicht, sie zu haben, man muss auch die Kompetenzen haben, sie in der eigenen Firma durchzusetzen. Mit allen möglichen Folgen und Erfolgen.“ Und die stellten sich prompt ein. Schon im Jahr 2001 erhielt Oui den „Internationalen Mode-Marketing-Preis“, eine Auszeichnung, die an besonders erfolgreiche, marktgerechte und innovative Unternehmen geht. Europaweit werden dazu 14.000 Leute aus Handel, Industrie und Verbraucherkreisen befragt.

„Dieser Preis war ein großes Glück für uns, weil er Anerkennung und Belohnung bedeutete. Aber er markiert auch einen Moment der Ernüchterung“, sagt Alon Junger. Oui hatte allein in Deutschland den Absatz innerhalb eines Jahres um 56 Prozent nach oben getrieben und war um 33 Prozent weltweit gewachsen. „Für unseren Erfolg hatten wir fast an zu vielen Schrauben auf einmal gedreht. Wir waren Sprinter damals, keine Marathonläufer.“

Die starke familiäre Bindung und Verwurzelung teilen alle vier im Oui-Team der dritten Generation – auch die „Angeheirateten“ Jasmin und Alon. Jasmins Großvater „war Journalist, musste sich als Emigrant aber mit einem Strickwarengeschäft über Wasser halten. Und mein Vater hatte zeitweise in München ein Private-Label-Unternehmen“. Ihre ersten beruflichen Erfahrungen sammelte die junge Juristin dennoch branchenfern, bei einem TV und einem Internet-Unternehmen.
Alons Großvater war das jüngste von 13 Kindern, „nicht sonderlich gebildet, aber ein Mann, der die gesamte Weisheit der Straße verkörperte“, erzählt Alon. „Er war Pelzgroßhändler, und als Anfang der siebziger Jahre der Markt einbrach, war er wild entschlossen, nach Südamerika auszuwandern. Damals war er schon 75 Jahre alt.“

Maya und Alon Junger erwarten gerade ihr drittes Kind. Jasmin und Daniel sind kürzlich zum ersten Mal Eltern geworden. „So ein Familienunternehmen ist ein Kraftakt“, sagt Jasmin. „Aber es gibt auch immense Vorteile. Man kennt die Stärken jedes Einzelnen. Man kann sich absolut vertrauen und weiß, dass man letztlich immer dieselben Ziele hat.“

Dass die vierte Oui-Generation das Unternehmen einmal unbedingt übernehmen soll, gehört übrigens nicht dazu. „Erst wollen wir Oui einmal zu einer weltweit bekannten Marke machen. Das beschäftigt uns eine Weile“, darin sind sich alle Vier einig. Ein Weg dazu – neben der Mode - sind Ouis Aufsehen erregende Werbekampagnen, die schon zahlreiche Preise gewonnen haben. Slogans wie „Mode zählt nicht ihre Falten“ oder „Love is a female force“ haben immer auch einen Bezug zur eigenen Oui-Geschichte. Die jüngsten Motive zeigen z.B. eine junge Frau im Seidenkleid. Sie küsst ihren Großvater sachte auf die Stirn. Manchmal wärmen Bilder. Kleider aber auch.






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OUI GRUPPE FACTS & FIGURES


Gründung: in den 50er Jahren

Firmierung: Oui Gruppe GmbH & Co. KG

Firmensitz: Moosacher Str. 26a, D-80809 München

Gesellschafter: Nathan Gottesdiener

Geschäftsleitung: Alon Junger, Maya Junger, Daniel Gottesdiener, Dr. Rainer Doll

Mitarbeiter: ca. 120, davon 90 in München

Jahresumsatz: 60% Inland, 40% Ausland

Exportländer: 42

Verkaufspunkte: 3.000 weltweit, 1.500 Inland, 1.500 Ausland

Freistehende Shops: 50

Shop-in-Shops: 150

Corners: 350

Produktion: weltweit, hauptsächlich jedoch in Südeuropa, Osteuropa & Asien

Positionierung: Modern Woman

Kollektionen: Die Dachmarke OUI gliedert sich in 3 Kollektionssegmente:

Oui Set • Coordinates
Oui Moments • Strick
Oui & Co • Grosse Grössen

Regelmäßige Flashkollektionen ergänzen das Angebot


München



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