Drucken der Pressemitteilung  Pressemitteilung als E-Mail versenden     
Anklicken zum Vergrößern
Download
Frankfurt am Main (n-t), 11.05.2004 16:51

Pressemitteilung übermittelt von directnews. Für den Inhalt dieser Pressemitteilung ist allein das berichtende Unternehmen oder die berichtende Institution verantwortlich.
direct/FAZ: Horst Köhler fordert "tiefgreifende Erneuerung Deutschlands"

Horst Köhler fordert "tiefgreifende Erneuerung Deutschlands"

Der Kandidat von Union und FDP für das Amt des Bundespräsidenten, Horst Köhler, hat die Bundesregierung davor gewarnt, den Sparkurs aufzugeben. In einem Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Mittwochausgabe) sagte Köhler, manches an dem, was in den vergangenen Tagen über die Absichten der Bundesregierung berichtet worden sei, finde er "verwirrend". Köhler sagte: "Die Konsolidierung der Staatsfinanzen sollte meiner Meinung nach nicht aufgegeben werden. Ich bin besorgt, daß die Kombination von rückläufigen Geburtenraten und weiter steigenden Staatsschulden in Deutschland künftige Generationen unverhältnismäßig belastet". Darin stecke "sozialer Sprengstoff". Köhler sagte, in den vergangenen sechs Jahren habe sich in Deutschland "leider zu wenig verändert". Bundeskanzler Schröder habe mit der Agenda 2010 "einen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Aber dieser Schritt kommt relativ spät und ist zudem noch nicht voll umgesetzt." Köhler: "Wir brauchen eine wirklich tiefgehende, breite Erneuerung Deutschlands. Nach der `Generation Golf´ brauchen wir eine `Generation Reform´." Das "größte Problem liegt in der Verunsicherung weiter Teile der Gesellschaft. Wir brauchen eine Aufbruchstimmung, um die Kraft zu haben, uns den großen Veränderungen in der Welt und den damit verbundenen Herausforderungen zu stellen." Es müsse "zu einer neuen Balance zwischen Selbstverantwortung und staatlicher Absicherung kommen". Es werde "auch darum gehen, Wissen und Erfahrung älterer Menschen wieder besser zu nutzen." "Angesichts eines zunehmenden Mangels an Arbeitskräften wird unsere Gesellschaft bereits in zehn oder fünfzehn Jahren noch viel stärker als heute auf die Kreativität und den Sachverstand von Frauen angewiesen sein. Das 21. Jahrhundert wird das Jahrhundert der Frauen sein." Köhler warnte vor "Spaltungstendenzen" und "Zerfallserscheinungen" in der deutschen Gesellschaft: "Die anhaltende Massenarbeitslosigkeit fördert ein Auseinanderdriften von Arm und Reich." Es seien "Anfänge einer Ghettobildung in Deutschland zu beobachten." Um dem entgegenzuwirken müßten "Bedingungen für mehr Wirtschaftswachstum" geschaffen werden. Auch müsse der Familie, "wo Gemeinschaft und Solidarität am unmittelbarsten erfahren und gelebt werden", wieder größere Beachtung geschenkt werden: "Es ist leider immer noch so, daß Kinderkriegen ökonomisch bestraft wird, über die Rentenversicherung und das Steuersystem. Die Familie als Ort der Sozialisation und der Vermittlung von Grundwerten ist vernachlässigt worden - möglicherweise auch als Spätfolge der Lebenseinstellung der Achtundsechziger-Generation."

Bildunterschrift:


Kontaktinformationen:
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Nikolas Busse
Tel.: 0049 (0) 69 - 7591 - 1454
E-Mail: [email protected]

Drucken der Pressemitteilung Pressemitteilung Drucken   Pressemitteilung als E-Mail versenden Pressemitteilung als E-Mail versenden Fotolabor Treml GmbH