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Seeheim-Jugenheim (n-t), 25.02.2004 09:04


VPB fordert: Bauherren als Verbraucher rechtlich stärken

Ein durchschnittlicher Einfamilienhausbau kostet heute 120.000 Euro. Baut
die Familie mit einem Bauträger, so müssen dabei im Schnitt Bauschäden im
Wert von 28.000 Euro nachgebessert werden. Eine enorme Summe, auf der der
Bauherr in der Regel sitzen bleibt. Diese und andere dramatische Zahlen hat
der Verband Privater Bauherren (VPB) bei einer Untersuchung unter den
eigenen Mitgliedern festgestellt. Als Verbraucherschutzbund fordert der VPB
deshalb seit langem mehr Sicherheit für private Bauherren. Geschäftsführerin
Corinna Merzyn dazu: "Der Gesetzgeber darf sich nicht länger nur an
professionellen Bauherren orientieren."


"Unsere Erfahrung zeigt", so die VPB-Geschäftsführerin, "wie hilflos private
Bauherren gegenüber Bauträgern sind. Sicherheitsleistungen können in 75
Prozent aller Fälle nicht durchgesetzt werden. Das muss sich ändern." Der
Verband, der im ständigen Dialog mit zuständigen Ministerien und den
Ausschüssen des Bundestages die Interessen der privaten Bauherren vertritt,
hat hierzu nun konkrete Vorschläge ausgearbeitet und dem
Verbraucherschutzministerium übergeben.

In der Praxis geht es darum, auch den privaten Bauherren ausreichende
Prüfungsmöglichkeiten der Verträge zu gewähren, die Transparenz von Bau- und
Leistungsbeschreibungen zu erhöhen und damit einen Preisvergleich zu
ermöglichen sowie das Insolvenzrisiko durch Erfüllungs- und
Gewährleistungsbürgschaften in einer vertretbaren Größenordnung zu halten.
Diese Fragen gewinnen angesichts der enormen Baumängel und der zunehmenden
Insolvenzen immer größere Bedeutung. Bisher trägt bei Firmenpleiten in der
Regel der Bauherr allein den Schaden.

Im direkten Zusammenhang mit den Sicherheitsleistungen stehen die
Abschlagszahlungen. Wer Vorauszahlungen über den tatsächlichen
Baufortschritt hinaus geleistet hat, der verliert im Falle eines
Firmenbankrotts sein Geld. "In immerhin 60 Prozent der von uns untersuchten
Fälle", so Corinna Merzyn, "sahen die Bauverträge überhöhte Vorauszahlungen
vor." Dabei gilt am Bau wie anderswo: Zahlung Zug um Zug. Das setzt
allerdings eine nachvollziehbare Definition der einzelnen Bauabschnitte
voraus, nach deren Erfüllung jeweils Abschlagszahlungen fällig werden. Diese
Bauabschnitte, so fordert der VPB, müssen verständlich und praxisnah
geregelt werden, auch für das Bauen im Bestand, das nach Einschätzung des
Verbandes in den nächsten Jahren an Bedeutung gewinnen wird.

Zwei Drittel aller Baubeschreibungen, so hat der VPB ermittelt, sind
unvollständig, 73 Prozent enthalten nicht einmal die unbedingt
erforderlichen Planungsleistungen. Damit sich das verbessert und damit
Bauverträge endlich miteinander vergleichbar werden, hat sich der Verband im
vergangenen Jahr maßgeblich an der Erarbeitung der "Mindestanforderungen an
Bau- und Leistungsbeschreibungen für Ein- und Zweifamilienhäuser" beteiligt.
Diese zurzeit noch freiwilligen Bedingungen müssen nach Ansicht des VPB als
Rechtsverordnung Gesetzeskraft bekommen.

"Aber alle guten Verordnungen nützen nichts", so VPB-Geschäftsführerin
Merzyn, "wenn der Bauherr seine Rechte nachher nicht durchsetzen kann." Der
Verband schlägt deshalb Schiedsverfahren vor. Sie sind erheblich preiswerter
und schneller als die Gerichte und könnten von Fachleuten beurteilt werden,
die sich in der Materie auskennen, während Gerichte in der ersten Instanz
meist keine eigenen Bausenate haben. "Ein komplexes Thema", resümiert
Verbraucherschützerin Merzyn. "Der VPB bleibt dran."




Der Verband Privater Bauherren setzt sich seit 27 Jahren für die rechte der
privaten Bauherren und Immobilienkäufer ein. Über 50.000 Bauherren hat der
Verband seither beraten. Nähere Informationen unter www.vpb.de


Bildunterschrift:


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Tel. +49-6257-507990
Fax +49-6257-507994
Mobil +49-171-4129195
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