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Münster, 09.09. 2004 10:49

Erfolgreiche Forschung mit Hilfe aus den USA
Deutscher Wissenschaftler bringt Hoffnung für Millionen Kranke

Neue Forschungs- und Therapieansätze werden beim 56. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) vom 22. bis 25 September in Wiesbaden vorgestellt.



Münster. Schmerzen, Schmerzen, Schmerzen – Menschen, die an Interstitieller Zystitis (IC), einer chronischen Entzündung der Harnblasenwand, leiden, kennen nichts anderes mehr.
Ihre Blase fühlt sich an, als würde sie mit einem Rasiermesser in Fetzen geschnitten, ständiger Harndrang lässt sie bis zu 60-mal pro Tag zur Toilette rennen, auch wenn nur ein Tropfen Urin hervorgepresst werden kann. Die Qualen, die diese selbst vielen deutschen Urologen kaum vertraute Krankheit verursacht, müssen teilweise sogar mit Morphium gedämpft werden.
Doch jetzt können die Patienten - allein 500.000 sind es nach Medizinerschätzungen in Deutschland, bis zu fünf Millionen in den USA – neue Hoffnungen schöpfen.
Dr. Arndt van Ophoven, Arzt an der Klinik und Poliklinik für Urologie der Universität Münster, hat mit Fördermitteln aus den USA eine vielversprechende Patientenstudie durchgeführt. Das Zauberwort heißt HBO: hyperbare Sauerstofftherapie. In einer Druckkammer atmen die Kranken unter ständiger Kontrolle über eine Sauerstoffmaske reinen Sauerstoff ein. „Dadurch steigt zwar nicht der Sauerstoffgehalt im Blut, aber er wird freier verfügbar und kann in Geweberegionen eindringen, die sonst schlechter versorgt werden“, sagt van Ophoven. „Entzündungen auch in der Blase können gestoppt werden, das Gewebe kann sich regenerieren.“
Noch bevor seine Studie offiziell ausgewertet ist, kann er schon sagen: „HBO bringt in den meisten Fällen eine deutliche Linderung!“ Bei einigen Studienpatienten seien die Beschwerden um 50 Prozent zurückgegangen – etwas, wovon viele IC-Kranke kaum zu träumen wagen.
Interstitielle Zystitis ist auch Thema eines Symposiums bei der 56. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU), einem internationalen Kongress vom 22. bis 25. September in Wiesbaden. Barbara Mündner-Hensen, Vorsitzende des gemeinnützigen Selbsthilfevereins Interstitial Cystitis Association Deutschland (ICA), wird die Krankheit aus Patientensicht schildern, und Wissenschaftler aus Deutschland, Österreich und Italien werden über Diagnostikmöglichkeiten, Schmerztherapien und neue Therapiekonzepte berichten – darunter HBO.


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