www.News-Ticker.org,  URL: http://www.news-ticker.org/pm.php?news_id=4865586






Anklicken zum Vergröß
Lövö/Leinfelden-Echterdingen, 19.10. 2007 09:37

Kurs halten und Maßstäbe setzen
Roto Frank AG: Internationales Geschäft mildert Deutschland-Schwäche und rechtfertigt weiteren Optimismus

Der unerwartete Einbruch der deutschen Wohnungsbaukonjunktur hinterlässt 2007 auch bei der Roto Frank AG seine Spuren. Dagegen bleibt das Auslandsgeschäft trotz erheblicher Unterschiede per saldo weiter auf Wachstumskurs und stellt damit die „wichtigste Stütze“ für den mittelständischen Bauzulieferer dar. Für die Zukunft sieht er sich „bestens gerüstet“. Dafür sorgt in erster Linie die ungeachtet „negativer Marktüberraschungen“ planmäßige Umsetzung des Ende 2006 gestarteten Investitionsprogrammes. So fasste der Vorstand Status und Perspektiven des Unternehmens Mitte Oktober während des 2. Fachpressetages im ungarischen Lövö zusammen.

In seiner Kurzanalyse der Baukonjunktur als der für Roto entscheidenden Einflussgröße wies Dr. Eckhard Keill zunächst auf einige internationale Entwicklungen hin. Dabei konstatierte der Vorstandsvorsitzende z. B. in den USA einen durch die „spektakuläre Immobilienkrise“ ausgelösten kräftigen Rückgang. Europa verzeichne dagegen einer Euroconstruct-Prognose zufolge auch 2007 insgesamt ein moderates Wachstum von 2,5 %. Allerdings verdecke dieser Durchschnittswert ein sehr differenziertes Bild in einzelnen Regionen bzw. Ländern. So liege Osteuropa zwar weiter an der Spitze der Plus-Skala. Dennoch herrsche hier nicht nur „eitel Sonnenschein“, wie das Beispiel Russland zeige. In dem zweitwichtigsten Roto-Einzelmarkt verlangsame sich das bisher rasante Wachstumstempo im laufenden Jahr signifikant.

Wie gewonnen, so zerronnen

Für Deutschland stellte Keill lapidar fest: „Alle Experten haben sich – wieder einmal – gründlich geirrt.“ Spätestens nach dem 1. Quartal seien die durchweg positiven Prognosen durch die Realität widerlegt worden. Für den „enttäuschenden Verlauf“, der den Bausektor im Übrigen wieder zur generellen Konjunkturbremse in Deutschland mache, sei der drastische Einbruch im Wohnungsbau verantwortlich.

Er beruhe primär auf der „extremen Neubauflaute“, die sich im Vergleich zu 2006 fast in einer Halbierung der Genehmigungszahlen niederschlage. Sie lasse mit Blick auf das Fertigstellungs-Ergebnis auch für 2008 nichts Gutes erwarten. Hinzu komme, dass Renovierung und Sanierung „ebenfalls schwächeln“, was aufgrund des bei 60 bis 70 % liegenden Anteils dieses Marktsegmentes besonders schwer wiege. Man müsse erkennen, dass selbst die umfangreichen staatlichen Energiespar-Förderprogramme die Verbraucher „offenbar nicht aus der Investitionsreserve locken“. Das Inlandsfazit von Keill: „Der überraschende Boom 2006 wird 2007 ebenso überraschend von einem erneuten Schwächeanfall abgelöst.“

Das wirke sich natürlich auch auf den deutschen Fenster- und Türenmarkt negativ aus. Hier seien die positiven Prognosen inzwischen ebenfalls weitgehend Makulatur. Noch Ende Juni habe der Verband der Fenster- und Fassadenhersteller (VFF) einen Anstieg des Marktvolumens um 1,1 % auf 12,8 Mio. Fenstereinheiten vorausgesagt. Die dafür maßgeblichen Annahmen eines leichten Renovierungswachstums sowie einer unveränderten Neubautätigkeit stimmten mit der Realität leider nicht überein.

Fehlende Welle

Auch Roto musste sich im Jahresverlauf von der Prognose eines zweistelligen Umsatzwachstums verabschieden, räumte Michael Stangier ein. Statt dessen meldete der Vorstand Finanzen eine von Quartal zu Quartal fortschreitende Abschwächung. Diese Tendenz betreffe die beiden Geschäftsbereiche Baubeschlagtechnik und Bauelemente gleichermaßen.

Dabei habe 2007 im 1. Quartal mit einem Umsatzplus von 33 % gegenüber Vorjahr exzellent begonnen. Die Gründe für den fulminanten Start waren laut Stangier ein Auftragsüberhang aus 2006, ausgeprägte „Vorratskäufe“ auf Kundenseite sowie die milde Witterung. Aber bereits im 2. Quartal habe der Konzernumsatz nur noch auf Vorjahresniveau gelegen, um dann im 3. Quartal um 10 % zu sinken. Das „entscheidende Phänomen“ sei die 2007 ausgebliebene traditionelle Wellenbewegung der Nachfrage, die ansonsten in den Monaten Mai bis September ihren Höhepunkt erreiche.

Per Ende September liege der kumulierte Konzernumsatz mit 466 Mio. Euro noch um 3,7 % über dem vergleichbaren Vorjahreswert. Während die Bauelemente-Sparte ein Plus von 2,8 % melde, betrage die Wachstumsrate in der Baubeschlagtechnik 4,0 %. Sie sei ausschließlich dem Auslandsgeschäft zu verdanken, obwohl auch hier „nicht alles nach Plan läuft“.

Gute und schlechte Nachrichten

Die aktuelle Entwicklung habe einen kräftig reduzierten Deutschland-Anteil zur Folge. In beiden Geschäftsbereichen mache der Rückgang zum Ende des 3. Quartals jeweils rund drei Prozentpunkte aus. Parallel dazu sei die Auslandsquote im Konzern auf knapp 70 % und bei der Baubeschlagtechnik sogar auf 83 % gestiegen. Stangier wertete das als eine „klare Bestätigung“ für den generellen Roto-Kurs der weltweiten Ausrichtung. Sie sei insofern die „beste Zukunftsvorsorge“.

Da man im 4. Quartal im Vergleich zu 2006 von einer nochmaligen Geschäftsabschwächung ausgehe, werde die momentane Wachstumsrate wohl nicht zu halten sein. Der Finanzvorstand prognostizierte für das Gesamtjahr 2007 einen Konzernumsatz etwa auf dem Vorjahresniveau von 600 Mio. Euro „oder leicht darüber“. Die Zahl der Mitarbeiter sinke bis zum Jahresende vermutlich auf etwa 3.800. Zur Ertragssituation hieß es, dass sie u. a. in Folge der weiteren Rohstoffpreis-Verteuerungen nur mit „unbefriedigend“ zu charakterisieren sei.

Trotz der unter dem Strich eher unerfreulichen Geschäftsentwicklung im laufenden Jahr habe man das 2006 gestartete Rekord-Investitionsprogramm in allen relevanten Sektoren wie geplant umgesetzt. Das größte derartige Gesamtprojekt in der über 70-jährigen Firmengeschichte diene u. a. dem gezielten Kapazitätsausbau. Als Beispiele dafür nannte Stangier neue Produktionshallen in Leinfelden-Echterdingen und in Lövö sowie die Errichtung des neuen Beschlagwerkes in Russland, das 2008 eröffnet werde.

Mit diesen „vielfältigen Kraftakten“ gewährleiste der Mittelständler nicht nur ein dauerhaft hohes Lieferniveau, sondern sichere zudem dank modernster und rationellster Fertigungstechnologien seine globale Wettbewerbsfähigkeit. Stangier: „Durch unsere im großen Stil realisierten Zukunftsinvestitionen sind wir für den weiteren Expansionskurs bestens gerüstet.“


Optimismus überwiegt

Generell bleibt die innovative und nutzenorientierte Fenster- und Türtechnologie ein Wachstumssegment weit über 2008 hinaus, prognostizierte Keill. Es profitiere u. a. von dem weltweit großen Sanierungspotenzial. Unstrittig sei ferner die sich noch verstärkende Internationalisierung. Dabei rechne man kurz- und mittelfristig aus Osteuropa, Asien und den USA mit den kräftigsten Impulsen.

Weit weniger positiv schätzt Keill, der auch den Geschäftsbereich Baubeschlagtechnik leitet, die Perspektiven in Deutschland ein. So sei vom Neubau „nichts zu erwarten“. Einen verhaltenen Optimismus rechtfertige nur der Renovierungssektor. Das bestätige z. B. die repräsentative „Allensbacher Werbeträger Analyse 2007“. Danach wollen 2,7 Mio. Deutsche ab 14 Jahre bis 2009 neue Fenster und 2,2 Mio. neue Türen kaufen. Für 2008 geht der Bauzulieferer im Inland insgesamt von einer Stagnation auf dem 2007 „wieder signifikant reduzierten Niveau“ aus.

Roto selbst plane 2008 in beiden Geschäftsbereichen und damit auch im Konzern ein einstelliges Umsatzwachstum. Der „moderate Aufwärtstrend“ soll sich mittelfristig fortsetzen. Dabei spiele der unternehmensspezifische Vorteil der relativen Unabhängigkeit von einzelnen Länderkonjunkturen eine wichtige Rolle. „Kurs halten und Maßstäbe setzen“ – auf diese Kurzformel brachte Keill abschließend das Motto für den angestrebten Roto Dauererfolg.

Kräftiger Aufschwung

Am Beispiel von Ost- und Südosteuropa beschrieb Dr. Robert Krisch die Internationalität des Beschlaggeschäftes. Dabei wies der Wirtschaftsraumleiter Südosteuropa zunächst darauf hin, dass die Länder in dieser Region zu den prosperierendsten Volkswirtschaften gehören. So zeige der von Eurostat ermittelte Wettbewerbsfähigkeitsindex, in den Faktoren wie Umsatz, Investitionen, Inflation und Stabilität einfließen, eine in den letzten Jahren ebenso starke wie kontinuierliche Verbesserung. Hier liege Rumänien an der Spitze. Auch ein ähnliches Ranking der Weltbank bestätige den Aufholprozess der ehemaligen sozialistischen Länder. Er beruhe vor allem auf ihrer Reformfreudigkeit. So habe Ungarn in der aktuellen Rangliste einen „großen Sprung“ vom 66. auf den 45. Platz gemacht.

Die meist rasante Aufwärtsentwicklung der Baubranche, die in einigen Ländern deutlich schneller wachse als die Gesamtwirtschaft, lasse sich u. a. mit dem großen Renovierungsbedarf erklären. Mittlerweile nehme aber auch die Neubauquote immer mehr zu. Parallelen mit Zentraleuropa (Deutschland, Österreich etc.) gebe es z. B. bei den Baustilen, den verwendeten Baustoffen sowie den gültigen Normen.

Was die Fenstermärkte angehe, müsse man zunächst einmal verschiedene Entwicklungsphasen und damit differenzierte Situationen in einzelnen Ländern registrieren. Bei den Fensterarten dominieren, so Krisch, Drehkipp- und Drehausführungen. Bei den Materialien halte die in den letzten Jahren zu beobachtende Tendenz zu Kunststoff weiter an. Die Marktbelebung dokumentierte der Wirtschaftsraumleiter auf Basis eigener Roto Berechnungen am Beispiel von zwei Ländern. So habe sich in Ungarn das Volumen von 1997 bis 2006 auf jetzt 1,75 Mio. Einheiten mehr als verdoppelt. In Rumänien sei das Wachstum noch kräftiger. Hier stehe allein von 2004 bis 2006 ein Plus von knapp 60 % auf 1,8 Mio. Fenstereinheiten zu Buche.

Auch für die Zukunft ist Krisch optimistisch. Der Wirtschaftsraum wird sich nach seiner Einschätzung auch in den nächsten fünf bis sieben Jahren generell positiver als der europäische Durchschnitt entwickeln, obwohl es in Ländern wie Tschechien und Ungarn schon „erste Sättigungserscheinungen“ gebe. Das Renovierungs- und Sanierungspotenzial sei in Südosteuropa nach wie vor groß. Das gelte nicht zuletzt für die Plattenbau-Komplexe, deren notwendige Erneuerung etwa in Ungarn durch staatliche Programme gefördert werde. Natürlich wolle Roto an den per saldo günstigen Perspektiven „wieder angemessen partizipieren“.

Vielfältige Pionierarbeit

Eine Zwischenbilanz der vor einem Jahr vorgestellten und eingeleiteten „Marketing-Offensive“ zog Dr. Eckhard Keill. Sie basierte u. a. auf der Erkenntnis, dass das Fenster für die Verbraucher zunächst ein vermeintlich austauschbares und deshalb unter Preisdruck stehendes „Low Interest-Produkt“ ist. Deshalb blieben – da bisher nicht überzeugend kommuniziert – Leistungsunterschiede durch differenzierende Nutzenmerkmale auf der Strecke. Dabei sind es gerade Themen wie Sicherheit, Bedienkomfort, Energie¬sparen, Design und wohnraumspezifische Lösungen, die nach Meinung von Branchenexperten für mehr Attraktivität beim privaten Publikum sorgen können. Das jedenfalls habe eine von Roto initiierte Umfrage ergeben.

Es galt und gilt also, betonte Keill, sich dieser Defizite „aktiv und kreativ“ anzunehmen. Dabei wisse man, dass es dafür eines „langen Atems“ bedürfe. Mit den vielfältigen Maßnahmen leiste Roto im Übrigen häufig „Pionierarbeit“ für die ganze Branche. Das breite Spektrum des – zielgruppenspezifisch gegliederten – Programmes zeige sich u. a. an folgenden Beispielen:

 Der weltweit vertriebenen Kundenzeitschrift „Roto inside“, die derzeit mehrmals pro Jahr in acht Sprachen und einer Gesamtauflage von 15.500 Exemplaren erscheint.
 Dem modularen Unterstützungspaket „Roto Services“ für Beschlaghandel und Fensterhersteller.
 Dem Einstieg in die professionelle überregionale Endverbraucher-Pressearbeit. 2007 seien dadurch in nur neun Monaten weit über 200 Einzelveröffentlichungen mit einer Auflage von ca. 20 Mio. Exemplaren erreicht worden.
 Der Broschüre „Fenstergeschichten“ und der neuen Internet-Plattform www.fenstergeschichten.de, die sich beide an Endverbraucher und Fachhändler richten.
 Dem Verkaufsförderpaket „Alles klar! Fit für den Fensterverkauf“, dessen vielfältige Elemente den mitwirkenden Partnerhändlern letztlich ein rentableres Fenstergeschäft ermöglichen sollen. Derzeit nehmen, meldete Keill, 70 deutsche Fachhändler an der Initiative teil.
 Dem Bonus-System „Miles & More“.

Auch mit diesem Gesamtprogramm habe der Roto Geschäftsbereich Baubeschlagtechnik in der Branche Neuland betreten. „Unsere Maxime ‚Kurs halten und Maßstäbe setzen’ gilt also auch für den zunehmend wichtigeren Marken-Mehrwert“, resümierte der Vorstandsvorsitzende.







Abdruck frei – Beleg erbeten



Kontaktinformationen:
Roto Frank AG • Stuttgarter Straße 145-149 • D-70771 Leinfelden-Echterdingen • Tel.: +49 711 7598-0 • Fax: +49 711 7598-253 •
Redaktion: Linnigpublic Agentur für Öffentlichkeitsarbeit GmbH • Büro Koblenz • Fritz-von-Unruh-Straße 1 • D-56077 Koblenz • Tel.: +49 261 303839-0 • Fax: +49 261 303839-1 • ; Büro Hamburg • Flottbeker Drift 4 • D-22607 Hamburg • Tel.: +49 40 82278216 • Fax: +49 40 82278217 •