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München, 11.08. 2004 10:12

Erneut deutlicher Zuwachs im Kundengeschäft. Transaction Banking mit "schwarzen Zahlen" gestartet. 15% Eigenkapitalrendite für 2006 angestrebt.
Postbank: Bestes Quartal der Unternehmensgeschichte

Mit einem deutlich auf 289 Millionen Euro verbesserten Ergebnis vor Steuern präsentiert sich die Deutsche Postbank AG im ersten Halbjahr 2004. Erstmals nach ihrem Börsengang am 23. Juni legte die Bonner Bank Zahlen zur Geschäftsentwicklung vor. Wulf von Schimmelmann, Vorsitzender des Vorstands der Postbank, sagte vor Journalisten in Frankfurt am Main: "Wir konnten den Schwung und die erhöhte Sichtbarkeit aus unserem Börsengang erfolgreich nutzen. Der Wachstumstrend der Postbank setzt sich weiter fort. Das 2. Quartal 2004 war das bislang erfolgreichste in unserer Unternehmensgeschichte."

Von Schimmelmann zeigte sich mit der bisherigen Entwicklung des Aktienkurses der Postbank zufrieden: "Unsere Aktie hat sich in einem schwächeren Marktumfeld gut behauptet. Sie hat sich sowohl im Vergleich zum DAX (+3,75%) als auch zur Vergleichsgruppe aus neun europäischen Retailbanken (+3,55%) positiv entwickelt. Wir haben durch den erfolgreichen Börsengang die Basis für eine im Vergleich zum Gesamtmarkt erfreuliche Kursentwicklung unserer Aktie gelegt, die unser stabiles und risikoarmes Geschäftsmodell und unsere Erfolge beim weiter konsequenten Ausbau des Kundengeschäftes widerspiegeln wird."

Die Postbank konnte die Eigenkapitalrendite vor Steuern (RoE) im 2. Quartal auf 13,5% erneut deutlich steigern. Ähnlich positiv auch die Entwicklung beim Kosten-/Ertragsverhältnis (CIR): Im Vergleich zum Vorjahresquartal hat sich der Wert um 5,9 Prozentpunkte auf 70,9% verbessert.

Aus heutiger Sicht erwartet von Schimmelmann für das Gesamtjahr 2004 ein gegenüber 2003 um mindestens 15% verbessertes Vorsteuerergebnis. Für 2006 strebt die Postbank eine Eigenkapitalquote vor Steuern von 15% an. Bei der Cost Income Ratio liegt der Zielwert bei unter 65%.

Dirk Berensmann, Vorstand IT/Operations der Postbank, unterstrich, dass das neue Geschäftsfeld Transaction Banking einen rundum gelungenen Start feiern konnte. Die Übernahme der Zahlungsverkehrsabwicklung der Dresdner Bank zum 1. Mai und die der Deutschen Bank zum 1. Juli hat reibungslos funktioniert. Erstmals nannte Berensmann auch Zahlen für diesen Bereich: Das Transaction Banking schreibt von Beginn an schwarze Zahlen. Die Postbank konnte im zweiten Quartal 2004 Erträge in Höhe von 43 Millionen Euro generieren. Dem stehen Verwaltungsaufwendungen von 41 Millionen Euro gegenüber. Berensmann zeigte sich zuversichtlich, das Geschäft weiter ausbauen zu können: "Unser Angebot stößt im Markt auf ein erfreuliches Interesse. Heute sind wir so weit, dass wir in konkrete Gespräche mit weiteren Interessenten eintreten können. Zumindest von unserer Seite gibt es keinerlei Berührungsängste, auch über die klassischen drei Säulen des deutschen Marktes hinweg. Ich sehe hier keine Hürden, die man nicht überwinden könnte."

Marktstellung ausgebaut

Die Postbank konnte ihre marktführende Stellung als größte Privatkundenbank Deutschlands erneut ausbauen. 190.000 Kunden haben sich im zweiten Quartal 2004 neu für die Postbank entschieden (+9%). 134.000 Girokonten wurden neu eröffnet (+12%). Auch im Einlagengeschäft konnte die Bank weiter starke Zuwächse erzielen. Das Sparvolumen übersprang Anfang Juni erstmals die Marke von 40 Milliarden Euro.

Auch auf der Kreditseite hat die Postbank die positive Entwicklung fortgesetzt. In der Baufinanzierung konnte sie 1,6 Milliarden Euro neu generieren, eine Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr. Im Konsumentenkreditgeschäft hat sie vor kurzem den DSL Privatkredit als speziell für den Drittvertrieb entwickelten Ratenkredit eingeführt.


Das erste Halbjahr 2004 im Überblick

Die Postbank konnte ihr Ergebnis vor Steuern deutlich auf den Rekordwert von 289 Millionen Euro steigern (+ 42%). Alleine im 2. Quartal verbesserte sich der Wert um 2,1% auf 146 Millionen Euro. Nach Steuern beträgt das Ergebnis 187 Millionen Euro gegenüber 121 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Die Gesamterträge stiegen im Halbjahresvergleich um 2,5%. Das Ertragswachstum beschleunigte sich im Laufe des Jahres, sodass das 2. Quartal 2004 auch gegenüber den ersten drei Monaten dieses Jahres einen Anstieg um 3,4% aufweist.

Die bilanzbezogenen Erträge (Zinsüberschuss, Handels- und Finanzanlageergebnis) blieben im Halbjahresvergleich nahezu stabil. Vor dem Hintergrund eines gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich niedrigeren Zinsniveaus veränderte sich jedoch erwartungsgemäß die Struktur der Erträge.

Der Zinsüberschuss ging um 15,0% auf 744 Millionen Euro zurück. Dies konnte durch Steigerungen des Handelsergebnisses (+47 Millionen Euro) und des Finanzanlageergebnisses (+80 Millionen Euro) weitestgehend ausgeglichen werden. Im Vergleich zu den ersten drei Monaten 2004 machten sich die im zweiten Quartal leicht anziehenden Zinsen bereits im Zinsüberschuss (+4,4%) bemerkbar. Der Provisionsüberschuss stieg gegenüber dem ersten Halbjahr 2003 um 15,3% auf 264 Millionen Euro.

Die Risikovorsorge stieg parallel zum Wachstum des Kundenkreditvolumens im Vergleich der Halbjahre um 17,1%. Im Vergleich zum ersten Quartal 2004 blieb die Risikovorsorge unverändert.

Der Verwaltungsaufwand konnte im ersten Halbjahr 2004 weiter zurückgefahren werden. Im Vergleich zum ersten Quartal 2004 stiegen die Verwaltungsaufwendungen jedoch vor allem wegen der Übernahme des Zahlungsverkehrs für Dritte um 3,9% an.

Der Saldo aus sonstigen Erträgen und Aufwendungen belief sich zum Ende des ersten Halbjahres 2004 auf drei Millionen Euro im Vergleich zu -11 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2003.

Die Bilanzsumme der Postbank belief sich zum 30.06.2004 auf knapp 140 Milliarden Euro. Das sind rund 5,6% mehr als zum Ende des Vorjahres.

Die Kundenforderungen liegen mit knapp 46 Milliarden Euro rund 2,7 Milliarden Euro über dem Vorjahresende. Strategiegemäß leicht rückläufig waren die Forderungen an öffentliche Haushalte (-0,6 Milliarden Euro), während die sonstigen Forderungen um rund eine Milliarde Euro zunahmen.

Sowohl die Forderungen an Kreditinstitute wie auch die Handelsaktiva waren im Vergleich zum 31.12.2003 um 4,0 Milliarden Euro respektive 1,5 Milliarden Euro rückläufig. Die Finanzanlagen stiegen stichtagsbezogen um 11,2 Milliarden Euro an. Dieser vorübergehende Anstieg korrespondiert weitgehend mit den gestiegenen Geld- und Kapitalmarktverbindlichkeiten.

Die Kundenverbindlichkeiten stiegen um 1,5 Milliarden Euro auf 75,5 Milliarden Euro. Insbesondere die Entwicklung der Spareinlagen war erneut erfolgreich. Sie wuchsen um rund 1,1 Milliarden Euro.

Während die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten gegenüber Ende 2003 um 14,5 Milliarden Euro ausgeweitet wurden, sind die Verbrieften Verbindlichkeiten plangemäß weiter deutlich zurückgefahren worden. Sie sanken um 7,3 Milliarden Euro.

Das ausgewiesene Eigenkapital des Konzerns ging gegenüber Ende 2003 um rund 0,5 Milliarden Euro zurück. Im Wesentlichen verantwortlich hierfür war die Ausschüttung der Dividende im ersten Quartal 2004. Der negative Wert der Neubewertungsrücklage nahm, insbesondere aufgrund des leicht gestiegenen Zinsniveaus, vor allem durch Veränderungen bei den Anleihebeständen um 133 Millionen Euro zu. Erhöhend auf das Eigenkapital wirkt der volle Konzerngewinn in Höhe von 187 Millionen Euro.


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