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Lausanne, 31.05. 2006 10:47

ENS 2006: Europäische Neurologentagung versammelt 2.200 Experten in Lausanne
Forscher präsentieren EU-Projekt LADIS "Weiße Flecken" im Gehirn für viele Alterserscheinungen verantwortlich

Lausanne, 31. Mai 2006 - Die Forschung ist bei der Erklärung einer Reihe neurologischer Erkrankungen im Alter wieder ein Stück weiter gekommen. Eine aktuelle europaweite Studie zeigt, dass es komplexe Zusammenhaenge zwischen bestimmten Veränderungen der weißen Gehirnmasse, kognitiven Verschlechterungen und Depressionen gibt, berichtete Prof. Dr. Franz Fazekas von der Universitätsklinik für Neurologie Graz (A) heute mit seinen europäischen ForschungskollegInnen auf der Jahrestagung der Europäischen Neurologengesellschaft.



In Lausanne (Schweiz) findet derzeit der 16. Kongress der European Neurological Society (ENS) statt. Bei dieser wichtigsten europäischen Tagung aus dem Bereich der Neurologie werden aktuelle Trends und Highlights der neurologischen Forschung und Therapie präsentiert.


Depressionen werden bei älteren Menschen oft in Zusammenhang mit Vergesslichkeit und anderen kognitiven Problemen beobachtet. "Gleichzeitig haben wir es bei betroffenen Patienten auch oft mit erkennbaren Veränderungen der weißen Gehirnmasse zu tun", so Prof. Fazekas. "Im Rahmen der EU-geförderten LADIS-Studie sind wir solchen Veränderungen und deren Auswirkungen auf die Lebensqualität älterer Menschen jetzt im großen Maßstab nachgegangen."

LADIS (Leucoaraiosis and DISability in the elderly) untersuchte Veränderungen der weißen Substanz des Gehirns und deren Einfluss auf die intellektuellen und motorischen Fähigkeiten alternder Menschen, medizinische Zentren aus elf europäischen Ländern waren daran beteiligt. Prof. Fazekas: "Leukoaraiose ist eine Veränderung der weißen Substanz des Gehirns und ist mit zunehmendem Lebensalter immer häufiger zu beobachten. Die Folgen reichen von subtiler kognitiver Beeinträchtigung bis zur Demenz, ausgeprägter Gangstörung mit häufigen Stürzen und Depressionen. Außerdem bestehen klare Hinweise, dass Patienten mit Leukoaraiose später häufiger Schlaganfälle und Hirnblutungen erleiden und früher eine signifikante Behinderung erleben."

Mittels MRT nachgewiesene Läsionen der weißen Substanz des Gehirns duerften also einen entscheidenden Einfluss auf die intellektuellen und motorischen Fähigkeiten alternder Menschen haben, und auch das Auftreten depressiver Störungen im höheren Lebensalter begünstigen.

"Damit haben wir einen Teil der Mechanismen aufgedeckt, die möglicherweise den Unterschied zwischen 'erfolgreichem' und 'nicht erfolgreichem' Altern ausmachen", so Prof. Fazekas. "Im nächsten Schritt wird es darum gehen zu untersuchen, wie wir diese Veränderungen mit unseren derzeitigen oder neuen Behandlungsmöglichkeiten am besten beeinflussen und aufhalten können."



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