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Aachen / San Antonio, 28.06. 2005 13:19

So wird medizinische Fortbildung effektiv
Eine Erfolgsgarantie namens Tutorenprogramm

In der Beschreibung klingt es immer gut: Zigtausende Kollegen, interessante Vorträge zu neuen Forschungsansätzen und Therapien, ein schöner Tagungsort – und dann kommt die Wirklichkeit. Viele Teilnehmer eines medizinischen Kongresses seien schlichtweg überfordert, sagt der ehemalige ARD- und ZDF-Korrespondent Thomas Hegemann, der heute ein gefragter Berater im Gesundheitswesen ist.
Die Vielfalt der Themen, die schiere Größe und vor allem das Sprachproblem, weil die Kongresssprache Englisch ist, überfordern selbst begeisterte Mediziner.
Aus diesem Grund hat die Pharmafirma Takeda ein von ihr finanziertes Tutorenprogramm für Urologen ins Leben gerufen.


Die Grundidee ist simpel: Damit die Kongressteilnehmer von dem kostspieligen und zeitraubenden Trip auch mehr mit nach Hause nehmen als nur ein paar schöne Eindrücke und bruchstückhafte Erinnerungen an die Vorträge, werden die Ärzte (sowohl Kliniker als auch Niedergelassene) von Tutoren betreut, die im Anschluss an einen Vortrag mit ihren Kollegen das Gehörte und Gezeigte noch einmal durchgehen, Fragen beantworten und vertiefen. Das sorgt nicht nur für den richtigen Lerneffekt - wie damals in der Universität, wo eine Gruppendiskussion den Studenten den Stoff zehnmal näher brachte als die Vorlesung eines Dozenten auf dem Podium -, es senkt auch die Hemmschwelle, sich nach kurzer Zeit den nächsten Vortrag anzuhören.
„Wir haben das im vergangenen Jahr beim Kongress der American Urological Association (AUA) in San Francisco zum ersten Mal umgesetzt“, sagt Alida Cardinal von Takeda (Produktgruppenleiterin Marketing, Bereich Urologie und Gynäkologie), die das Tutorenprogramm federführend betreut.


„Die Idee hat viele Väter, sprich: Der Vorschlag kam von verschiedenen Seiten, was zeigt, dass die Zeit einfach reif war für so ein Programm.“ Entsprechend groß ist das Interesse.
Beim AUA-Kongress 2005 in San Antonio/Texas, waren mehrere Tutoren aus dem Vorjahr wieder mit von der Partie, und zahlreiche Ärzte zeigten sich mehr als interessiert, in das Tutorenprogramm aufgenommen zu werden.


Professor Dr. Andreas J. Gross, der ebenfalls dazu beigetragen hat, dass aus einer guten Idee Realität wurde, sagt: „Ich wundere mich, dass es bisher noch nichts Vergleichbares gibt. Es ist doch klar, wenn ich etwas lernen will, dann genügt es nicht, mich in einen Hörsaal zu setzen und in einer fremden Sprache zuzuhören. Ich muss das einfach mehrmals durchkauen, von verschiedenen Seiten beleuchten.“
Und bei einem Kongress wie in San Antonio, bei dem über 16 000 Teilnehmer zwischen 320 Vorträgen zu urologischen Themen wählen mussten, sei es allein schon ein Vorteil, sich beraten zu können, welche Veranstaltungen am lohnendsten sein könnten, beziehungsweise welche Themen für welchen Mediziner den größten Fortbildungsnutzen hätten. Groß: „Viele Teilnehmer sagen: ‚Macht das bitte weiter!’ "

Darauf können sie rechnen. Takeda-Mitarbeiterin Dr. Hiltrud Hillger, die unter anderem für das Konzept und die Koordination des Tutorenprogramms in San Antonio zuständig war, ist mehr als zufrieden mit dem Ergebnis. „Auch die Möglichkeit, die wichtigsten wissenschaftlichen Themen, die besprochen wurden, zusätzlich als Zeitung mitzunehmen, kommt sehr gut an.“ Die zwölf Tutoren freuen sich ebenfalls über die Hilfestellung, die sie zahlreichen urologischen Kolleg/innen leisten konnten. Professor Dr. Manfred Wirth: „Ich habe mich beteiligt, weil viele Kollegen nicht genügend Zeit haben sich in alle wissenschaftlichen Details einzuarbeiten, um Diskussionen und Vorträge komplett zu verstehen. Ich helfe gern, das möglicherweise bestehende Defizit aufzufüllen. Das Tutorenprogramm ist gerade bei englischsprachigen Kongressen eine wichtige und sinnvolle Maßnahme.“ Sein Kollege Dr. Sebastian Melchior, der bereits im Vorjahr beim AUA in San Francisco als Tutor dabei war, bekräftigt das: „Nicht nur die Interaktion mit den Kollegen ist gut, man stellt häufig auch plötzlich neue Aspekte fest, weil man in einer Gruppe noch einmal die Gelegenheit hat, das Gehörte zu reflektieren.“


Die Fähigkeit, sich auf Diskussionen einzulassen, gehört laut Hillger und Cardinal zu den wichtigsten Eigenschaften der handverlesenen Tutoren. „Dass sie wissenschaftlich sehr gut sein müssen, um auch fundierte fachliche Bewertungen vornehmen zu können, ist natürlich Grundvoraussetzung“, sagt Alida Cardinal. „Aber sie müssen auch imstande sein, Dinge zu vermitteln, sich kritisch hinterfragen zu lassen, sich auf die Diskussion wirklich einlassen.“ Interessenten für das Tutorenprogramm 2006 beim AUA-Kongress in Atlanta (Georgia) gibt es schon jetzt reichlich, was die Firma Takeda in ihrem Konzept bestätigt: „Man darf nicht vergessen, dass diese Veranstaltungen den Tutoren und uns als Gastgeber einiges an Engagement abverlangt. Darum ist es für beide Seiten wichtig, zu wissen, dass diese Investition auch nutzbringend für die Fortbildung aufgewendet wird.“


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