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Berlin, 18.06. 2007 14:15

Rettung für marode Balkone:
Betonerhaltung nur mit Gütesicherung / „Standsicherheit“ im Fokus der Betrachtung

Abbröckelnder Beton, freigesprengte, rostende Bewehrungsstäbe – ein Horror für jeden Betroffenen. Jetzt ist Handeln angesagt, damit die Bausubstanz wieder in einen sicheren Zustand versetzt wird. Die bauchemische Industrie hat verlässliche Systeme zur Betoninstandsetzung entwickelt. Nur muss eine solche Instandsetzung fachgerecht geplant, ausgeführt und überwacht werden.

Kann ein privater Hausbesitzer vom Bundesverkehrsministerium lernen? Der oberste Bauherr unserer Bundesautobahnen steht in der Pflicht, die Standsicherheit seiner „Immobilien“, insbesondere der Autobahnbrücken zu gewährleisten. So kam es, dass der Bund eine Reihe von Bauvorschriften erließ, die speziell für Beton-Erhaltungsarbeiten an Straßen und Brücken gelten. Danach dürfen bei der Instandsetzung dieser Bauwerke z. B. nur bestimmte zertifizierte Baustoffe und –systeme verwendet werden.
Andere Bauherren stehen in Sachen Betonerhaltung vor einer ähnlichen Problematik wie der Bundesverkehrsminister; doch ist das Spektrum breiter; es reicht von der Balkonbrüstung über die Fassade oder ein Parkdeck bis hin zu Industriebauten. Das hierfür gültige Regelwerk ist die „Richtlinie Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen“ (kurz: Instandsetzungs-Richtlinie), herausgegeben vom Deutschen Ausschuss für Stahlbeton.
Die Regelwerke für den Verkehrsbau und den „übrigen“ Bau sind vor wenigen Jahren an einander angeglichen worden. Die Instandsetzungs-Richtlinie hat den Status einer anerkannten Regel der Technik. Bauherren, Planer und Verarbeiter müssen sich danach richten. Was sie im jeweils ureigensten Interesse auch tun sollten.
Lernen vom Bundesverkehrsminister heißt:
– Auf jeden Fall einen Planer beauftragen, der über entsprechende Sachkunde in der Betoninstandsetzung verfügt,
– nur nachweislich qualifizierten Instandsetzungsunternehmen vertrauen,
– auf die Einhaltung der Güte- und Prüfbestimmungen achten.
Ein Schlüsselwort für jeden, der sich mit Betonschäden konfrontiert sieht, lautet „Standsicherheit“. Das geltende Recht fordert, dass in jeder Phase eines Bauvorhabens – und erst recht bei Instandsetzungsarbeiten – klargestellt sein muss, wer für die Standsicherheit des Bauwerks verantwortlich ist.
Bauherren können bei der Beauftragung „ihrer“ Betoninstandsetzung eine Reihe von Fallen tappen. So ist ohne Spezialkenntnisse nicht zu erkennen, ob die zu beauftragenden Arbeiten standsicherheitsrelevant sind. Dies kann nur ein fachkundiger Architekt oder Ingenieur als Planer beurteilen.
Auch sollte man der Versuchung widerstehen, sich unter Umgehung des Planers direkt an ein ausführendes Unternehmen zu wenden. Mit der vermeintlichen Einsparung bei den Planungskosten lädt sich der Bauherr unübersehbare Haftungsrisiken auf. Ausführende Betriebe sind in der Regel nicht gegen Planungsfehler versichert; das Planungsrisiko fällt dann auf den Bauherren zurück.
Die Planungskosten bleiben, nur werden sie in den Leistungspreisen „versteckt“. Oft eignet sich die angebotene Leistung nicht, den Schaden dauerhaft zu beheben. Oder die Fachkunde des Unternehmens stimmt nicht mit den vollmundigen Versprechungen des Repräsentanten überein. Wird dann auch noch das Unternehmen insolvent, hat der Bauherr schnell hohe fünf- oder sechsstellige Beträge vergebens aufgewendet.
Die Instandsetzungs-Richtlinie beschreibt die Pflichten des Planers sehr genau. So schuldet er dem Auftraggeber eine umfassende Beratung, die qualifizierte Leistungsbeschreibung für die Ausschreibung und – ausführungsbegleitend – die ständige Beachtung aller die Standsicherheit beeinflussenden Faktoren. Zusätzliche Sicherheit bietet die vorgeschriebene Überwachung durch eine dafür anerkannte Fremdüberwachungsstelle. Die Webseite www.betonerhaltung.com weist auf Landesebene den Weg zu fachkundigen Planern und Unternehmen sowie zu den Gütegemeinschaften.
Dass eine falsche Einschätzung von Risiken der Standsicherheit fatale Folgen haben kann, ist spätestens seit dem Unglück von Bad Reichenhall im Bewusstsein der Öffentlichkeit angekommen. Wie aber verhält es sich, wenn ein Billiganbieter verrostete Bewehrung einfach zuschmiert, statt – aufwendiger – zu entrosten, zu grundieren und dann korrekt mit einem hierfür zugelassenen System die Ausbruchstelle zu verfüllen? Im günstigeren Falle sprengt der Rost das Füllmaterial bald wieder ab, und der Auftraggeber kann eine Nachbesserung durchsetzen. Im schlechteren Falle schreitet die Korrosion bis zur Beeinträchtigung der Standsicherheit fort, und die ausführende Firma ist nicht mehr greifbar. Gerade bei der Betoninstandsetzung gilt: Billig kann teuer werden.

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In der Bundesgütegemeinschaft Instandsetzung von Betonbauwerken e.V. haben sich zehn Landesgütegemeinschaften und die Bundesgütegemeinschaft Betonflächeninstandsetzung (BFI) zusammengeschlossen. Unterstützt werden sie durch Unternehmen, die der Deutschen Bauchemie e.V. angehören sowie durch Einzelmitglieder. Ziel der Gemeinschaft ist es, durch RAL-gütegesicherte Maßnahmen bei der Betoninstandsetzung für eine langfristige Werthaltigkeit der Bausubstanz zu sorgen und Gefahren für die Allgemeinheit aus Mängeln in der Bausubstanz abzuwehren. Diesem Ziel haben das Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen und das Deutsche Institut für Bautechnik durch Anerkennung der Bundesgütegemeinschaft Instandsetzung von Betonbauwerken bzw. ihrer Prüfstellen Rechnung getragen.
Bundesgütegemeinschaft Instandsetzung von Betonbauwerken e.V.
Nassauische Straße 15, 10171 Berlin,
Telefon: (030) 86 00 04 -891, Fax (030) 86 00 04 -43
, www.betonerhaltung.com


Bildunterschrift:
Fachkundig instandgesetzte Balkone. Foto: MC Bauchemie

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