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Stuttgart/Reutlingen, 21.06. 2006 08:56

Rund 800 Arbeitsplätze für Bosch-Beschäftigte Neue Fertigung soll Mitte 2009 die Produktion aufnehmen Stärkung des Bereichs Automobilelektronik Investition sichert Bosch-Beschäftigung im Raum Reutl
Gesamtinvestition von rund 550 Millionen Euro: Bosch baut neue Halbleiter-Fertigung in Reutlingen bei Stuttgart

Die Bosch-Gruppe investiert rund 550 Millionen
Euro in den Bau einer neuen 200-Millimeter-Halbleiterfertigung am Standort
Reutlingen bei Stuttgart. Mit dem Bau der Anlage soll im Herbst 2007
begonnen werden. Der Fertigungsanlauf ist für Mitte 2009 geplant. Die Anlage
hat eine Gesamt-Kapazität von bis zu 1 000 Siliziumscheiben, so genannten
Wafern, pro Tag. Das entspricht einer täglichen Produktionsmenge
von bis zu einer Million Mikro-Chips. „Mit dieser hohen Einzelinvestition in
modernste Fertigungstechnik stärken wir langfristig unser internationales
Automobilelektronik-Geschäft. Gleichzeitig ist diese Entscheidung ein positives
Signal für den Standort Deutschland und für den Großraum Stuttgart
“, sagte Franz Fehrenbach, Vorsitzender der Bosch-Geschäftsführung.


Bosch ist bereits seit zehn Jahren mit einer 150-Millimeter-Halbleiterproduktion
in Reutlingen vertreten. Der Standort verfügt daher über umfangreiches
Know-how und eine gute Infrastruktur.
Die Halbleiter- und Mikromechanik-Chips aus Reutlingen werden vor allem
in der Automobilindustrie eingesetzt. Sie sind als Bauelemente in Steuerger
äten das „zentrale Nervensystem“ für zahlreiche Funktionen im Fahrzeug.
Dazu zählen elektronische Sicherheitssysteme wie ABS, ESP® oder
Airbags, verbrauchsgünstige und saubere Motoren mit elektronischem Motormanagement
oder moderne Fahrerassistenz-Systeme. In einem Automobil
der Mittel- bis Luxusklasse sind durchschnittlich zwischen 100 und 200
anwendungsspezifische Mikrochips eingebaut. „Wir rechnen damit, dass
der Halbleiter-Markt für Automobil-Anwendungen mittelfristig um rund
zehn Prozent pro Jahr wächst“, sagte Dr. Bernd Bohr, Bosch-Geschäftsführer und Vorsitzender des Unternehmensbereichs Kraftfahrzeugtechnik.
Darüber hinaus erschließt das Unternehmen über die kürzlich gegründete
Tochtergesellschaft Bosch Sensortec zusätzliche Vertriebskanäle, insbesondere
in die Unterhaltungselektronik.
800 Arbeitsplätze für Bosch-Mitarbeiter aus der Region
Insgesamt entstehen in der neuen 200-Millimeter-Halbleiterfertigung bis
zum Jahr 2012 rund 800 Arbeitsplätze. Den Bedarf an qualifizierten Arbeitskr
äften wird das Unternehmen weitgehend intern abdecken können –
vor allem über Mitarbeiter aus dem nahe gelegenen Betriebsteil Rommelsbach.
Nach der Entscheidung von Volkswagen, zwischen 2007 und 2012
schrittweise anstelle von so genannten Pumpe-Düse-Systemen nur noch
Common-Rail-Dieseleinspritzsysteme zu verwenden, waren dort alle 620
Arbeitsplätze gefährdet. Mit dem Aufbau der Halbleiter-Fertigung kann
Bosch einem Großteil der Mitarbeiter aus Rommelsbach bei entsprechender
Eignung einen neuen Arbeitsplatz wenige Kilometer entfernt anbieten.
„In Reutlingen haben wir gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern eine
für alle Seiten tragfähige Lösung entwickelt“, sagte Bohr. In der neuen
Halbleiterfertigung wird im so genannten „Voll-Conti“-Betrieb an mehr als
350 Tagen im Jahr gearbeitet – das heißt sieben Tage die Woche, 24 Stunden
am Tag. Um die Wettbewerbsfähigkeit zu gewährleisten, wurden unter
anderem Vereinbarungen zu flexiblen Arbeitszeiten getroffen.
Darüber hinaus sollen den Mitarbeitern aus Rommelsbach in den kommenden
Jahren vereinzelt Arbeitsplätze in einem anderen Bereich oder an einem
anderen Bosch-Standort in der Region angeboten werden. Parallel
wird voraussichtlich bis zum Jahr 2009 die Produktion von Pumpe-Düse-
Systemen im Werksteil Rommelsbach schrittweise zurückgefahren. An den
weiteren Pumpe-Düse-Standorten von Bosch in Stuttgart-Feuerbach, Rodez
(Frankreich) und Bursa (Türkei) werden die konkreten Auswirkungen der
VW-Entscheidung derzeit noch geprüft und mögliche Ersatzbeschäftigungen
diskutiert. Eine vollständige Kompensation der Arbeitsplätze an allen
Standorten wird aber voraussichtlich nicht möglich sein. Bosch ist derzeit
in fortgeschrittenen Gesprächen mit Volkswagen über Folgeaufträge für
Common-Rail-Dieseleinspritzsysteme.
Reutlingen: Präzisionstechnik in hohen Stückzahlen
Die neue 200-Millimeter-Wafer-Fertigung in Reutlingen wird im Wesentlichen
auf den "Smart Power Process" ausgerichtet. Integrierte Schaltungen
in dieser Technik vereinen auf einem Chip hochempfindliche Signal-Verarbeitung
ebenso wie Hochstromschaltungen zur Steuerung leistungsstarker
Aktoren. Diese müssen auch unter besonders harten thermischen und me
hanischen Belastungen im automobilen Betrieb zuverlässig funktionieren.
Die angewendete Technik arbeitet dabei mit feinsten Strukturen, die auf
die Chips gebracht werden. In der ersten Stufe betragen die Strukturbreiten
0,35 Mikrometer – das ist weit weniger als ein Hundertstel der Dicke
eines menschlichen Haares. Später plant Bosch, die Strukturbreiten noch
einmal auf 0,18 Mikrometer zu halbieren. Diese Präzision stellt technologisch
höchste Ansprüche an die Fertigungstechnik. Darüber hinaus sollen
in der 200-Millimeter-Wafer-Fertigung auch zukünftige MEMS-Technologien
anlaufen – das sind mikromechanische Sensoren, die vor allem im Automobil
sowie auch in Mobiltelefonen, Taschencomputern oder Spielekonsolen
eingesetzt werden. Damit sichert sich Bosch auch langfristig die modernste
Fertigungstechnologie auf diesem Wachstumsmarkt.
Reutlingen ist Sitz des Bosch-Geschäftsbereichs Automobilelektronik und
dessen wichtigster Entwicklungs- und Fertigungsstandort für eine Vielzahl
von elektronischen Komponenten. Im weltweiten Fertigungsverbund hat
der Standort große Bedeutung als Pilotwerk für innovative Produkte wie
zum Beispiel Fahrerassistenzsysteme. Insgesamt beschäftigt Bosch in
Reutlingen an drei Standorten rund 7 000 Mitarbeiter, darunter 240 Lehrlinge
in der technisch-gewerblichen und kaufmännischen Ausbildung.

Hinweise an die Redaktionen:
1) Fotos zur Halbleiter-Fertigung in Reutlingen und zu Produkten mit Bosch
Mikrochips erhalten Sie unter www.bosch-presse.de
2) Video-Footage-Material per ATM oder BetaSP per Kurier erhalten Sie
über: www.tvservicebox.de oder bei Atkon, Carsten Teubel,
Tel.: 030/347474-375; Email:
3) Radio O-Töne erhalten Sie bei Schlenker PR, Nadja Hiller,
Tel.: 0711/649730, web: http://www.radioboerse.de/themen/
Die Bosch-Gruppe ist ein international führender Hersteller von Kraftfahrzeug- und Industrietechnik,
Gebrauchsgütern und Gebäudetechnik. Rund 251 000 Mitarbeiter erwirtschafteten
im Geschäftsjahr 2005 einen Umsatz von 41,5 Milliarden Euro. 1886 als „Werkstätte für
Feinmechanik und Elektrotechnik“ von Robert Bosch (1861-1942) in Stuttgart gegründet,
umfasst die heutige Bosch-Gruppe ein Fertigungs-, Vertriebs- und Kundendienstnetz mit
mehr als 280 Tochtergesellschaften und mehr als 12 000 Bosch Service Betrieben in über
140 Ländern.
Die gesellschaftsrechtliche Struktur der Bosch-Gruppe sichert ihre finanzielle Unabhängigkeit
und unternehmerische Selbständigkeit. Sie ermöglicht dem Unternehmen, in bedeutende
Vorleistungen für die Zukunftssicherung zu investieren und seiner gesellschaftlichen Verantwortung im Sinne des Firmengründers gerecht zu werden. Die Anteile der Robert

Bosch GmbH liegen zu 92 Prozent bei der gemeinnützigen Robert Bosch Stiftung. Die unternehmerische
Gesellschafterfunktion wird von der Robert Bosch Industrietreuhand KG
wahrgenommen.
Mehr Informationen unter www.bosch.com.


Kontaktinformationen:
Dr. Michael Preuss, Telefon +49 711 811-6631