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Groß-Gerau, 27.09. 2006 10:31

15 Jahre erfolgreiche Speisesalzfluoridierung in Deutschland
Kariesvorbeugung beim Essen hält die Zähne gesund

Seit nunmehr 15 Jahren kann auch in Deutschland direkt beim Essen gegen Karies vorgebeugt werden, und zwar mit fluoridiertem Speisesalz. Das als Jodsalz mit Fluorid erhältliche Speisesalz ist bis jetzt aber nur für die Verwendung im Privathaushalt zugelassen. Der Nutzen dieses Salzes ist jedoch eindeutig, denn in Verbindung mit der regelmäßigen Verwendung von fluoridhaltiger Zahncreme kann dieses Salz das Kariesaufkommen um etwa 50 Prozent reduzieren. Deshalb fordern Zahngesundheitsexperten, dass auch Kantinen, Mensen, Restaurants und Bäckereien eine Zulassung zur Verwendung dieses Salzes erhalten sollten.

Die Zahnkaries ist neben Zahnfleischentzündungen heute noch die häufigste Erkrankung im Mund. Rund 95 Prozent der Erwachsenen haben unter dieser Volkskrankheit zu leiden, wie Dr. Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer, bei einer Pressekonferenz der Informationsstelle für Kariesprophylaxe des Deutschen Arbeitskreises für Zahnheilkunde in München sagte. Für zahnerhaltende Maßnahmen und Zahnersatz mussten die gesetzlichen Krankenkassen 2003 knapp 12 Milliarden Euro ausgeben, das sind mehr als über acht Prozent ihrer gesamten Leistungsausgaben.

Dabei seien die Möglichkeiten der Vorbeugung so vielfältig und wirksam, wie die damit erzielten Erfolge bei den 12-Jährigen in Deutschland belegen. Bei dieser Altersgruppe konnte durch eine ausgewogene Ernährung, durch regelmäßiges Zähneputzen, die Anwendung von Fluoriden, gruppenprophylaktische Maßnahmen in Kindergärten und Schulen sowie durch eine regelmäßige zahnärztliche Betreuung die Karieshäufigkeit in den letzten zehn Jahren um rund 60 Prozent reduziert werden. Eine besonders effektive Maßnahme ist dabei vor allem die Anwendung von Fluoriden, wie Oesterreich betonte. Bei nicht erhöhtem Kariesrisiko sei die Anwendung fluoridhaltiger Zahnpasten in Kombination mit der Verwendung von fluoridiertem Speisesalz im Haushalt bereits ausreichend, um die Zähne gesund zu erhalten.

Vor allem fluoridiertes Speisesalz hat in den letzten Jahren wesentlich zum Rückgang der Zahnkaries beigetragen. Dieses darf auf Betreiben des Deutschen Arbeitskreises für Zahnheilkunde seit 1991 auch in Deutschland in Privathaushalten verwendet werden, wie der damalige Initiator, der Münchener Zahnarzt Dr. Hanns-Werner Hey, erläuterte. Da im gleichen Jahr die Informationsstelle für Kariesprophylaxe gegründet und mit einer breiten Verbraucheraufklärung begonnen wurde, hatte dieses Salz bei den Verbrauchern bald eine hohe Akzeptanz. Heute ist es mit rund 67 Prozent Marktanteil das meist gekaufte Haushaltssalz in Deutschland.

Die Verwendung von Jodsalz mit Fluorid gilt generell als die einfachste, wirksamste und preiswerteste Methode zur Kariesvorbeugung, weil damit eine gleichmäßige und kontinuierliche Fluoridzufuhr gewährleistet ist, von der die ganze Familie profitiert, so Hey. Durch den Zusatz von Jod kann gleichzeitig ebenso einfach und wirksam jodmangelbedingten Schilddrüsenkrankheiten vorgebeugt werden.

Von herausragendem Nutzen ist vor allem die Wirkung von fluoridiertem Speisesalz direkt am Zahn, wie Professor Stefan Zimmer von der Universitätszahnklinik Düsseldorf, Sprecher der Informationsstelle für Kariesprophylaxe, betonte. Weil das dem Salz zugesetzte Fluorid schon während des Essens direkt am Zahn wirkt, schützt es immer dann, wenn während und unmittelbar nach dem Essen von bakteriellen Zahnbelägen kariesauslösende Säuren gebildet werden, die den Zahn angreifen. Bei kontinuierlicher Verwendung von fluoridiertem Speisesalz erhöht sich zudem die Fluoridkonzentration im Speichel, was die Schutzwirkung gegen Karies weiter verbessert.

Analysen haben laut Professor Zimmer ergeben, dass mit einem Euro, der für Jodsalz mit Fluorid ausgegeben wird, mindestens hundert Euro an zahnmedizinischen Behandlungsleistungen gespart werden können. Damit ist diese Form der Kariesvorbeugung nicht nur effektiv, sondern auch Kosten sparend. Aus diesem Grund fordern die Experten, dass Jodsalz zukünftig auch in Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung und in Bäckereien eingesetzt werden darf. Die kariesvorbeugende Wirkung dieses Speisesalzes könnte dann noch mehr Menschen zugute kommen.


Kontaktinformationen:
Informationsstelle für Kariesprophylaxe
Alfred Fischer
Postfach 1352
64503 Groß-Gerau
Telefon: 06152/81466