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München, 21.09. 2007 09:54

ADAC-Crashtest simuliert Unfälle mit Kleinlastern
ADAC-Unfallforschung: Kleine Laster – große Wirkung

Nach Angaben der ADAC-Unfallforschung ereignen sich jährlich knapp 15 000 Verkehrsunfälle mit Transportern bei denen Menschen verletzt werden. Besonders häufig sind Auffahrunfälle. Der ADAC hat auf seiner Crashanlage jetzt einen solchen Unfall nachgestellt. Dabei hat sich gezeigt, dass die Belastungen für die Pkw-Insassen sehr hoch sind. Während beim schweren Transporter beim Aufprall mit 60 km/h lediglich der Motorraum leicht deformiert wird, reißen beim Pkw die Schweißnähte an Schweller und Dach. Der Fahrersitz verformt und verdreht sich. Die Kopfstützenhalterung sowie der gesamte Sitz wird durch den nach hinten katapultierten Fahrer stark beschädigt.

Ein hohes Verletzungsrisiko im Bereich der gesamten Wirbelsäule ist die Folge. Bei den hinten sitzenden Insassen im Pkw besteht die Gefahr von schweren Nacken-, Bein und Brustverletzungen. Solche Unfälle können durch Bremsassistenten oder durch adaptive Notbremssysteme aus dem schweren Nutzfahrzeugbereich vermieden werden.

Transporterunfälle beginnen häufig mit gefährlichen Schleudervorgängen, die nicht selten mit Überschlägen, an Bäumen oder im Gegenverkehr enden. Viele dieser Unfälle könnten durch ESP vermieden oder sehr stark abgemildert werden. Das haben Fahrversuche im Rahmen des ADAC-Autotests bestätigt. Doch lediglich ein Drittel der aktuell verfügbaren Transportermodelle ist serienmäßig mit ESP ausgerüstet.

Auch die Insassen des Transporters sind stark gefährdet, wenn sie auf ein Hindernis gleicher Masse, etwa Lkw, Leitplanken oder Bäume treffen. Dazu hat der ADAC ebenfalls einen Crashtest durchgeführt. Die Ergebnisse bestätigen die Erkenntnisse der ADAC-Unfallforschung: In der Fuß- und Beinregion sowie im Bereich der Brust ergibt sich ein erhöhtes Verletzungsrisiko. Deformationen am Armaturenbrett, im Fußraum und in der Pedalerie führen zu einer hohen Einklemmungsgefahr. Die Stabilität des Fußraumes muss daher auch im Transporter dringend erhöht werden, ohne auf den Partnerschutz für Pkw zu verzichten. Die Insassen dürfen sich nicht an scharfkantigen Öffnungen im Bodenblech zusätzlich verletzen können.

Um die Zahl der Transporterunfälle in der Praxis nachhaltig zu senken, fordert der ADAC den serienmäßigen Einbau von ESP und Bremsassistenten. Bei einer Bremsung aus 100 km/h kann in Notsituationen der Bremsweg durch den Bremsassistenten um bis zu zwölf Meter verkürzt werden. Diese Strecke entscheidet darüber, ob ein Transporter mit 60 km/h in ein stehendes Hindernis rast oder gerade noch zum Stehen kommt.

Zu diesem Text bietet der ADAC unter www.adac.de/tv einen Film an.


Bildunterschrift:
(Quelle:ADAC)

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