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Bukarest/Hannover, 26.10. 2007 09:10

- Ergebnisse zeigen Anzeichen von Verunsicherung über eigene Zukunftsperspektiven - Internationaler Automobilzulieferer Continental stellt neue repräsentative Studie vor
2. „Continental-Studentenumfrage“ Rumänien: Rumänische Hochschulabsolventen sehen Globalisierung eher kritisch und sind weniger optimistisch als 2005

Rumänische Hochschulabsolventen sehen ihre Zu¬kunftsperspektiven weniger optimistisch als noch vor zwei Jahren: Schätzten 2005 mit 73,5 Prozent noch knapp drei Viertel der Studentinnen und Studenten ihre Karrierechancen zu¬versichtlich ein, sind es derzeit mit 54,8 Prozent noch gut die Hälfte. Die Zahl der eher pes¬simistisch eingestellten Absolventen blieb gleichzeitig nahezu unverändert auf niedrigem Niveau. Das ist ein Ergebnis der repräsentativen 2. rumänischen „Continental-Studenten-umfrage“, die der internationale Automobilzulieferer in Bukarest vorstellte.

Die Continental AG ist einer der größten ausländischen Investoren in Rumänien und be¬schäftigt in Timişoara, Sibiu, Carei und Arad rund 3.750 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Hinzu kommen die Siemens-VDO-Standorte Timişoara und Iasi, sobald die internationalen Wettbewerbsbehörden dem Ende Juli angekündigten Kauf des Unternehmens durch die Continental zugestimmt haben und die Übernahme abgeschlossen ist.

„Continental ist künftig mit einem Umsatz von mehr als 25 Milliarden Euro und rund 140.000 Beschäftigten einer der fünf größten Automobilzulieferer der Welt. Rumänien stellt dabei ei¬nen der wichtigsten Produktions- und Entwicklungsstandorte in Europa dar und verfügt über ein großes Talentreservoir. In diesem Jahr wollen wir weltweit mehr als 1.300 Hochschulab¬solventen einstellen, insbesondere Ingenieure. Deshalb interessieren wir uns grundsätzlich für die Ansichten des akademischen Nachwuchses zu wichtigen Zukunftsfragen rund um Ausbildung, Beruf und Karriere“, erklärte Continental-Personalvorstand Heinz-Gerhard Wente das Engagement des Unternehmens.

Nach vier vergleichbaren Umfragen in Deutschland hat das Meinungsforschungsinstitut TNS/ Infratest im Frühsommer zum zweiten Mal nach 2005 insgesamt 974 Hochschulabsolventen in Rumänien befragt, 496 Studentinnen und 478 Studenten.
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Ein Themenschwerpunkt war in diesem Jahr in Rumänien wie auch bei der vorausgehenden Umfrage unter den deutschen Hochschulabsolventen die Globalisierung. Dabei zeigte sich, dass die rumänischen Studenten wie ihre deutschen Kommilitonen die Globalisierung grund¬sätzlich eher kritisch sehen. Rund 45 (D: 51,3) Prozent der ungestützt erfragten Nennungen sind klar negativ einzuordnen. Gemessen an der Gesamtzahl der Äußerungen fällt damit aber die Einschätzung deutlich negativer aus als in Deutschland, weil die rumänischen Ab¬solventen zum Thema Globalisierung insgesamt deutlich weniger Aussagen treffen als die deutschen. Neutrale Nennungen mit wirtschaftlichem Schwerpunkt nehmen in Rumänien mit knapp 40 Prozent klar weniger Raum ein als in Deutschland (rund 70 Prozent).

Am häufigsten wurden in Rumänien ungestützt der „Welthandel/globaler Warenverkehr“ mit 14,2 (D:14,7) Prozent sowie die weltweite Produktion von Waren und Dienstleistungen mit 8,2 Prozent genannt. „Chancen und Risiken“ sehen 7,4 (D:13,1) Prozent, an vierter Stelle taucht mit 7,1 Prozent bereits „Armut“ auf - in Deutschland mit 2 Prozent weit abgeschlagen. Dagegen nennen die rumänischen Studentinnen und Studenten „Arbeiten im Ausland“ über¬haupt nicht, in Deutschland waren es 10,1 Prozent. Vielmehr wird in Rumänien von „enger Zusammenarbeit mit Kollegen aus anderen Ländern“ (6,8 Prozent) gesprochen.

„Überraschend für uns war, dass mit etwa 11 Prozent der Studenten in Rumänien, das von Deutschland aus betrachtet als klassisches Niedrigkostenland gilt, etwa ebenso viele Be¬fragte die Auslagerung von Arbeitsplätzen in „Billiglohnländer“ befürchten wie in Deutschland als Hochkostenland“, sagte Wente. „Auffällig ist, dass den rumänischen Studentinnen und Studenten zu den Auswirkungen der Globalisierung auf ihre künftige Berufs- und Lebenswelt vergleichsweise wenig einfällt.“ In Deutschland nannten 38,3 Prozent der Befragten „Arbeiten im Ausland“, 32,5 Prozent sehen „mehr Flexibilität und Mobilität“. In Rumänien dagegen sind es nur knapp 6 Prozent. Etwa gleich fällt indessen das Urteil mit jeweils rund 20 Prozent der Nennungen zu „mehr Konkurrenz/Wettbewerbsdruck“ aus.

Die fehlenden Aussagen zu „Arbeiten im Ausland“ im Zusammenhang mit der Globalisierung sind vor allem auch deshalb auffällig, weil die rumänischen Studentinnen und Studenten in¬ternational mobil sind:
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Bei gleichzeitigem Jobangebot im Ausland oder in Rumänien würden 55,5 Prozent der Be¬fragten nach wie vor eine Mehrheit einen Arbeitsplatz im Ausland wählen. Allerdings ist die Zahl der entsprechenden Aussagen im Vergleich zu 2005 um rund 12 Prozentpunkte gefal¬len. Dies hat aber nicht dazu geführt, dass sich gleichzeitig mehr Befragte für Rumänien ent¬scheiden würden, vielmehr hat die Zahl der Unschlüssigen deutlich zugenommen. Unverän¬dert lehnt eine deutliche Mehrheit der rumänischen Absolventen es weiter ab, in als weniger attraktiv angesehenen Ländern wie Russland oder der Ukraine, China oder auch in Südame¬rika einen Arbeitsplatz anzunehmen.

Wenn es die Wahl zwischen einem Arbeitsplatz in Rumänien oder im Ausland gäbe, würde gut jeder vierte Befragte in Rumänien bleiben, knapp jeder Vierte würde einen Arbeitsplatz in Westeuropa bevorzugen. Knapp jeder Fünfte möchte nach Deutschland, jeder Zehnte au¬ßerhalb Europas arbeiten und nur drei Prozent in einem osteuropäischen Nachbarland. Rund 18 Prozent haben keine Vorstellungen. Befragt nach ihrer Meinung zu einem Arbeitsplatz in den USA würden Rumäniens Studenten wie die aus Deutschland mehrheitlich dort einen Job annehmen. Aber das Ansehen der USA hat in Rumänien innerhalb von zwei Jahren offenbar gelitten, denn nachdem sich 2005 noch 61 Prozent der rumänischen Absolventen für einen Job in den USA interessierten, sind es jetzt nur noch knapp über 50 Prozent.

Auffällig ist angesichts der ausgeprägten Auslandsorientierung bei entsprechenden Arbeits¬platzangeboten, dass die rumänischen Studentinnen und Studenten dies kaum berücksichti¬gen, wenn sie nach ihrer Meinung zu einer „optimalen“ Hochschule befragt werden: Die in¬ternationale Ausrichtung der Hochschule wird anders als in Deutschland (21,5 Prozent) überhaupt nicht genannt. Als wichtigstes Kriterium für eine solche Hochschule nennen 23,7 (D: 35,3) Prozent vielmehr eine gute technische Ausstattung. Daneben werden mehr Praxisbetreuung/Praktika (ROM: 22,6, D 19,4 Prozent), motivierte Dozenten (13,9 Prozent) und gute Betreuung (ROM:11,3, D: 23,6 Prozent) gefordert.

Möglicherweise liegt ein Grund für ausbleibende Forderungen nach einer internationalen Orientierung darin, dass bereits knapp zwei Drittel (63,3 Prozent) der rumänischen Studen¬tinnen und Studenten den Erwerb internationaler Kompetenz als festen Bestandteil ihrer Ausbildung nennen, gegenüber lediglich 28 Prozent in Deutschland.

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Allerdings sagen gleichzeitig nur 70,2 Prozent der Befragten in Rumänien im Vergleich zu 92,4 Prozent in Deutschland, dass ihre Hochschule Kooperationen zu ausländischen Hoch¬schulen unterhält. Ähnlich wie in Deutschland können die meisten Studentinnen und Stu¬denten diese aber in der Regel nicht konkretisieren. Und nur etwa 50 Prozent der Rumänen erleben ihre Hochschule als international ausgerichtet und weltoffen, in Deutschland sind es 92,4 Prozent.

Wenn die Befragten ihre wissenschaftliche Ausbildung und die Vermittlung von Kompeten¬zen unter dem Gesichtpunkt betrachten, sie für eine internationale Berufstätigkeit zu befähi¬gen, dann erfüllen ihre Hochschulen diese Anforderungen lediglich teils/teils (identischer Durchschnittswert in D und ROM 2,7). Rund 10 Prozent sehen große Defizite. 35,6 (D: 51,3) Prozent haben während des Studiums Erfahrungen mit ausländischen Lehrbeauftragten ma¬chen können. Wer Erfahrungen dieser Art sammeln konnte, ist mit ausländischen Lehrbe¬auftragten zufrieden (ROM: 2,3, D: 2,2).

Englisch (99,6 Prozent) wird nach Angaben der Befragten an jeder der von ihnen besuchten rumänischen Hochschulen vermittelt. Es folgen Französisch (78,2 Prozent) und Deutsch (55,2 Prozent), mit großem Abstand vor Spanisch (17,5 Prozent). Russisch oder Chinesisch wird von weniger als einem Prozent der Befragten genannt. Wenn es um die Bewertung der eigenen Fremdsprachenkenntnisse geht, geben bei der führenden Weltsprache Englisch nur 5,4 Prozent an, überhaupt keine Kenntnisse erworben zu haben. Dagegen beherrschen 30 Prozent Englisch fließend, weitere 33 Prozent bewerten ihre Kenntnisse als gut, 26 Prozent als „teils/teils“. Deutsch wird von 40 Prozent überhaupt nicht gesprochen, von denen mit Kenntnissen werden die eigenen Fähigkeiten mit „ausreichend“ (3,6) bewertet.

„Positiv beeindruckt hat uns der klare praxisorientierte Ansatz der rumänischen Studentinnen und Studenten“, sagte Wente. „Dies gilt für die deutlich gestiegene Zahl der absolvierten Praktika, während es in Deutschland bei diesem Thema einen durchaus besorgniserregen¬den negativen Trend zu verzeichnen gibt. Aber auch für die im Arbeitsleben unentbehrlichen so genannten 'soft skills' ist dies zu erkennen.“ Zwar bieten rumänische Hochschulen laut Studie insgesamt weniger studienbegleitende Projekte zur Vermittlung berufsnaher Kompe¬tenzen an als die deutschen.

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Dafür nutzen die rumänischen Studentinnen und Studenten die Angebote wesentlich konse¬quenter als die deutschen. Besonders deutlich tritt dies zu Tage bei Fähigkeiten wie Team¬arbeit mit 66,3 Prozent in Rumänien zu 19,2 Prozent in Deutschland oder auch Projektma¬nagement mit 41,1 zu 18,2 Prozent.

Eine entscheidende Lücke gibt es aber ausgerechnet bei „interkultureller Kompetenz“ mit 14,6 zu 41,3 Prozent. Gerade dies wird von den Rumänen selbst aber als eine wichtige Ei¬genschaft in einer globalisierten Arbeitswelt angegeben. Helfen könnten hier auch internatio¬nale Praktika. Ganz unabhängig von rein monetären Aspekten gibt es bei diesem Thema ein grundsätzliches Problem: Lediglich 26,5 (D: 37,3) Prozent der befragten Studentinnen und Studenten in Rumänien geben an zu wissen, wie man sich für ein internationales Praktikum erfolgreich bewirbt.

„Laut der Umfrage 2007 betrachten die rumänischen Absolventen die Bildung und den Arbeitsmarkt in enger Verbindung. Sie beweisen damit, dass sie die von der Globalisierung neugeschaffenen Zusammenhänge immer besser verstehen. Sie denken nuancierter, drücken kritischere Meinungen aus, verbinden die berufliche Kompetenz mit den sozialen Gegebenheiten“, sagte die rumänische Wissenschaftlerin Dr. Aurora Liiceanu. „Andererseits zögern sie und formulieren Bedenken. Die rumänischen Absolventen zeigen dadurch, dass ihre Wahrnehmung sich verändert, reifer geworden ist. Im Vergleich zur Meinungsumfrage 2005 ist ihr Enthusiasmus viel zurückhaltender. Die Zurückhaltung ist dadurch zu erklären, dass ihre Wahrnehmung der Wirklichkeit viel tiefgründiger ist, dass sie mit Realismus in die Zukunft blicken.”

„Continental AG liefert durch die regelmäßig erarbeitete Studie äußerst nützliche Informationen für die akademische Welt. Sie ist auch für die Lehrer von Vorteil: die Studie zeigt ihnen auf, was für einen Bedarf in den Unternehmen ist. Sie können ihren Unterricht dementsprechend anpassen und somit den jungen Absolventen und voraussichtlichen Angestellten entgegen kommen“, meinte Prof. Ioan Mihu vond er Universität Sibiu. „Die Universitäten werden durch die Studie über die Erwartungen der Studenten sowie über ihre Karriereperspektiven in einem multinationalen Unternehmen informiert. Die Universitäten müssen auf die angebotenen Informationen reagieren, um somit sowohl die Bedürfnisse der Studenten, wie auch die der Unternehmen zufrieden zu stellen.”
Der Continental-Konzern ist ein führender Automobilzulieferer und Anbieter für Bremssysteme, Fahr¬werkkomponenten, Fahrzeugelektronik, Reifen und Technische Elastomere. Das Unternehmen erzielte 2006 einen Umsatz von 14,9 Mrd Euro und beschäftigt derzeit weltweit rund 89.000 Mitarbeiter.




Mediendatenbank im Internet: www.conti-online.com. Alle Informationen rund um das Thema Studentenumfrage finden Sie im Internet unter dem Link: http://www.conti-online.com/generator/www/com/de/continental/portal/themen/presse_services/studentenumfrage/overview_studentenumfragen_de.html


Bildunterschrift:
Title:
Studentenumfrage Rumänien 2007

Description/Underline:
Von links nach rechts: Prof. Dr. Ioan Mihu, Lucian-Blaga-Universität, Sibiu, Heinz-Gerhard Wente, Vorstandsmitglied und Arbeitsdirektor der Continental AG, und Frau PhD Aurora Liiceanu, Doktorin der Psychologie, während der Vorstellung der Ergebnisse der 2. "Continental-Studentenumfrage" in Rumänien´. Im Fokus der Umfrage standen in diesem Jahr die Themen Globalisierung und die Qualität der universitären Ausbildung im internationalen Vergleich.

Notes:
Foto: Continental AG


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