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Lausanne, 31.05. 2006 10:47

ENS 2006: Europäische Neurologentagung versammelt 2.200 Experten in Lausanne
"Neuroimaging" kann Schlaganfall-Therapie optimieren und liefert neue Erkenntnisse zur Demenz-Vorbeugung

Lausanne, 30. Mai 2006 - Moderne Techonologien wie die Diffusionsbildgebung ermöglichen völlig neue Wege in der Diagnose und Behandlung von zerebrovaskulären Erkrankungen. Sie können nicht nur zu einer weiteren Verbesserung von Diagnose und Therapie des Schlaganfalls beitragen, sondern möglicher Weise auch völlig neue Perspektiven in der Vorbeugung von anderen verbreiteten Erkrankungen wie der Demenz eröffnen, berichtete Prof. Dr. Franz Fazekas von der Neurologischen Universitätsklinik Graz (A) auf der Jahrestagung der Europäischen Neurologengesellschaft.

In Lausanne (Schweiz) findet derzeit der 16. Kongress der European Neurological Society (ENS) statt. Bei dieser wichtigsten europäischen Tagung aus dem Bereich der Neurologie werden die aktuellen Trends und Highlights der neurologischen Forschung und Therapie präsentiert. Ein Schwerpunkt der Tagung ist den rasanten Fortschritten in der Diagnostik von neurologischen Erkrankungen gewidmet.

"Die aktuellen Fortschritte im Bereich der bildgebenden Verfahren haben enorm zu einem besseren Verständnis von Durchblutungsstörungen des Gehirns beigetragen, die zu den größten Gesundheitsproblemen unserer Zeit gehören. Vor allem die Optimierung der Therapie des akuten Schlaganfalls bleibt in diesem Zusammenhang eine wichtige Aufgabe. Aber zunehmend verstehen wir dadurch auch, wie zerebrale Durchblutungsstörungen auch zu weniger dramatischen, aber durchaus bedeutsamen Funktionseinschränkungen des Gehirns beitragen", so Prof. Fazekas.

Was den Nachweis von Gefäßschädigungen nach einem Schlaganfall anlangt, habe vor allem die Diffusionsbildgebung (Diffusion-weighted MRI) die Diagnostik revolutioniert, sagt Prof. Fazekas. "Mit dieser Technologie können wir strukturelle Veränderungen des Gehirns schon eine Stunde nach dem Schlaganfall entdecken. Außerdem ermöglicht sie es, auch kleinste akute Läsionen zu sehen und sie von älteren Schädigungen zu unterscheiden. Ergänzend dazu können auch die hirnversorgenden Gefäße abgebildet werden." Das hilft nicht nur dabei, die Mechanismen eines Schlaganfalls besser zu verstehen, sondern hat auch wichtige Konsequenzen für die Therapie. "Art und Ausmaß der Veränderungen sind entscheidend für die Auswahl der bestmöglichen Akutbehandlung und nachfolgender Maßnahmen zur Vermeidung eines weiteren Schlaganfalls," sagt der Grazer Experte.

Die präzisen Bilder, die das moderne Neuroimaging liefert, tragen aber auch wesentlich zu einem besseren Verständnis langsam fortschreitender chronischer Veränderungen der Gehirngefäße bei. "Dazu gehören Veränderungen der weißen Gehirnsubstanz oder das entstehen kleiner Hohlräume, die Beeinträchtigungen können aber sogar zu einer effektiven Schrumpfung des Gehirns führen."

Solche langsam fortschreitende Schädigungen werden vor allem mit kongnitiven Verschlechterungen bis hin zur Demenz in Zusammenhang gebracht, aber auch mit Gangunsicherheiten und einer erhöhten Sturzgefahr bei älteren Menschen. Nicht zuletzt gibt es auch Hinweise auf Zusammenhänge zwischen derartigen Gewebeveränderungen im Gehirn und psychischen Erkrankungen wie Depressionen. "Mit diesen Erkenntnissen haben wir einen wichtigen Schlüssel zur Prävention von zerebrovaskulären Erkrankungen in der Hand", sagt Prof. Fazekas. "Das ist umso wichtiger, je mehr die Verbreitung dieser Erkrankungen durch die immer höhere Lebenserwartung in der westlichen Welt zunimmt."



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