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München, 09.04. 2007 09:33

Teil 1
Interview mit dem Münchner PR-Profi Wilhelm Treml: „Warum Pressearbeit richtige Arbeit ist“

Viele Wege führen nach Rom. In der Pressearbeit muss man offenbar alle Wege gleichzeitig gehen. Nachhaltiger Presseerfolg erreicht nur der, der E-Mail, Fax, Post, Internet, Pressetermine und den persönlichen Kontakt zu Journalisten nutzt, um auf sein Unternehmen und seine Themen aufmerksam zu machen. Wir sprachen mit Karl Wilhelm Treml, dem langjährigen Betreiber von www.News-Ticker.org, einem der größten Redaktionsportale Europas. Der gelernte Fotographenmeister und Laborbesitzer hat in seinem Berufsleben an die tausend Pressecampagnen in eigener Sache und in fremdem Auftrag hinter sich gebracht.

Redaktion: „Was ist in Ihren Augen die besondere Herausforderung der Pressearbeit?“

Treml: „Erstmal möchte ich eines klar aussprechen: Pressearbeit ist richtige Arbeit! Es ist ein Knochenjob, der trotzdem Spaß machen kann. In der Tat ist es sehr viel Arbeit, regelmäßig auf vielen Wegen mit Journalisten in Kontakt zu treten. Ich bin aber überzeugt, dass nur dann der Erfolg garantiert ist, wenn man bereit ist, diesen Aufwand an Zeit und Geld auf sich zu nehmen.

Redaktion: „Inwieweit ist Presseerfolg planbar?“

Treml: „Eigentlich gar nicht. Sie können alles richtig machen laut Lehrbuch – und dann kommt Ihnen die aktuelle Nachrichtenlage in die Quere, die Ihr Thema an genau diesem Tag in den Hintergrund treten lässt. Oft ist es aber auch so, dass dem Fleißigen der Geselle ‚Zufall’ zu Hilfe eilt. Journalisten sind auch nur Menschen und übernehmen in ihrer Not auch mal einfach das, was ihnen gerade unter die Finger kommt, wenn es einwandfrei aufbereitet und nicht werblich formuliert ist.“

Redaktion: „Das passiert aber nicht regelmäßig!“

Treml: „Nein, da haben Sie recht. Leider nicht. Wer glaubt, man stelle bei www.News-Ticker.org einfach eine Meldung für 50 Euro ein – und diese erscheint dann weltweit in allen Zeitungen, hat den Begriff ‚Pressearbeit’ wohl nicht richtig verstanden.“

Redaktion: „Aber genau das erwarten die Kunden doch von PR-Agenturen!“

Treml: „Manche Kunden erwarten das in der Tat. Aber das muss man ihnen schnellstens ausreden – Presse ist kein System, bei dem man einen Knopf drückt, und etwas erscheint. Schließlich haben wir die Pressefreiheit. Mir ist wichtig, dass Kunden sich in die Welt des Journalismus rein denken, und in deren Sprache. Da sagt man zum Beispiel nicht ‚einen Artikel schalten’ (das ist ja keine Werbung), und auch Begriffe wie ‚platzieren’ oder ‚lancieren’ nehmen den Journalisten als Partner nicht ernst genug. Er entscheidet was gut für seine Leser, Hörer, Seher ist.“

Redaktion: „Das klingt aber nicht sehr viel versprechend für ein Unternehmen, das von seinem Produkt überzeugt ist und darauf hofft, dass die Presse darüber berichtet!“

Treml: „Steter Tropfen höhlt den Stein. Nur wer regelmäßig Pressearbeit betreibt, wird die Aufmerksamkeitsschwelle der Redaktionen eines Tages überwinden. Dazu gehören Pressemappen, die wirklich informieren und auf Werbesprüche verzichten genauso wie Online-Präsenz.“

Redaktion: „Bleiben wir gleich online. Vom Internet halten manche Auftraggeber weniger als vom Printartikel, den ihnen ihre Pressestelle als Erfolg auf den Tisch legt.“

Treml: „Ich will da gar nicht widersprechen. Erst einmal ist ein Printartikel, der von tausenden von Menschen gelesen wird, wirklich ein Erfolg. Man darf zwar nicht vergessen, dass der Leser pro Artikel im Schnitt nur wenige Sekunden aufwendet – aber das reicht meist, damit er herausfindet, ob die Nachricht für ihn nützlich ist.“

Redaktion: „Wie ist dabei der Stellenwert von online?“

Treml: „Es gibt keine schnellere Information als die aus dem Internet. Ich kenne in meinem Bekanntenkreis niemanden mehr, der nicht mindestens einmal in der Woche wenn nicht sogar täglich etwas über Google recherchiert. Journalisten gehen mehrmals pro Stunde ins Internet – und sie nutzen Redaktionsportale wie unseres, um sich schnell über die frisch veröffentlichten Pressemitteilungen zu informieren.“

Redaktion: „Warum sollte ein Journalist sich selbst auf die Suche nach Pressemitteilungen machen – er wird damit doch sicher täglich überschwemmt – in seiner Inbox, in seiner Briefpost, im Faxgerät?“

Treml: „Die meisten Journalisten, mit denen ich spreche, sehen Pressemitteilungen per se nicht als lästig an, sondern als Arbeitsgrundlage. Aber Sie haben Recht, viele klagen über einen Information Overload auf Ihren Kommunikationskanälen. Das ist genau der Grund, warum ich im August 2003 www.News-Ticker.org als Redaktionsportal gegründet habe. Der Journalist kann bei uns den Spieß umdrehen und sich aktiv heraussuchen, was er braucht, was zu seinem Ressort und seinen eigenen Nachrichtenfaktoren passt.“

Redaktion: „Was sind die entscheidenden Nachrichtenfaktoren?“

Treml: „Da gibt es verschiedene Studien, die den Journalisten als Gatekeeper analysieren – als Schleusenwärter oder meinetwegen als Torwart, der wenig durchlässt, vieles aber nicht. Journalisten treffen hunderte von Entscheidungen am Tag, was sie wegwerfen und was eine Meldung wert sein könnte. Aktualität ist bei den tagesaktuellen Medien Eingangsvoraussetzung, Wochen- oder Fachzeitschriften legen nicht ganz so viel Wert darauf. Gleichzeitig wird der lokale Filter darüber gelegt, wenn die Nachricht aus dem eigenen Einzugsbereich kommt, hat sie höheren Stellenwert, als wenn sie beim Leser keine Betroffenheit auslöst. Und immer wichtiger ist im modernen Journalismus der Nutzen für den Leser, Hörer, Zuschauer oder User. Also stellt sich der Journalist immer die Frage, was seine Klientel mit der Meldung anfangen könnte. Deshalb sollten Pressenmitteilungen idealerweise auch weniger das eigene Unternehmen als den Nutzen ihres Produkts herausarbeiten.“

Redaktion: „Was sind neben Aktualität, Nähe und Nutzen wichtige Nachrichtenfaktoren?“

Treml: „Emotionale Betroffenheit ist ein ganz wichtiger. Eine Schlagzeile, die den Leser aufrütteln könnte, macht auch den Redakteur neugierig. Oder Kuriosität. ‚Hund beißt Mann’ ist nichts Ungewöhnliches, aber ‚Mann beißt Hund’ – das wollen alle lesen. Oder Konflikt. Wenn alles harmonisch verläuft, gibt es nachgewiesenermaßen weniger Interesse als wenn sich Spannung zwischen zwei Fronten aufbaut. Und nicht zu vergessen der Nachrichtenfaktor der Prominenz.“

Redaktion: „In diesem Feld haben Sie besonders viel Erfahrung gesammelt!“

Treml: „Ich habe einige Pressekonferenzen mit Rudolph Moshammer als Lockvogel organisiert – die Presse kam. Auch bei www.News-Ticker.org haben wir gemerkt, wie stark der Promi-Faktor zieht. Als wir Thomas Gottschalk 2005 gemeinsam mit Boulevard-Journalisten zum ‚Promi des Jahres 2005‘ kürten, wurde die Meldung innerhalb eines Jahres 210.000 Mal auf www.News-Ticker.org abgerufen. Und die beiden Charity-Stars Chiara und Ute Ohoven schafften es als ‚Promi des Jahres 2006’ sogar in nur sechs Wochen auf 25.000 Clicks.“

Redaktion: „Wie kommt eine so große Zahl an Abrufen zustande? www.News-Ticker.org hat sich doch als Redaktionsportal auf die Zielgruppe der Journalisten spezialisiert?“

Treml: Wir waren zunächst selbst verblüfft, konnten es uns aber dann rasch erklären. www.News-Ticker.org ist ja auch offizieller Nachrichtenlieferant von Google News und liegt dort meist innerhalb von 8 bis 10 Minuten nach dem Einstellen einer Meldung bei uns als Treffer auf. Das führt natürlich zu ungeheuren Zugriffsraten.

Lesen Sie im zweiten Teil unseres Interviews, das in Kürze an dieser Stelle erscheint, wie Sie selbst 20.- 30.000 Hits für Ihre Pressemitteilung erreichen können. Dabei erfahren Sie mehr über die treffende Formulierung und den richtigen Aufbau einer Pressemitteilung. PR-Profi Treml verrät dann in unserem Interview auch, was in eine Pressemappe gehört – und wie man sie an den Mann und an die Frau bringt.

Wir informieren Sie gerne sofort bei Erscheinen des zweiten Teils: E-Mail mit dem Betreff „PresseARBEIT“ genügt – an



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