www.News-Ticker.org,  URL: http://www.news-ticker.org/pm.php?news_id=4138817






http://www.news-ticker.org/images/thumb/4138817.jpg
Frankfurt, 22.09. 2004 17:24

Pressemitteilung übermittelt von directnews. Für den Inhalt dieser Pressemitteilung ist allein das berichtende Unternehmen oder die berichtende Institution verantwortlich.
direct/FAZ: Bundeskanzler Schröder fordert einen Mentalitätswechsel in Deutschland

Bundeskanzler Schröder fordert einen Mentalitätswechsel in Deutschland
"Wir müssen die Ärmel aufkrempeln. Daran fehlt es"



Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) fordert einen Mentalitätswechsel in Deutschland. In einem Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Donnerstagsausgabe) sagte Schröder, das richte sich nicht nur an Sozialhilfeempfänger, sondern auch an die Mittelschichten und Oberschichten. Steuerhinterziehung werde "in weiten Bereichen" nur als Kavaliersdelikt gesehen. "Das ist nicht in Ordnung", sagte Schröder, der zugleich Kapitalflucht ins Ausland kritisierte. "Diese Mentalitäten müssen wir brechen, wenn wir das soziale System in Deutschland soweit wie möglich aufrecht erhalten wollen." Schröder sagte: "Wir müssen nicht den Gürtel enger schnallen, sondern wir müssen die Ärmel aufkrempeln. Daran fehlt es."

Schröder gab Arbeitgebern und Gewerkschaften eine Mitverantwortung an den Konflikten, die sich aus der "Agenda 2010" ergeben haben. Das Reformprogramm der Bundesregierung sei eine Konsequenz aus dem Scheitern des Bündnisses für Arbeit 2003. "Arbeitgeber und Gewerkschaften waren nicht an Kompromissen und an einer Verständigung interessiert" und hätten die Gespräche mit der Regierung "als ein Instrument zur Durchsetzung ihrer eigenen Interessen" betrachtet, sagte Schröder. Die Bundesregierung habe deshalb die Maßnahmen ergreifen müssen, zu denen die Tarifparteien nicht bereit gewesen seien. Schröder appellierte an die Gesprächsbereitschaft der Gewerkschaften gegenüber der Regierung. Die Gewerkschaften hätten offenbar erkannt, "daß auch mit Montagsdemonstrationen die Politik der Regierung nicht geändert werden kann."

Schröder sagte in dem Gespräch weiter, der Reformprozeß in Deutschland werde jenseits der Gesetzgebung weitergehen. "Unsere Gesellschaft ändert sich an der ökonomischen Basis in einer Geschwindigkeit, daß die Annahme falsch ist, der Reformprozeß werde einmal beendet sein", sagte Schröder. "Man kann sich nicht zurücklehnen und sagen, jetzt ist alles fertig."



Kontaktinformationen:

Frankfurter Allgemeine Zeitung
Günther Nonnenmacher
Tel.: 069/7591-1460
E-Mail: