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MPG MEDIENPRODUKTION G. Grabsdorf Dipl.-Ing.(FH) :

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Frankfurt am Main, 27.11. 2006 09:34



Commerzbank-Volkswirte: Erste Wolken am Konjunkturhimmel

Alle großen Industriestaaten werden für dieses Jahr ein ordentliches Wirtschaftswachstum ausweisen. Doch sind am blauen Himmel die ersten Wölkchen aufgezogen. Sowohl in den USA als auch im Euroraum fallen einige Frühindikatoren und signalisieren für das kommende Jahr ein schwächeres Wachstum.

Niedrigeres US-Wachstum ...

Im dritten Quartal 2006 hat die US-Wirtschaft gegenüber dem zweiten Vierteljahr nur noch um 1,6% zugelegt. Bei solch niedrigen Zuwachsraten sollte es auch in den kommenden Quartalen bleiben. Die Volkswirte der Commerzbank rechnen deshalb für das Gesamtjahr 2007 nur noch mit einer Wachstumsrate von 2,3%. Das liegt vor allem an zwei Gründen:
· Die US-Notenbank hat den Leitzins seit Mitte 2004 von 1% auf zuletzt 5,25% angehoben, die Zinsstruktur ist mittlerweile invers.
· Die Hausse am US-Immobilienmarkt ist vorbei, die Preise steigen nicht mehr. Die US-Hausbesitzer können sich nicht mehr reicher fühlen, und werden ihre Ausgaben nicht mehr stärker als ihre Einkommen steigern.

Gegenwärtig denkt die Fed noch nicht an niedrigere Leitzinsen. Aber aus Sorge vor einer harten Landung der US-Wirtschaft dürfte sie den Leitzins im März und Mai nächsten Jahres jeweils um 25 Basispunkte auf dann 4,75% senken. Dazu wird sie sich auch deshalb durchringen, weil die um Energie bereinigte Teuerung, die so genannte Kerninflation, wegen moderat steigender Arbeitskosten Ende 2007 wieder auf 2% zurückgehen sollte.

Nachlassendes Wachstum, sinkende Kerninflation, Leitzinssenkungen - dieser Cocktail dürfte den Investoren am US-Anleihemarkt schmecken. Die Commerzbank-Experten erwarten, dass die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen (zuletzt 4,6%) bis zum Frühjahr auf 4,3% bröckelt. In der zweiten Jahreshälfte wird sie allerdings wieder auf 5,0% steigen, wenn die niedrigeren Leitzinsen die Aussichten für die US-Wirtschaft verbessern.

... und im Euroraum

Deutschland und der Euroraum können sich über ein Wirtschaftswachstum von 2½% in diesem Jahr freuen. Aber auch hierzulande wird sich 2007 das Tempo abschwächen:
· Die Unternehmen werden ihre Exporte nicht mehr so kräftig steigern können.
· In Deutschland erhöht der Staat massiv Steuern (u.a. Mehrwertsteuer) und entzieht den privaten Haushalten Kaufkraft in Höhe von 1,1% des Bruttoinlandsprodukts. Dies gilt - in geringerem Maße - auch für einige andere Euro-Länder.

Das Wachstum der Euro-Wirtschaft dürfte deshalb 2007 auf 1,8% fallen (von 2,5% in 2006); in Deutschland geht es von 2,5% auf 1,0% zurück. Zwar wird die EZB ihren Leitzins wohl noch zwei Mal (Dezember und März) von 3,25% auf dann 3,75% anheben. Aber zunehmende Konjunktursorgen sowie fallende Inflationsraten (2007: 1,8% nach 2,2%) werden die EZB danach von weiteren Zinsanhebungen abhalten. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen wird wegen der US-Zinssenkungen bis zum Frühjahr auf 3,5% fallen, um in der zweiten Jahreshälfte wegen des wachsenden US-Konjunkturoptimismus wieder die 4%-Marke anzuvisieren.

Dollar: Nur noch geringe Abwertung

Der Euro wird, getrieben von der Aussicht auf US-Leitzinssenkungen, bis zum Frühjahr noch etwas aufwerten (auf 1,31 Dollar). Aber in der zweiten Jahreshälfte werden die nachlassenden US-Konjunktursorgen den Dollar wieder stützen und den Euro unter die Marke von 1,30 Dollar drücken. Die anhaltenden Sorgen um das hohe US-Leistungsbilanzdefizit sind in diesen Kursen enthalten.


Kontaktinformationen:

Peter Pietsch
(Leiter)
Tel.: +49 69 136 - 22379
Fax: +49 69 136 - 29955
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