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MPG MEDIENPRODUKTION G. Grabsdorf Dipl.-Ing.(FH) :


  Energie, Gas, Öl
 
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Vohburg, 21.01. 2008 09:28



40 Jahre Erdölverarbeitung: Raffineriejubiläum in Vohburg

Wo einst Burgen das Landschaftsbild in Vohburg prägten, übernehmen dies seit langem die modernen Konstruktionen des Industriezeitalters. Zu ihnen gehört auch die ab 1964 für über 200 Mio. Euro gebaute BP Raffinerie Bayern. Sie wurde im Oktober 1967 vom Bischof von Regensburg und dem Kreisdekan des evangelischen Kirchenkreises München geweiht und im Mai 1968 vom bayerischen Ministerpräsidenten Alfons Goppel feierlich eröffnet. Seither versorgt die BP Raffinerie Bayern – seit 1998 Bestandteil der heutigen BAYERNOIL Raffineriegesellschaft mbH – den süddeutschen Markt mit Produkten.

In ihren Anfangsjahren wurde die Raffinerie über zwei Pipelines versorgt. Durch die von 1965 bis 1967 gebaute Transalpine Oelleitung (TAL), an der BP mit elf Prozent beteiligt war, erhält sie bis heute den Großteil der verarbeiteten Rohöle. Das Rohöl wird im Adriahafen Triest gelöscht und auf die 465 Kilometer lange Reise nach Ingolstadt und Vohburg geschickt. Der zweite Versorgungsweg war die 1997 stillgelegte, aus Genua kommende Central European Pipeline (CEL) mit einer Länge von 580 Kilometern und einer Jahreskapazität von acht Mio. Tonnen.

Industrieregion Ingolstadt-Kelheim
Seit vier Jahrzehnten besteht das Raffinerie- und Kraftwerkzentrum Ingolstadt-Vohburg-Neustadt inzwischen. Es hat die Region mehr als jede andere Industrieansiedlung auf vielfältige Weise geprägt. Insbesondere die
Mineralölwirtschaft schuf - zusammen mit zwei Energieversorgungsunternehmen - in einem schmalen, etwa 30 km langen Streifen zwischen Ingolstadt und Kelheim innerhalb kürzester Zeit eine fast einmalige Konzentration energietechnischer Großanlagen: Fünf Raffinerien und zwei Elektro-Kraftwerksgiganten und die Petrochemie Münchsmünster prägten diese Wirtschaftsregion.

Der Bau der Raffinerie - eine Idee des ersten Präsidenten der ENI, Enrico Mattei und des damaligen bayerischen Wirtschaftsministers, Dr. Otto Schedl, war die Initialzündung für die Entwicklung des Raffineriezentrums. Ziel war es, die Energieversorgung in dem kohlearmen und „revierfernen“ Freistaat Bayern langfristig auf eine neue kostengünstigere Basis zu stellen.
Ein herausragender naturräumlicher Faktor, gleichfalls Voraussetzung für die Ansiedlung von großflächigen Industriebetrieben, war die insgesamt sehr flache Donauebene. Die Nähe zur Donau und die so gesicherte Verfügbarkeit ausreichender Wassermengen war ein weiteres Kriterium für die Raffinerieansiedlung. Als leistungsfähiger Vorfluter zur Entnahme von Wasser zu Prozesszwecken und zum Rückleiten der geklärten Abwassermengen spielte die Flussnähe zu Beginn des Raffineriebooms eine wichtige Rolle. Die zuletzt gebaute BP Raffinerie in Vohburg bekam jedoch aufgrund der befürchteten Überlastung der Donau keine Genehmigung zur Entnahme von Flusswasser mehr. Ein neueres Verfahren ermöglichte die Entnahme von Grundwasser aus einer rund um das Raffineriegelände gebauten Betonschürze. Dies war insbesondere für den Umweltschutz und die weitere wirtschaftliche Entwicklung richtungsweisend. Nach 1960 wurde die Ingolstädter Region zum Energiezentrum Bayerns und somit zum Wirtschaftsmotor des Freistaats.

Rahmenbedingungen für die Mineralölindustrie
Die Entwicklung der Raffineriewirtschaft in Bayern wurde durch die Ölkrisen in den Jahren 1973/74 und 1979 hart gestoppt. Weltweit führten die Versorgungskrisen zu einschneidenden Veränderungen der Mineralölmärkte. Europäische Überkapazitäten, hoher Importdruck und die deutsche Politik „Weg vom Öl“ mit neuen Rahmenbedingungen in der Energiepolitik, z. B. dem 2
Verstromungsverbot für schweres Heizöl und Energiesparmaßnahmen, führten zur Stilllegung von über 50 Prozent der westdeutschen Raffineriekapazitäten. In Ingolstadt wurde im Zuge dieser Veränderungen 1982 die Shell Raffinerie geschlossen und 1985 bei der damaligen ERIAG die Rohöldestillation und Verladung eingestellt. Damit reduzierte sich die Verarbeitungskapazität in Bayern auf nur noch rund 20 Millionen Tonnen. Eine vollständige Schließung der ERIAG konnte nur durch den Verbundbetrieb mit der damaligen BP Raffinerie in Vohburg unter dem dann in 1989 gebildeten Dach der Raffineriegesellschaft Vohburg/Ingolstadt (RVI) abgewendet werden.

Ein weiter verschärfter Nachfragerückgang durch zunehmende Energieeffizienz bei Motoren und Heizungsanlagen und eine veränderte Energiestruktur erhöhte in der Folge den Rationalisierungsdruck. Hinzu kam, dass die deutschen Raffinerien gegenüber ihren Konkurrenten in anderen EU-Ländern deutliche Standortnachteile aufgrund höherer Energie, Personal- und vor allem Umweltschutzkosten hatten; ein Großteil des Kostensnachteils ging dabei auf nicht harmonisierte Umweltschutzanforderungen zurück.
Gründung des Raffinerieverbunds BAYERNOIL
Obwohl alle an den Raffineriestandorten Ingolstadt, Neustadt und Vohburg beschäftigten Mitarbeiter über Jahrzehnte zuverlässig und engagiert gearbeitet, die Effizienz der Raffinerie gesteigert und die Kosten gesenkt hatten, mussten sich die drei Standorte an die veränderten Marktbedingungen anpassen: Am 1. Januar 1998 wurde daher die BAYERNOIL Raffineriegesellschaft mbH durch den Zusammenschluss von Erdölraffinerie Neustadt (ERN) und der Raffineriegesellschaft Vohburg/Ingolstadt (RVI) geschaffen. Die drei Produktionsstätten an der Donau wurden ein vollständig, d. h. auch technisch, integrierter Herstellungsbetrieb von Mineralölerzeugnissen, die inzwischen auch durch ein System von Pipelinebündeln untereinander verbunden sind. Diese Integration zu einem erweiterten Raffinerieverbund mit einer erhöhten gemeinsamen Verarbeitungskapazität von rund zwölf Mio. Jahrestonnen Rohöl konnte die Investitionsaufwendungen für die drei Standorte deutlich reduzieren und damit leichter abfedern. Auch die Ausbeutestrukturen der vorhandenen Systeme wurden aufgewertet und sowohl auf Rohöl- als auch auf Produktenseite konnte flexibler agiert werden.

Heute versorgt BAYERNOIL etwa zwei Drittel des bayerischen Marktes mit Mineralölerzeugnissen. Zwar ist der Anteil des Mineralöls am Gesamtenergieverbrauch in Bayern in den vergangenen Jahrzehnten von über 70 Prozent auf heute 45 Prozent gesunken, er bildet aber dennoch weiterhin die Basis der bayerischen Energieversorgung. Insbesondere der Anteil der Mineralölerzeugnisse am Verkehr beträgt in Bayern noch 90 Prozent. Es ist abzusehen, dass durch effizientere Verwendung auch deren Verbrauch in Zukunft zurückgehen wird; gleichwohl wird das Mineralöl noch über Jahrzehnte eine wichtige Rolle in der bayerischen Energieversorgung spielen.

Zukunft für die Branche und BAYERNOIL
So wie die BAYERNOIL seit dem 1. Juli 2003 mit dem neuen Gesellschafter OMV und ihren bisherigen Anteilseignern Agip, BP und RuhrOel aufgestellt ist, ergeben sich für den Raffinerieverbund neue Ansätze zur Steigerung der Wertschöpfung: durch Zusammenarbeit mit anderen Raffinerien und der Petrochemischen Industrie. Zudem prognostiziert der Flughafen München hohes Wachstum und somit auch für BAYERNOIL eine Möglichkeit, am steigenden Absatz für Flugtreibstoff zu partizipieren.

Gemeinsam mit den Gesellschaftern wird sich BAYERNOIL wie in den vergangenen Jahrzehnten auch zukünftig dem Wandel des Marktes anpassen müssen. Viele Mitarbeiter haben von Anfang an die Entwicklung und die Veränderung der Betriebe erfolgreich mitgestaltet und eine jüngere BAYERNOIL-Generation ist in den vergangenen Jahren herangewachsen. Mit dem Geist, mit dem der Raffinerieverbund den Veränderungen der Vergangenheit begegnet ist, wird die Gesellschaft sich auch den Herausforderungen der Zukunft stellen. Als größte bayerische Raffinerie steht BAYERNOIL heute in der Spitzengruppe der europäischen Raffinerien. Diese Position soll auch in der Zukunft behauptet werden, um auch weiterhin für die Anteilseigner eine attraktive Versorgungsbasis für hochwertige Mineralölprodukte zu sein.

ISAR-Projekt sichert Zukunft der Raffinerie und verbessert Umweltverträglichkeit
Aktuelle Marktstudien zeigen, dass sich der Mineralölmarkt in den kommenden Jahren stark wandeln wird – unter anderem wird der Verbrauch von Diesel und Flugturbinenkraftstoff (Jet) ansteigen. Um das Unternehmen frühzeitig auf diese veränderten Marktbedingungen einzustellen, hat die BAYERNOIL Raffineriegesellschaft mbH das Projekt ISAR entwickelt – die Initiative für Standortsicherung, Anlagenoptimierung und Rentabilitätssteigerung. Damit stärkt das Unternehmen seine Wettbewerbsfähigkeit und sichert seine Arbeitsplätze sowie die Versorgungsleistungen für die Region. ISAR ist eine zukunftsgerichtete Entscheidung gegen eine reine Kostensenkungs-Strategie und für eine aktive Sicherung des Unternehmens.

Die Anteilseigner investieren rund 400 Mio. Euro in das ISAR-Projekt – die größte Investition in der Geschichte der BAYERNOIL. Das Kernstück von ISAR dient der Steigerung der Produktkapazität: der Neubau eines Mild Hydrocrackers mit den dazugehörigen Anlagen zur Wasserstofferzeugung und Schwefelrückgewinnung im Betriebsteil Neustadt. Auf die Standorte Neustadt und Vohburg wird sich künftig auch die Produktion der BAYERNOIL konzentrieren, da schon zum jetzigen Zeitpunkt nur hier noch Rohöl verarbeitet wird. Dieser Schritt ermöglicht nicht nur eine Modernisierung und Kapazitätssteigerung der bestehenden Anlagen in Vohburg, sondern zudem Verbesserungen der Infrastruktur hier wie auch in Neustadt: den Bau einer Pipeline zwischen Neustadt und Vohburg, die Erneuerung der Prozessleitsysteme, das Einrichten eines zentralen Labors oder den Ausbau von Stromversorgung, Kühlwassersystem und Wasseraufbereitung.
Durch Anlagenstilllegung, Neubau und Modernisierung von Anlagen erzielt BAYERNOIL zum einen eine wesentlich höhere Energieeffizienz – und schont damit sowohl Ressourcen als auch Klima. Zum anderen ermöglichen diese
Maßnahmen eine erhebliche Verminderung der Emissionen ab 2008. Verglichen mit dem Jahr 2004 werden die Anlagen voraussichtlich 30 Prozent weniger Schwefeldioxid, 20 Prozent weniger Stickoxide und etwa zehn Prozent weniger Kohlendioxid freisetzen.


Hinweise für die Redaktionen
• Die BAYERNOIL Raffineriegesellschaft mbH ist ein Raffinerieverbund der OMV Deutschland GmbH (45 %), Ruhr Oel GmbH (25 %), Agip Deutschland GmbH (20 %) und Deutsche BP AG (10 %). Das Unternehmen betreibt die größte Raffinerie im bayerischen Raum mit Produktionsstandorten in Vohburg, Ingolstadt und Neustadt an der Donau. Die drei Betriebsteile sind über 16 Pipelines verbunden, so dass sie wie eine Raffinerie zusammenarbeiten. Die rund 830 Mitarbeiter erzeugen aus etwa 12 Millionen Tonnen Rohöl pro Jahr Flüssiggase, Kraftstoffe wie Benzine, Jet (Flugturbinenkraftstoff) und Diesel sowie Heizöl und Bitumen.


Kontaktinformationen:
Kirsten Pilgram
BAYERNOIL Raffineriegesellschaft mbH
Irschinger Weg
85088 Vohburg
Tel. 08457 / 8 - 2201
Fax 08457 / 8 - 2021

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