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München, 03.02. 2008 17:41

Speakers Corner - Meinungen ohne Sinn und Verstand

Der Gutmensch als solcher

Edel sei der Mensch, hilfreich und gut. Oder so. Eigentlich sollte man ganz froh sein, über den Ausbruch des sogenannten Wahnsinns, als da sind Karneval, Fasching, Fasnacht und was da sonst noch an gut organisierter und vorzüglich vorfabrizierter Fröhlichkeit in diesen Tagen über die Republik hereinbricht. Res publica, hier herrscht das Volk, der Chef kocht selbst und merkt nicht, dass die Halsbänder Leinen nur geringfügig gelockert wurden.

Aber wenigstens werden wir durch diese Ablenkungsmanöver von einer der übleren Modeerscheinungen unserer daran nicht darbenden Zeit verschont. Ob alternder Rockstar, also Leute, die vielleicht weiland ganz gute Texte und/oder Musik unter die Leute gebracht haben, Politiker, deren Aktionismus sie schon berufsmäßig zwingt, jedem einigermaßen Erfolg versprechendem (Wählerstimmen!) Fähnchen hinterher zu rennen, Schauspieler, meistens –innen, die ihre Farben und Formen gerne in den Dienst der „guten Sache“ stellen, um nicht im „Dschungelcamp“ zu enden, aber auch der „mündige Bürger“ haben ihr Herz für die gute Sache entdeckt. Welche gute Sache? You name it, you get it! Keine Causa ist abstrus genug, um nicht in den Dienst der Selbstbefriedigung gestellt zu werden.

Klar gibt es jede Menge Leute, die Gutes tun. Aber sie reden nicht davon! Still und heimlich verrichten sie ihre Arbeit und bringen was weiter. Alle anderen arbeiten nach dem hübschen Spruch: „Tue Gutes und rede darüber“, in der Hoffnung, dass damit vor allem über SIE geredet wird. Man findet sie auf praktisch jedem Gebiet. Als da sind (kleiner Auszug): die Klimakatastrophe, Adoptionen kleiner brauner, schwarzer, gelber Babies, Obdachlose, Ausländer jedweder Herkunft, Religionsfreiheit (immer unter peinlicher Beachtung der christlichen Tradition des Abendlandes), Bildungsprogramme für alle. Mann! Da erzählen uns Leute, die durch die kinotaugliche Darstellung anderer Menschen zu einigen komfortablen Millionen der jeweiligen Landeswährung gekommen sind, wie sie die wahre Erfüllung ihres Lebens erst durch diese oder jene karitative Tätigkeit erfahren haben. Andere klagen an. Die Umstände, die Aufstände, die Außenstände, die Über- und Unterstände. Eine Rolle, die gerne von früher politisch tätigen Persönlichkeiten wahrgenommen wird und die ihnen gerne abgenommen wird. Denn: Der war ja früher im Zentrum der Macht, also muuuusssss er ja mehr über die Zusammenhänge wissen, als wir kleinen Ungewaschenen. Dann gibt es natürlich die Mahner in der hoch zivilisierten Wüste. Der steil in die Höhe gereckte Zeigefinger richtet sich natürlich hauptsächlich gegen die Ergebnisse der Zivilisation, die ihnen das Leben im Großen und Ganzen erst erträglich macht. Feinstaub, Grobruß, Überbevölkerung, Unterversorgung, Bildungsnotstand oder Millionärsüberschuss und Managergehälter, kein Thema bleibt unerwähnt, kein Auge bleibt trocken.

Die Erkennungsmerkmale des Gutmenschen haben sich verändert. War es früher eher Handgestricktes in gedeckten Farben, was die Identifizierung einfach machte, kann es heute praktisch jeder sein. Raffinierterweise ist es nämlich heute die Sprache, die jemanden zum Stammesmitglied macht. Political Correctness ist das Schibboleth der Jetztzeit. Beispiele die Menge finden sich in jeder Tageszeitung, Auftritten von Repräsentanten einschlägiger Gruppierungen sowie infizierter Privatpersonen. Beim Auftreten erster Symptome empfiehlt sich die Lektüre von Charles Bukowski oder Harry Rowohlt als schnelle Hilfsmaßnahme zur Linderung der Beschwerden.

Und so dreht sich das Karussell des Mitgefühls und der Selbstgefälligkeit munter und gemächlich im Kreis, damit immer wieder neue Mitfahrer und Trittbrettfahrer auf- und abspringen können. Bei manchem ist schon das wohlige Gefühl etwas für „Etwas“ getan zu haben Triebfeder und Ansporn genug (war nicht in katholischen Gegenden früher die Ohrenbeichte ein ähnlicher Wohlfühlmechanismus?), für andere spielen da schon manchmal handfestere wirtschaftliche Motive eine Rolle. Das Ganze könnte recht amüsant sein, wenn’s denn nicht so oft diesen penetranten Beigeschmack eigener Interessen hätte.

PS: Im beigefügten Link http://www.cad-plots.de/vegetarians.wmv können Sie meine Vorstellung eines Gutmenschen bei der Arbeit zusehen.




Bildunterschrift:
tomas nittner

Kontaktinformationen:
tomas nittner
Wessobrunner Straße 4
82131 Gauting

+49-(0)89-791 68 86
+49(0)171-796 74 27

http://www.nittner-arts-painting.de

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