PresseMitteilung
Schwedische Expertin für die photodynamische
Therapie erhält Stipendium am Klinikum der Universität München
Die Alexander-von-Humboldt-Stiftung ermöglicht ein Stipendium am LIFE-Zentrum des Klinikums der Universität München, Campus Großhadern. Stipendiatin ist die Schwedin Dr. Ann Johansson, die bisher an der Universität Lund am Institut für Atomphysik tätig war. Anlass für den zunächst einjährigen Forschungsbesuch ist die langjährige Verbindung zwischen dem Laser-Forschungslabor des LIFE-Zentrums und der Universität Lund in Schweden.
Die herausragenden Leistungen der schwedischen Forscherin gaben den Anlass für die Entwicklung eines gemeinsamen Forschungsprogramms zur Optimierung der Grundlagenforschung in der photodynamischen Therapie (PDT), welches mit der Unterstützung der Klinikdirektoren der Urologie, Prof. Dr. Christian Stief, und der Neurochirurgie, Prof. Dr. Jörg-Christian Tonn, erstellt wurde. Dieses wurde im Mai 2007 mit einem Antrag auf ein Stipendium bei der Alexander-von-Humboldt-Stiftung eingereicht und im November vom Auswahlkomitee der Stiftung als aussichtsreich eingeschätzt und bewilligt.
Die bisher in Schweden tätige Ann Johansson schrieb im letzten Jahr ihre Doktorarbeit am Institut für Atomphysik an der Universität Lund. Thema der Dissertation war „Spectroscopic Techniques for Photodynamic Therapy Dosimetry“. Dabei handelt es sich um Forschungen für die PDT. So genannte Photosensibilatoren werden dem Patienten verabreicht, um sich in pathologischem (oder krankhaftem), z. B. Tumorgewebe, anzureichern. Anschließend werden diese Gewebeteile mit Licht bestrahlt, um bösartiges Gewebe gezielt durch die toxische Reaktion mit der injizierten Substanz in Verbindung mit Sauerstoff zu zerstören. Außerdem kann durch die fluoreszierende Wirkung des Photosensibilisators durch Lichtuntersuchungen ein Behandlungsverlauf beobachtet werden.
Ihren „Master of Science in Engineering Physics“ fertigte die international aktive Forscherin 2002 in Honolulu an. Zusätzlich wirkte sie beim Aufbau des StartUp-Unternehmens „SpectraCure“ mit. Dies beinhaltet, aufbauend auf ihre Doktorarbeit, die Entwicklung eines Geräts zur Therapie und Diagnostik im photodynamischen Behandlungsbereich.
Das Klinikum der Universität München verspricht sich von der Zusammenarbeit mit Frau Dr. Johansson vor allem Fortschritte in der Grundlagenforschung der PDT. Diese beinhaltet unter anderem den immunologischen Effekt der Photodynamik, also die Beantwortung der Frage, welchen Anteil das Immunsystem zum Behandlungserfolg beiträgt. Dieser Effekt könnte dann für die Therapie maximiert werden, um bessere Heilungsergebnisse zu erzielen.
Die 1860, nach dem Tod des gleichnamigen Naturforschers gegründete Alexander-von-Humboldt-Stiftung ist eine gemeinnützige Stiftung der Bundesrepublik Deutschland. Sie dient der Förderung der internationalen Zusammenarbeit in der Forschung und ermöglicht seit der Neugründung 1953 ausländischen Wissenschaftlern einen Forschungsaufenthalt in Deutschland.
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