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  Gregor Simon

Lampertheim, 29.06. 2005 19:07

Ein fiktives Interview über die Zukunft Deutschlands
Die Bürokratiebremse Strafrecht

Dass wir in Deutschland ein Bildungsproblem haben merkt man auch an der Kriminalstatistik. Lediglich ein Drittel aller Mordversuche ist erfolgreich. Können wir uns das als Land der Ideen noch leisten? Wie groß das Problem tatsächlich ist, wird gar nicht erfasst. Aufgrund des Tötungsverbots tauchen arbeitslose Profikiller in keiner Statistik auf. Müssen wir das Strafrecht als Teil des Bürokratieabbauprogrammes abschaffen, damit wir in Deutschland wieder Vorfahrt für Arbeit haben? Wir führten ein Gespräch mit Profikillerin Anita P. aus B.

Redaktion: Frau P., fühlen Sie sich durch das Strafrecht in Ihrer Tätigkeit als Profikillerin behindert?


Anita P.: Auf jeden Fall! Die Kosten die mir entstehen, um meine Arbeit unauffällig führen zu können, behindern mich im Vergleich zu Wettbewerbern aus dem Ausland. Bald kann ich da nicht mehr mithalten. Letzte Woche musste ich, um meine Preise stabil halten zu können, zwei meiner engsten Mitarbeiter erschießen.


Redaktion: Aber ist Mord nicht auch im Ausland verboten?


Anita P.: Ich sage ja nicht, dass im Ausland alles besser ist, aber dass die Politik hier in Deutschland offensichtlich das Leben der Menschen über die Schaffung von Arbeitsplätzen stellt halte ich wirtschaftspolitisch schon für sehr bedenklich. Meine Kollegen aus der Müllverklappung haben ja die gleichen Probleme. Umweltschutz und Gesundheit behindern das Wachstum in unserem Land. Ich weiß nicht wie lange wir uns das noch leisten können.


Redaktion: Was würden Sie denn zur Verbesserung der Lage empfehlen?


Anita P.: Zum einen sollte man über einen Bürokratieabbau nachdenken. Das Strafrecht würde ich als erstes abschaffen. Welcher Profikiller investiert denn in Deutschland, wenn er ständig befürchten muss verhaftet zu werden? Ebenfalls sollte man über ein Investitionsprogramm für meine Branche nachdenken. Andere Länder wie Russland oder China verhalten sich da sehr vorbildlich. Warum kann Deutschland nicht auch mal etwas aus dem Ausland lernen?


Redaktion: Sie sehen sich also als Wachstumsmarkt?


Anita P.: Natürlich. Zudem hängen dort auch noch eine Menge andere Industrien dran. Denken Sie nur an die Bestattungsinstitute und die Waffenindustrie. Die Legalisierung von Mord würde zu einem enormen Nachfrageschub im Waffenbereich führen und viele Arbeitsplätze schaffen.


Redaktion: Haben Sie demgegenüber denn gar keine moralischen Bedenken?


Anita P.: Wissen Sie, ich kann diese ganzen Bedenkenträger die Deutschland ausbremsen einfach nicht mehr hören. Menschenrechte, Umweltschutz und moralische Integrität. Mit diesen Werten hätten es die Industrienationen nie dorthin geschafft, wo sie heute sind. Denken Sie nur an die Ausbeutung der Kolonien und die aus wirtschaftlichen Interessen geführten Kriege. Sie glauben doch nicht im Ernst, dass unser Reichtum auf Fleiß basiert. Unmoralisches Verhalten war schon immer die beste Voraussetzung für Profit. Wer Menschenrechte will muss den Menschen auch sagen, dass dies mit einer Einschränkung ihres Lebensstandards einhergeht. Sie kaufen doch auch lieber den von Kinderhänden geknüpften Teppich für 100 Euro aus dem Discounter als 200 Euro mehr hinblättern zu müssen, oder?


Redaktion: Aber was nutzt den Menschen denn die Möglichkeit auf ein wirtschaftlich gutes Leben, wenn sie immer in der Gefahr leben müssen umgebracht zu werden?


Anita P.: Auf diese Frage habe ich gewartet. Wissen Sie, die Deutschen sind ein Land der Besitzstandswahrer geworden. Sie klammern sich an ihrem Leben fest und wollen es einfach nicht verlieren. Um wieder nach ganz oben zu kommen müssen wir eben Risiken eingehen. Mit Sicherheitsdenken hat es noch nie jemand nach ganz oben gebracht. Natürlich können Sie jederzeit umgebracht werden. Aber anstatt die Risiken zu sehen, sollte man auf die Chancen achten. Wenn Sie schnell schießen können, bringen Sie es vom Tellerwäscher zum Millionär. Im Bereich der Sicherheitsdienstleistungen werden zudem gutbezahlte Arbeitsplätze entstehen.


Redaktion: Chancengleichheit? Aber es werden doch in erster Linie die Besserverdienenden sein, die sich Sicherheitspersonal leisten können.


Anita P.: Unterschiede zwischen arm und reich gab es schon immer und wird es auch immer geben. Für die Armen wird es natürlich schwer sein sich nach oben zu schießen, aber es ist möglich. Natürlich müssen viele Opfer erbracht werden, aber das ist noch immer besser als ein Staat, der seinen Bürgern vorschreibt, was sie tun dürfen und was nicht. Ich setze auf mehr Eigenverantwortung.


Redaktion: Frau P., wir bedanken uns bei Ihnen für das Gespräch.


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