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  Bernd Möhlmann

Hamburg, 29.06. 2005 14:12

Mann im Badezimmer: Laut Umfrage explodieren 34% aller Frauen,wenn er denBadezimmerspiegel mit Zahnpastaspritzern versaut...
Baden verboten

von Bernd Möhlmann

Das Badezimmer: Im Idealfall ist es 200 Quadratmeter groß und im antiken römischen Stil gehalten, der Mann dümpelt vor sich hin, bisweilen steigt eine seiner 40 Sklavinnen zu ihm ins Becken, füttert ihn mit Trauben und wäscht die Körperzonen, die für den Mannn schlecht zu erreichen sind. Ein wahrer Ort der Inspiration, ein Tempel der Ruhe ist so ein Bad. Gut, bisweilen gibt es unter den Sklavinnen Streit, wer denn nun die Fütterung vornehmen darf, aber seien wir ehrlich: Das läßt sich ertragen.

Die Realität ist eine andere. Das Bad, so es der Mann mit nur einer Frau teilen muss, ist ständiges Objekt heftiger Auseinandersetzungen. Es sei denn, der Mann beugt sich dem Diktat der Frau und erfüllt demütig alle Auflagen, die mit der Nutzung der Nasszelle verbunden sind. Was im Grunde bedeutet, das konfliktträchtige Arreal am besten überhaupt nicht zu betreten. Die Folgen liegen allerdings auf der Hand: Der Mann verschmutzt völlig und riecht alsbald streng, soziale Kontakte reißen ab, er verliert den Arbeitsplatz und steht binnen kürzester Zeit vor dem Nichts.

So bleibt ihm nur, sich auf Kompromisse einzulassen und möglichst wenig Zündstoff für Diskussionen zu bieten, die erfahrungsgemäß in Liebesentzug und herzlos zubereiteten Mahlzeiten – neben den Bratkartoffeln fehlen kleine Tomaten und gefächert geschnittenen Gürkchen – seitens der Frau münden.

Das wohl am häufigsten kritisierte Fehlverhalten des Mannes innerhalb des Sanitärbereiches ist das Abschlagen des Wassers in aufrecht stehender Position. "Gibt es denn wirklich immer noch solche derart uneinsichtigen Kerle?" höre ich jetzt so manche Leserin aufschreien. Leider ja, kann ich da nur antworten, und ich schäme mich für meine Brüder, die auf das Markieren ihres Reviers nicht verzichten können. Wie, ob ich selbst denn...? Das spielt doch an dieser Stelle überhaupt keine Rolle.

Zahnpastaspritzer auf dem Spiegel werden zwar überwiegend von Männern verursacht, aber das hat einen ganz einfachen Grund: Sie putzen ihre Zähne im Badezimmer. Die Frau hingegen verläßt das Bad und streift zähneputzend durch das ganze Haus. Doch, das stimmt! Ich habe in meinem bisherigen Leben mit fünf Frauen längerfristig unter einem Dach gelebt und identische (hier passt das Wort "identisch" wirklich!) Verhaltensmuster beobachtet: Alle habe ihre Zähne außerhalb der gekachelten Zone geputzt, drei haben währenddessen geredet und eine hat sich gar am nächsten Tag darüber beschwert, dass ich "Org'n 'olschtu 'ot 'a?" nicht als die Bitte "Morgen holst du Brot, ja?" identifizieren konnte, was wiederum...

Oh, Momentchen bitte, da kommt just meine Lebensgefährtin herein... "Nein, du störst nicht. – Welche Seife? – Hör mal, ich lege die Seife immer in das Seifenschälchen zurück! – Ja dann lag sie eben auf dem Beckenrand, und?! Meinst du, sie bricht sich da Genick, wenn sie runterfällt? – Du, ich sehe auch über viele Dinge hinweg! – Ach, was du nicht sagst! Wer rasiert sich denn immer die Beine mit meinem Apparat, hm? Und macht ihn dann nicht sauber!?"

Entschuldigen Sie, ich werde das Thema bei anderer Gelegenheit bestimmt zum Abschluss bringen. Aber jetzt muss ich erst einmal ein paar Dinge klären...


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