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  Paul-Georg Meister

Solothurn/Grenchen, 30.06. 2005 10:33


Wie der liebe Gott Geld verschenkt

Kürzlich kaufte ich mir in einem Laden ein kleines Geschenk für meinen Kollegen Kurt, der in diesem Tagen seinen Geburtstag feierte.Als ich einige Minuten später, in einem andern Laden, mein Portemonnaie wieder öffnete fehlten 100 Franken. Eigentlich hätten noch eine 20er und eine 100er-Note hier sein sollen, doch die 100er war verschwunden.

„Kein Problem,“ dachte ich, „ich muss sie im vordern Geschäft verloren haben“.

Und genau so war es. Die Verkäuferin an der Kasse bestätigte mir, dass eine ältere Frau meine 100er-Note am Boden aufgelesen habe. Allerdings habe sie das Geld behalten, obwohl ihr die Verkäuferin versichert habe, dass sie es aufbewahren und dem richtigen Besitzer zurückgeben werde.

„Das Geld hat mir der liebe Gott geschenkt, ich habe in meinen Gebeten immer wieder darum gebeten“, habe die Frau gesagt, meinte die Verkäuferin mit einem schon fast mitleidigen Lächeln in den Mundwinkeln, und fügte hinzu „ich glaube, die ist nicht ganz normal“.

Auf jeden Fall, so ereiferte sich die Verkäuferin, habe sie sich geweigert, ihren Namen anzugeben, sie habe das Geld eingesteckt und den Laden verlassen, ehe man sie habe aufhalten können.

Natürlich gab mit die Verkäuferin eine genaue Beschreibung der Frau mit einigen – wohl wichtigen – Details. „Diese Details könnten für die Polizei wichtig sein“, meinte sie zum Schluss, „sie machen doch eine Anzeige?“

Nun, ich habe mich entschlossen keine Anzeige zu machen. Vielleicht hat die Frau ja recht, und vielleicht wurde ihr das Geld ja tatsächlich vom lieben Gott geschenkt. Wie hätte er es sonst anstellen sollen, ihr 100 Franken zu geben?

Nun, mit den restlichen 20 Franken werde ich mir ein Los kaufen. Schliesslich soll der liebe Gott zumindest eine Chance bekommen, mir das Geld wieder zurück zu geben.


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Paul-Georg Meister
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