
Paul-Georg Meister
Solothurn, 29.06. 2005 18:17
Von inneren Wert einer Visitenkarte
Karten machen Leute
Es gibt Dinge, die sind einfach wichtig. Visitenkarten zum Beispiel. Wer welche hat, ist ein gemachter Mann (oder eine gemachte Frau) – wer keine hat ist ein Nobody.
Das musste mein Kollege Kurt schon mehrmals erfahren. Immer wieder wurde er nach einer Visitenkarte gefragt, und musste dann kleinlaut zugeben, dass er keine hat. Seine Firma gehört eben noch zu den altmodischen, die die Bedeutung der Visitenkarten noch nicht erkannt haben.
Visitenkarten alleine nützen allerdings noch nicht viel. Auch das musste Kurt erkennen, als er sich privat welche drucken liess. Wichtig ist nämlich die Berufsbezeichnung, oder der Titel, der unbedingt auf der Karte stehen muss. Name, Vorname und beispielsweise kaufm. Angest. ist natürlich Quatsch. Schliesslich sind Visitenkarten auch Statussymbole.
In seiner Not wandte sich Kurt an mich. Und natürlich wusste ich Rat: Seit rund einem Monat hat Kurt deshalb private Visitenkarten auf denen neben seinem Namen auch „Consultent MFA“ steht.
Das hat sein Leben von Grund auf verlängert. In seinen Ferien in Österreich wurde ihm ein bessere Zimmer im Hotel zugewiesen. Und Xavier Wondraschek (laut Visitenkarte „Export Manager“) hat ihn sogar zu einem Schlummerbecher in die Hotelbar eingeladen, damit er – der eingefleischte Junggeselle – seine Tochter (sie ist auch nicht mehr die Jüngste) kennen lernen konnte.
„Dein Rat ist Gold wert“, sagte kürzlich Kurt zu mir. Die neuen Visitenkarte sind super. Und nach einer kurzen Pause fügte er an: „Was heisst eigentlich MFA?“
„Ganz einfach: Mädchen für alles“, antwortete ich. Kurt staunte. Doch es stört ihn nicht. Bis heute hat dies noch keiner der Visitenkarten-Empfänger wissen wollen, nicht einmal Wondraschek’s Tochter, mit er sich kommende Woche wieder trifft …
Kontaktinformationen:
Paul-Georg Meister, Solothurn (Schweiz)
pgm@pgm.ch
Vertragsbedingungen und Honorare:
Veröffentlichung nach Absprache
Solothurn, 29.06. 2005 18:17
Von inneren Wert einer Visitenkarte
Karten machen Leute
Es gibt Dinge, die sind einfach wichtig. Visitenkarten zum Beispiel. Wer welche hat, ist ein gemachter Mann (oder eine gemachte Frau) – wer keine hat ist ein Nobody.
Das musste mein Kollege Kurt schon mehrmals erfahren. Immer wieder wurde er nach einer Visitenkarte gefragt, und musste dann kleinlaut zugeben, dass er keine hat. Seine Firma gehört eben noch zu den altmodischen, die die Bedeutung der Visitenkarten noch nicht erkannt haben.
Visitenkarten alleine nützen allerdings noch nicht viel. Auch das musste Kurt erkennen, als er sich privat welche drucken liess. Wichtig ist nämlich die Berufsbezeichnung, oder der Titel, der unbedingt auf der Karte stehen muss. Name, Vorname und beispielsweise kaufm. Angest. ist natürlich Quatsch. Schliesslich sind Visitenkarten auch Statussymbole.
In seiner Not wandte sich Kurt an mich. Und natürlich wusste ich Rat: Seit rund einem Monat hat Kurt deshalb private Visitenkarten auf denen neben seinem Namen auch „Consultent MFA“ steht.
Das hat sein Leben von Grund auf verlängert. In seinen Ferien in Österreich wurde ihm ein bessere Zimmer im Hotel zugewiesen. Und Xavier Wondraschek (laut Visitenkarte „Export Manager“) hat ihn sogar zu einem Schlummerbecher in die Hotelbar eingeladen, damit er – der eingefleischte Junggeselle – seine Tochter (sie ist auch nicht mehr die Jüngste) kennen lernen konnte.
„Dein Rat ist Gold wert“, sagte kürzlich Kurt zu mir. Die neuen Visitenkarte sind super. Und nach einer kurzen Pause fügte er an: „Was heisst eigentlich MFA?“
„Ganz einfach: Mädchen für alles“, antwortete ich. Kurt staunte. Doch es stört ihn nicht. Bis heute hat dies noch keiner der Visitenkarten-Empfänger wissen wollen, nicht einmal Wondraschek’s Tochter, mit er sich kommende Woche wieder trifft …
Kontaktinformationen:
Paul-Georg Meister, Solothurn (Schweiz)
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