
Elke Raschczok
Neuss, 11.07. 2007 20:50
Unter der Lupe
Bazar der Eitelkeiten - Halbwertzeit einer Onlineliebe
Die schnelle, leichte und überaus anonyme Möglichkeit der Kontaktaufnahme, welche doch ach so schnell die Hürden der Etikette und des Anstands überwinden läßt.
Nur keine Zeit verlieren und dennoch verrinnt sie erfolglos!
Wie wunderbar…dank unseres multimedialen Zeitalters sind unseren Kommunikationswegen ja bekanntlich kaum noch Grenzen gesetzt und dennoch leiden wir unter sprachlichen Missverständnissen sondergleichen!
Das geschriebene handschriftliche Wort an einen besonderen Menschen ist beinahe gänzlich aus der Mode gekommen, denn was zählt ist die Schnelligkeit der Nachrichtenzustellung, nicht mehr die Schönschriftwidmung mit Bedacht….nur noch die Tastatur und wenige Sekunden auf der Datenautobahn bremsen unseren Mitteilungsdrang………….nicht mehr konzentriert, sondern gestreut…in die weite Welt des www.
Die Welt teilt sich nur noch in „online“ und „offline“…………………
Erreichbar sein in einem anonymen mehrheitsorientierten Aktionsradius…………..Vielfalt statt Exclusivität…………..multitasking statt der althergebrachten Tugend des „einen Schrittes immer nach dem anderen“!
Und dennoch…
Ist ein „Kontakt“ wirklich noch einer oder die detaillierte Einbildung dessen, was nur phantomgleich in unseren Hinterköpfen existiert und woraus sich diese Parallelwelt ohne Grenzen von Zeit und Raum nährt?
Gedanken werden getauscht, Lächeln und Komplimente leichtferig verschenkt, Pläne zukunftsweisend geschmiedet, Wortgefechte kunstvoll geführt, Verlegenheiten schamlos beseitigt, Hemmschwellen der Diskretion gesenkt, Hoffnungen optimistisch geschürt, Ideale vorzeitig enttäuscht, vielversprechende Anfänge geschaffen und entnervte Abschiede besiegelt.
Alles einfach online…ohne die Wohnung zu verlassen, Züge zu erwischen oder zu verpassen, Kleidung und Parfum zu wählen, Herzrasen real zu spüren!
Wo ist er nur geblieben, der magische Augenblick?
Der erste Kaffee, das Stimmengewirr im Hintergrund des Cafès, die ausdrucksstarke Gestik und Mimik, der Duft, der Freude und Lust verheißt, die Stimme, die einfach betört, die Hände, die wärmend sich halten, die Füße, die unruhig auf und ab wippen, die Augen, die Ferne und zugleich tiefe Nähe suchen?
Die moderne Form des legalen „Menschenhandels“ finden wir zahlreich auf entsprechenden Singleseiten des Internets:
Willkommen auf dem Bazar der Eitelkeiten…
Hier wird sie dageboten, die Ware „Mensch“, selbst angepriesen mit allen Vorzügen, Wünschen und Hoffnungen….verklärt in Perfektion von Haben und Wollen.
Nichts ist unmöglich,
alles ist wahr,
keine Probleme
und alles ist klar…!!!
Warum kommt es mir dann so vor wie Schuhe-Shopping?
Ein verwegener Vergleich zuweilen, aber zumindest viele Frauen werden es nachvollziehen können, wie viel Männer mit Schuhen gleich haben.
„Gefallen macht bekanntlich schön“
Also schaue ich mich erst einmal in Ruhe um, ohne Druck, ohne Eile, nur zum Spaß…mal sehen, was so im Angebot ist, was sich zeigt und was sich probieren lässt………….ausgestellt, aufgestellt, vorgestellt!
Ich schlendere vorbei, an optischen Reizen, beschriebenen Vorzügen, verschiedenen Passformen und Modellen…
Was ich möchte weiß ich selbst noch nicht so genau, also laß’ ich mich nur berieseln, bleibe offen und flexibel…..schaue hier und schaue da………..wandere weiter und lebe nach dem Motto: „Aus den Augen, aus dem Sinn….“
Allein der Seelenfrieden braucht es, dass ich überall sein möchte, wo ich noch nicht war, keine Ruhe finde, bevor ich nicht alles gesehen habe (es geht immer noch um die Schuhe!).
Mein Weg führt mich weiter und weiter…ich werde müde und langsamer, die Augen und Füße schmerzen, der Kopf schwirrt, die Seele nagt…
Die Erkenntnis schleicht sich ein…“das Erste war doch das Beste“!
Also muß ich zurück…nachsehen, mich entscheiden, den festen Willen, dass es das Richtige doch war…vom Anfang an….
Aber da….upps…. es gibt sie nicht mehr, eine andere war schneller, ausverkauft, vergeben, verschenkt….vorbei!
Mag sie nicht missen, die reale unperfekte Welt!
________________________________________
Bildunterschrift:
ECKA
Kontaktinformationen:
Elke Raschczok, Neuss,
Kapitelstr.59
Neuss, 11.07. 2007 20:50
Unter der Lupe
Bazar der Eitelkeiten - Halbwertzeit einer Onlineliebe
Die schnelle, leichte und überaus anonyme Möglichkeit der Kontaktaufnahme, welche doch ach so schnell die Hürden der Etikette und des Anstands überwinden läßt.
Nur keine Zeit verlieren und dennoch verrinnt sie erfolglos!
Wie wunderbar…dank unseres multimedialen Zeitalters sind unseren Kommunikationswegen ja bekanntlich kaum noch Grenzen gesetzt und dennoch leiden wir unter sprachlichen Missverständnissen sondergleichen!
Das geschriebene handschriftliche Wort an einen besonderen Menschen ist beinahe gänzlich aus der Mode gekommen, denn was zählt ist die Schnelligkeit der Nachrichtenzustellung, nicht mehr die Schönschriftwidmung mit Bedacht….nur noch die Tastatur und wenige Sekunden auf der Datenautobahn bremsen unseren Mitteilungsdrang………….nicht mehr konzentriert, sondern gestreut…in die weite Welt des www.
Die Welt teilt sich nur noch in „online“ und „offline“…………………
Erreichbar sein in einem anonymen mehrheitsorientierten Aktionsradius…………..Vielfalt statt Exclusivität…………..multitasking statt der althergebrachten Tugend des „einen Schrittes immer nach dem anderen“!
Und dennoch…
Ist ein „Kontakt“ wirklich noch einer oder die detaillierte Einbildung dessen, was nur phantomgleich in unseren Hinterköpfen existiert und woraus sich diese Parallelwelt ohne Grenzen von Zeit und Raum nährt?
Gedanken werden getauscht, Lächeln und Komplimente leichtferig verschenkt, Pläne zukunftsweisend geschmiedet, Wortgefechte kunstvoll geführt, Verlegenheiten schamlos beseitigt, Hemmschwellen der Diskretion gesenkt, Hoffnungen optimistisch geschürt, Ideale vorzeitig enttäuscht, vielversprechende Anfänge geschaffen und entnervte Abschiede besiegelt.
Alles einfach online…ohne die Wohnung zu verlassen, Züge zu erwischen oder zu verpassen, Kleidung und Parfum zu wählen, Herzrasen real zu spüren!
Wo ist er nur geblieben, der magische Augenblick?
Der erste Kaffee, das Stimmengewirr im Hintergrund des Cafès, die ausdrucksstarke Gestik und Mimik, der Duft, der Freude und Lust verheißt, die Stimme, die einfach betört, die Hände, die wärmend sich halten, die Füße, die unruhig auf und ab wippen, die Augen, die Ferne und zugleich tiefe Nähe suchen?
Die moderne Form des legalen „Menschenhandels“ finden wir zahlreich auf entsprechenden Singleseiten des Internets:
Willkommen auf dem Bazar der Eitelkeiten…
Hier wird sie dageboten, die Ware „Mensch“, selbst angepriesen mit allen Vorzügen, Wünschen und Hoffnungen….verklärt in Perfektion von Haben und Wollen.
Nichts ist unmöglich,
alles ist wahr,
keine Probleme
und alles ist klar…!!!
Warum kommt es mir dann so vor wie Schuhe-Shopping?
Ein verwegener Vergleich zuweilen, aber zumindest viele Frauen werden es nachvollziehen können, wie viel Männer mit Schuhen gleich haben.
„Gefallen macht bekanntlich schön“
Also schaue ich mich erst einmal in Ruhe um, ohne Druck, ohne Eile, nur zum Spaß…mal sehen, was so im Angebot ist, was sich zeigt und was sich probieren lässt………….ausgestellt, aufgestellt, vorgestellt!
Ich schlendere vorbei, an optischen Reizen, beschriebenen Vorzügen, verschiedenen Passformen und Modellen…
Was ich möchte weiß ich selbst noch nicht so genau, also laß’ ich mich nur berieseln, bleibe offen und flexibel…..schaue hier und schaue da………..wandere weiter und lebe nach dem Motto: „Aus den Augen, aus dem Sinn….“
Allein der Seelenfrieden braucht es, dass ich überall sein möchte, wo ich noch nicht war, keine Ruhe finde, bevor ich nicht alles gesehen habe (es geht immer noch um die Schuhe!).
Mein Weg führt mich weiter und weiter…ich werde müde und langsamer, die Augen und Füße schmerzen, der Kopf schwirrt, die Seele nagt…
Die Erkenntnis schleicht sich ein…“das Erste war doch das Beste“!
Also muß ich zurück…nachsehen, mich entscheiden, den festen Willen, dass es das Richtige doch war…vom Anfang an….
Aber da….upps…. es gibt sie nicht mehr, eine andere war schneller, ausverkauft, vergeben, verschenkt….vorbei!
Mag sie nicht missen, die reale unperfekte Welt!
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Bildunterschrift:
ECKA
Kontaktinformationen:
Elke Raschczok, Neuss,
Kapitelstr.59









